Francke, August Hermann – Kommst Du nicht auch zu mir

Francke, August Hermann – Kommst Du nicht auch zu mir

Kommst du nicht auch zu mir?
Im Morgensonnenglanz strahlt rings die Au;
das kleinste Blümlein selbst erhielt von dir,
den Durst zu löschen, einen Tropfen Tau –
und du kämst nicht zu mir?

Kommst du nicht auch zu mir?
Du bist es, der die Welt mit Wonne speist,
das Gras des Feldes und des Walds Getier,
daß dich der Chor der Schöpfung preist –
und du kämst nicht zu mir?

Kommst du nicht auch zu mir?
So kann kein Hirsch nach frischem Wasser schrein,
kein Halm so dürsten wie dein Kind nach dir;
nach deinem Leben schmachtet mein Gebein –
und du kämst nicht zu mir?

Kommst du nicht auch zu mir?
Die Sonne, die im Osten golden steigt,
bringt frohe Botschaft mir, mein Gott, von dir;
der Nebel flieht, und all mein Zagen weicht –
gewiß, du kommst zu mir!

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