Benjamin Schmolck – Nicht der Anfang, nur das Ende

Nicht der Anfang, nur das Ende
Krönt des Christen Glaubensstreit;
Ach, getreuer Gott, vollende
Meinen Lauf in dieser Zeit!
Hab‘ ich einmal dich bekannt,
So verleihe mir Bestand,
Dass ich, bis ich einst erkalte,
Glauben und Gewissen halte!

2. Lass mich einem Felsen gleichen,
Der in Sturm und Fluten steht;
Lass mich nicht zurückeweichen,
Wenn mich Not und Tod umfäht!
Sei mein Anker, der nicht richt,
Sei mein Stern und helles Licht,
Dass ich nicht von dir mich scheide
Und am Glauben Schiffbruch leide!

3. Du bist treu in allen Dingen,
Und dein Wort ist auch getreu.
Lass mich dir ein Herze bringen,
Das getreu und kindlich sei!
Wanket oft mein Fleisch und Blut,
Und entsinket mir der Mut,
So lass doch den rechten Glauben
Nicht aus meinem Herzen rauben!

4. Es ist gut, ein Christ zu werden,
Besser noch, ein Christ zu sein;
Doch den besten Ruhm auf Erden,
Gibt der Herr nur dem allein,
Der ein Christ beständig bleibt
Und bis an sein Ende gläubt;
Und der Himmel wird mit Kronen
Seine Treue dort belohnen.

5. Lass mich halten, was ich habe,
Dass mir nichts die Krone nimmt!
Es ist deines Geistes Gabe,
Dass mein Glaubensdocht noch glimmt.
Lösche nicht den Funken aus,
Mach ein helles Feuer draus;
Lass es ungestöret brennen,
Dich vor aller Welt bekennen!

6. Du hast meinen Grund geleget;
Jesus, der mein Eckstein ist,
Wird durch keine Macht beweget,
Ihn verrücket keine List.
Lass mich fest auf ihm bestehn,
Nimmermehr zu Grunde gehn,
Wenn sich Macht und List bemühen,
Mich von Christo abzuziehen!

7. Jesu, hilf mir dir anhangen,
Wie die Reb‘ am Weinstock hängt1andere: Wie das Schaf am Hirten hängt,
Und im Glauben dich umfangen,
Wie mich deine Gnad‘ umfängt!
Kommt es dann zur letzten Not,
So versiegle mir im Tod,
Was ich hier geglaubt auf Erden,
Und lass es zum Schauen werden!

Benjamin Schmolck – Dennoch bleib ich stets an dir!

Dennoch bleib ich stets an dir,
Wenn mir alles gleich zuwider,
Keine Trübsal drückt in mir
Die gefasste Hoffnung nieder,
Dass, wenn alles bricht und fällt,
Dennoch deine Hand mich hält.

Leite mich nach deinem Rat,
Der wohl wunderlich geschiehet,
Aber endlich in der Tat
Auf die schönste Wohlfahrt siehet.
Denn du führst es wohl hinaus,
Sieht es gleich verkehret aus.

Nimm mich dort mit Ehren an,
Wenn ich gnug gekämpfet habe,
Führe mich die Lebensbahn
Zu dem Himmel aus dem Grabe.
Endlich zeige mir das Loos
In der Auserwählten Schoß.

Mag es doch indessen hier
Wunderlich mit mir ergehen,
Dennoch bleib ich stets an dir,
Dennoch will ich feste stehen.
Ich muss, Trotz sei aller Pein,
Dennoch, dennoch selig sein.

Benjamin Prätorius – Sei getreu bis an den Tod!

Sei getreu bis an das Ende,
Daure redlich aus den Kampf!
Leidest du gleich harte Stände,
Duldest du gleich manchen Dampf:
Ach, das Leiden dieser Zeit
Ist nicht wert der Herrlichkeit,
So dein Jesus dir will geben
Dort in jenem Freudenleben.

Sei getreu in deinem Glauben!
Baue deinen Seelengrund
Nicht auf zweifelhafte Schrauben;
Lasse den Gewissensbund,
So geschlossen in der Tauf,
Gott nicht wieder sagen auf!
Der ist gottlos und verloren,
Wer meineidig dem geschworen.

Sei getreu in deiner Liebe
Gegen Gott, der dich geliebt.
An dem Nächsten Gutes übe;
und ob er dich hat betrübt,
Denke: wie dein Heiland tat,
Als er für die Feinde bat,
So musst du verzeihen eben,
Soll Gott anders dir vergeben.

Sei getreu in deinem Leiden!
Lasse dich kein Ungemach
Und auch nichts von Jesu scheiden;
Murre nicht in Weh und Ach.
Hilft denn was die Ungeduld?
Ach! sie häufet nur die Schuld:
Der trägt leichter, wer das träget
Mit Geduld, was Gott aufleget.

Sei getreu in deinem Hoffen!
Hilft gleich Gott nicht, wie du willst,
Und hat bald ein Mittel troffen,
Dass dein Wünschen werd erfüllt:
Wisse, dass oft ist die Zeit,
Da er dir die Hand auch beut,
Da dein Ohren sind verstopfet,
Wenn er lang schon angeklopfet.

Drum getreu, getreu aushalten
Musst du deinem lieben Gott:
Ihn musst du es lassen walten,
Wenn du nicht willt haben Spott.
Rufe nur! Er ist schon hier;
Sein Herz bricht ihm gegen dir.
Rufe nur! Gott ist vorhanden;
Hoffnung macht ja nicht zu Schanden.

Sei getreu in deinem Herzen,
Hüte dich vor Joabs Kuss.
Denke: Judas leidet Schmerzen
Um den falschen Teufelsgruß.
Falschheit sei dein ärgster Feind;
Rede, was dein Herze meint.
Sei zwar flug in deinem Glauben,
Und doch ohne Falsch wie Tauben.

Sei getreu in allen Sachen!
Anfang, Mittel und das End
Lass nur Gott in allem machen,
Auf dass aller Zweck sich wend
Förderst hin zu Gottes Ehr,
Ja, du selbsten noch vielmehr
Wirst auf gutem Wege gehen,
Und die Sündenbahn abstehen.

Sei getreu in Todeskämpfen!
Fechte frisch den letzten Ruck;
Lass dich keinen Teufel dämpfen:
Ach! das ist der härtste Zug:
Wer alsdann mit Jesu ringt
Und das Sündenfleisch bezwingt,
Der gewisslich Lob ersieget
und die Lebenskrone krieget.