Sünder, freue dich von Herzen
Über deines Jesu Schmerzen;
Lass bei seinem Blutvergießen
Stille Freudentränen fließen.
Er hat sich für dich gegeben!
Such in seinem Tod das Leben;
Nur von seinem Kreuze quillet,
Was dein Herz auf ewig stillet.
2. Ach wie groß ist dein Verderben!
Ohne Jesum musst du sterben:
Blind und tot sind deine Kräfte,
Sünde tun ist dein Geschäfte.
Dein Verdienst ist Zorn und Rache;
Es ist aus mit deiner Sache!
Ja, im Himmel und auf Erden
Kann dir nicht geholfen werden.
3. Nichts kann all dein Opfer gelten
Vor dem Richter aller Welten.
Den der Dornenkranz gekrönet,
Gottes Sohn hat dich versöhnet;
Seine Tränen, seine Wunden
Haben Rat für dich gefunden,
Und ihm bleibt allein die Ehre,
Dass er deinen Tod zerstöre.
4. Fühlst du nun die Macht der Sünden,
Wie sie deine Seele binden,
Wie sie dein Gewissen quälen,
Wie der Jammer nicht zu zählen:
so komm mit deinen Ketten,
Wage nicht, dich selbst zu retten;
Sieh am Kreuze Jesum hängen,
Er muss deine Fesseln sprengen!
5. Sünder macht der Heiland selig;
Seine Gnaden sind unzählig!
Er gibt Buße, er gibt Glauben
Auch den Blinden, Lahmen, Tauben.
Wer sich nur will retten Lassen,
Der soll das Vertrauen fassen:
Gnade strömt aus Jesu Wunden,
Gnad‘ ist auch für mich gefunden!
6. Glaube nur dem Wort der Gnade,
O so heilet bald dein Schade,
Und des Mittlers zarte Liebe
Schafft in dir ganz eue Triebe!
Sind die Sünden erst vergeben,
Dann kannst du auch heilig leben,
Und der Gnade treues Walten
Wird dich fördern und erhalten.
7. O so gib dem Sohn die Ehre,
Dass ihm aller Ruhm gehöre!
Suche nicht erst zu verdienen,
Was am Kreuz vollbracht erschienen;
Suche nicht, was schon gefunden!
Preise fröhlich seine Wunden
Und bekenn es bis zum Grabe,
Dass er dich erlöset habe!