Knopken, Andreas – Der ander Psalm.

Knopken, Andreas – Der ander Psalm.

HIlff Gott, wie geht das imer zu,
das alles volck so grimmet?
Fürsten und könig all gemein,
mit eins sind sie gesinnet:
Wider zu streben deiner hand
und Christo, den du hast gesand,
der gantzen welt zu helffen.

Sie wöllen ungestraffet sein
und leben nach jrm sinne,
Und werffen von sich deinen rath
und was du lerest drinne,
Sie gehn nach jres hertzen wahn,
ein jederman auff seiner ban,
und lassen jn nicht wehren.

Du aber in dem Hymel hoch,
O Gott, wirst sie belachen,
verspotten jren besten rath
und jrn anschlag verachten,
Du wirst mit zorn sie sprechen an
und straffen, was sie han gethan,
mit grim wirstu sie schrecken.

Der HERR hat zum könig gesetzt
Christum, den jr verkleinet,
Auf Zion, seinen heiligen berg,
das ist, uber sein gemeine,
Das er sol kund thun uberal
des vaters sinn und wolgefal
und leren sein Gesetze.

Er sprach zu jm: du bist mein Son,
heut hab ich dich gezelet,
Von dem tod erwecket schon
und jn dir auserwelet
Für erben und für kinder mein,
die gleuben an den namen dein,
das sie all durch dich leben.

Die heiden wil ich schencken dir,
mein kind, zu einem erbe,
Das du mit deinem wort in jn
des fleisches lust verderbest;
Ein new volck soltu richten an,
das meinen namen preisen kan
an allem ort auff erden.

Darumb, jr könig, mercket nu:
jr solt euch lassen leren,
Und diesem könig hören zu,
sein wort halten in ehren,
Das jr Gott lernet fürchten wol
und wie ein hertz jm trawen sol,
das heist recht, Gott wol dienen.

Nempt auff die straff williglich,
das nicht erzörn der HErre,
Halt jn für augen stetiglich
und lebt nach siener lere!
Wenn sein zorn als ein fewer auffgeht:
wol ist dem, der für jm besteht,
das sind, die auff jn trawen.

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