Bartholomäus Frölich – Ein christlich Lied in Todesnöten

Herr Jesu Christe, der du hast
Getragen selbst des Kreuzes Last,
Am Kreuz gehangen als ein Fluch,
Ich nun bei dir all‘ mein‘ Hilf such‘.

Ich dank‘ dir für dein Leiden groß,
Für dein Blut, das für mich auch floss
Aus deinen Wunden mild und rein,
Wollst mir Sünder gnädig sein.

Ich ruf zu dir in meiner Not:
Ach, Herr, gedenk‘ an deinen Tod,
Und lass ja nicht das Leiden dein
An mir Sünder verloren sein!

Verleih‘ du mir dein‘ Gnad‘ und Huld,
In Todes Not gib mir Geduld,
Hilf, dass ich ohne Weh und Klag‘
Die Angst des Tods ertragen mag!

O Vater, in die Hände dein
Befehl ich dir die Seele mein.
Ach, du getreuer, frommer Gott
Hast mich erlöst aus aller Not.

Mein Seel‘ im Fried‘ nun fahren lass,
Mein’n Leib bewahr ohn‘ Unterlass,
Und schenke meinem Staube du
Im Grabe seine letzte Ruh‘.

Zum Leben lass mich aufersteh’n
Und in die himmlisch Freud‘ eingeh’n;
Nach diesem Leben Freud‘ und Wonn‘
Gib Jesu Christe, Gottes Sohn!

Matthäus Apelles von Löwenstern – Schütze die Deinen

1) Schütze die Deinen,
die nach dir sich nennen
und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen.
Lass deinen Händen, wie du selbst verheißen,
nichts sie entreißen.

2) Lass deine Wahrheit
rein verkündigt werden.
Mach ihre Siege herrlicher auf Erden.
Gib Mut und Weisheit denen, die sie lehren,
dein Reich zu mehren.

3) Du hast noch niemals,
Herr dein Wort gebrochen.
Führe die Deinen, wie du selbst versprochen,
führe sie endlich aus dem Kampf hienieden
zum ewgen Frieden.

4) Ewig, o Heiland,
sei dein Nam‘ erhoben,
ewig frohlockend müssen dich einst loben,
Gott, du Beschirmer deiner gläub’gen Herde,
Himmel und Erde!

Falk, Johann Daniel – Seelied

Wie mit grimm’gem Unverstand
Wellen sich bewegen!
Nirgends Rettung, nirgends Land!
Vor des Sturmwindsschlägen!
Einer ist’s, der in der Nacht,
Einer ist’s, der uns bewacht!
Christ, Kyrie!
du wandelst auf der See!

Wie vor unserm Angesicht
Mond und Sterne schwinden!
Wenn des Schiffleins Ruder bricht,
wo nun Rettung finden?
Wo sonst, als nur bei dem Herrn?
Seht ihr nicht den Abendstern?
Christ, Kyrie!
erschein‘ uns auf der See!

Einst in meiner letzten Not
laß mich nicht versinken!
Sollt‘ ich auch im bittern Tod
Well‘ auf Welle trinken:
reiche mir dann liebentbrannt,
Herr, Herr! deine Glaubenshand!
Christ, Kyrie!
komm zu uns auf die See!

Nach dem Sturme fahren wir
sicher durch die Wellen,
lassen, grosser Schöpfer, dir
unser Lob erschallen.
Loben dich mit Herz und Mund,
loben dich zu jeder Stund‘!
Christ, Kyrie!
Ja, dir gehorcht die See!

Carl Bernhard Garve – Stark ist meines Jesu Hand,

Strophe 1
Stark ist meines Jesu Hand,
Und Er wird mich ewig fassen,
Hat zu viel an mich gewandt,
Um mich wieder loszulassen.
Mein Erbarmer lässt mich nicht,
Das ist meine Zuversicht.

Strophe 2
Sieht mein Kleinmut auch Gefahr,
Fürcht ich auch zu unterliegen,
Christus reicht die Hand mir dar,
Christus hilft dem Schwachen siegen.
Dass mich Gottes Held verficht,
Das ist meine Zuversicht.

Strophe 3
Wenn der Kläger mich verklagt,
Christus hat mich schon vertreten,
Wenn er uns zu sichten wagt,
Christus hat für mich gebeten.
Dass mein Mittler für mich spricht,
Das ist meine Zuversicht.

Strophe 4
Würd es Nacht vor meinem Schritt,
Dass ich keinen Ausgang wüsste,
Und mit ungewissem Tritt
Ohne Licht verzagen müsste:
Christus ist mein Stab und Licht,
Das ist meine Zuversicht.

Strophe 5
Mag die Welt in Missgeschick
Beben oder ängstlich klagen!
Ohne Halt ist all ihr Glück,
Wahrlich, sie hat Grund zu zagen.
Dass mein Anker nie zerbricht,
Das ist meine Zuversicht.

Strophe 6
Will der Herr durch strenge Zucht
Mich nach seinem Bild gestalten,
Dennoch will ich ohne Flucht
Seiner Hand nur stille halten.
Er übt Gnad auch im Gericht,
Das ist meine Zuversicht.

Strophe 7
Seiner Hand entreißt mich nichts!
Wer will diesen Trost mir rauben?
Mein Erbarmer selbst verspricht’s,
Sollt ich Seinem Wort nicht glauben?
Jesus lässt mich ewig nicht,
Das ist meine Zuversicht.