Valentin Thilo gehörte dem Königsberger Dichterbunde an, zu dessen Bildung Opitz, das Haupt der ersten schlesischen Dichterschule, während seines Aufenthaltes in Preußen Veranlassung gegeben hatte. Die Häupter dieses Bundes waren Simon Dach, Robert Roberthin, geb. 1600, gest. 1648, und Heinrich Albert. Ihre Dichtungen zeichneten sich durch innige Wärme und natürliche Herzlichkeit aus. Thilo wurde 1607 zu Königsberg geboren, wo sein Vater Diakon war. Er studierte in seiner Vaterstadt und ward, nachdem er nach damaliger Sitte eine große Reise, namentlich nach Holland, unternommen hatte, 1643 Magister und noch in demselben Jahre Professor der Redekunst an der Universität zu Königsberg. Er starb 1662 als Königl. polnischer Geheimer Sekretär in Königsberg. Der Tod seiner „innigen allerliebsten Schwester“, die als blühende junge Frau vier Jahre nach geschlossener Ehe 1639 von einer giftigen Seuche weggerafft wurde, hatte auf ihn einen so gewaltigen und bleibenden Eindruck gemacht, dass er schon im kräftigsten Mannesalter an sein eigenes Ende dachte und sich darauf vorbereitete. Übrigens mag das Bild seiner in himmlischer Freude dahingeschiedenen Schwester ihm beim dritten Verse unsers Liedes vorgeschwebt haben.