Georg Neumark wurde 1621 zu Langensalza in Thüringen geboren, besuchte das Gymnasium zu Schleusingen und studierte, um den Unruhen und Nöten des dreißigjährigen Krieges zu entgehen, zu Königsberg in Preußen die Rechte. Hier stand damals die Dichtkunst unter Simon Dach und dessen Schule gerade in der schönsten Blüte und veranlasste Neumark, sich nebenbei auch der Poesie und Beredsamkeit zu widmen. Das erhielt ihn aufrecht in mancher Not, die ihn traf. Außerdem besaß er in der Musik nicht unbedeutende Kenntnisse und verstand namentlich die Kniegeige oder Viola di Gamba meisterhaft zu spielen, wodurch er sich viele Freunde und Gönner erwarb. Von Königsberg ging er über Danzig nach Thorn, wo er im Schoße der Liebe und Freundschaft zwei überaus glückliche Jahre von 1649-1650 verlebte. Jetzt beschloss er, in die Heimat zurückzukehren, reiste aber zunächst nach Hamburg. Hier traf ihn so große Not, dass er alles und zuletzt auch seine geliebte Gambe versehen musste. Durch die freundliche Vermittlung des schwedischen Gesandten in Hamburg, von Rosenkranz, der ihn zu seinem Sekretär machte, wurde er jedoch aus seiner Not errettet und konnte seine Gambe wieder einlösen. Allein schon im folgenden Jahre 1651 verließ er Hamburg wieder und ging nach Weimar, wo er an dem Hofe des kunstliebenden Herzogs Wilhelm IV. freundliche Aufnahme fand und als Kanzleiregistrator und Bibliothekar angestellt wurde. Im Jahre 1652 wurde er als Hofpoet des Herzogs Mitglied der fruchtbringenden Gesellschaft, einer sogenannten Sprachgesellschaft, die, wie mehrere andere jener Zeit, sich die Aufgabe gestellt hatte, einerseits dem Unwesen der überhand nehmenden Sprachmengerei zu steuern und die Reinheit der deutschen Sprache zu bewahren, andererseits vaterländische Zucht und Sitte wieder heimisch zu machen. Zuletzt wurde er Herzoglicher Archivsekretär und Kaiserlicher Hof- und Pfalzgraf. Er starb 1681 zu Weimar.
Neumark hat bis auf den letzten Augenblick seines Lebens der Dichtkunst gelebt, jedoch stammen seine besseren Lieder aus früherer Zeit, da er noch mit Sorgen der Nahrung zu kämpfen hatte. Die meisten haben einen mehr weltlichen Charakter, doch hat er auch sehr schöne geistliche Lieder hinterlassen, deren Grundzug ein festes und freudiges Gottvertrauen ist, und die darum auch den Charakter wahrer Innigkeit an sich tragen; war ja doch auch sein Wahlspruch: Ut fert divina voluntas, d. h. wie Gott will, so halt‘ ich still, oder wie Gott es fügt, bin ich vergnügt.