Mel. eigene Melodie
Gedruckt 1685
Ach, was ist doch unsre Zeit?
Flüchtigkeit!
Nebel, Rauch, und Wind und Schatten!
Menschen können nicht bestehn,
Sie vergehn,
Wie die Blumen auf den Matten.
Unser Leben fleucht behende;
Mensch, bedenke doch das Ende!
Menschen sind zerbrechlich Glas,
Nichtig Gras,
Blumen, die nicht lange stehen.
Ach, wie bald wird ihre Kraft
Hingerafft,
Wann die Todeslüfte wehen!
Unser Leben fleucht behende;
Mensch, bedenke doch das Ende!
Jugend, die den Rosen gleicht,
Die verbleicht
Ihre Schöne muß verschwinden.
Es vergeht durch Todesmacht
Alle Pracht,
Die wir an den Menschen finden.
Unser Leben fleucht behende;
Mensch, bedenke doch das Ende!
Menschen sind der Zeiten Spiel,
Und ein Ziel,
Drauf die Todespfeile fliegen.
Die wie schlanke Cedern stehn,
Groß und schön,
Müssen durch den Tod erliegen.
Unser Leben fleucht behende;
Mensch, bedenke doch das Ende!
Ach, der Tod ist dir gewiß;
Drum vergiß
Alles Eitle dieser Erden!
Lenke dich zur Ewigkeit
Jederzeit,
Willst du dort unsterblich werden!
Unser Leben fleucht behende;
Mensch, bedenke doch das Ende!
Schwinge dein Gemüth und Herz
Himmelwärts,
Wo nicht Tod, nicht Noth, nicht Leiden!
Denk an das, was ewig ist,
Liebster Christ,
Soll dich einst der Himmel weiden!
Unser Leben fleucht behende;
Mensch, bedenke doch das Ende!