Ich soll zum Leben dringen
Für welches Gott mich schuf,
Soll nach dem Himmel ringen,
Das, das ist mein Beruf!
In einer Welt voll Sünden
Soll ich nur ihm mich weihn,
Sie fliehn, sie überwinden,
Und dann erst selig sein.
2. In meiner frühen Jugend
Hat er mich das gelehrt!
Schön göttlich ist die Tugend,
Und meines Eifers wert!
Ihr folgen reine Freuden,
Und wer, was Gott will, tut,
Hat selbst in seinen Leiden
Zufriedenheit und Mut.
3. Und wenn der Pilger Gottes
Der Sünder Lust verschmäht,
Wenn er, trotz ihres Spottes,
Auf seinem Pfade geht;
Was wird ihm nicht zum Lohne,
Wenn er die kurze Zeit
Getreu war! welche Krone!
Welch eine Seligkeit!
4. Das glaub ich! mich verlanget
Dein Kind, o Gott! zu sein,
Und meine Seele hanget
Doch nicht an dir allein;
Ich weiß, ich werde sterben,
Und liebe doch die welt,
O HErr! welch ein verderben,
Das mich gefangen hålt!
5. Bald geh ich deine Wege
Mit Lust; jedoch gar bald
Find ich mich wieder träge
Und zu dem Guten kalt.
Ich lasse nach zu ringen,
Und doch ists mein Beruf:
Ich soll zum leben dringen,
Für welches GOtt mich schuf.
6. Dir seufz ich anzuhangen!
Erbarmer, dir allein!
Du hast es angefangen,
Das gute Werk ist dein!
Vollende, Gott! vollende,
Was mir dein Wort verheißt.
In deine Vaterhände
Befehl ich meinen Geist.