Der Glaube macht allein gerecht
Durch Christum, ders erworben;
Kein Werk erwirbt das Himmelreich,
Weil alls an uns verdorben.
Doch ist ohn Lieb der Glaube tot;
Drum, willt du meiden ewge Not:.
Tu Buße, glaub und liebe.
Die Liebe sei des Nächsten Knecht;
Die tu aus gutem Herzen.
Dabei nur glaube recht und schlecht,
Dass bloß durch Christi Schmerzen
und seinen Tod du seist gerecht;
und flich, zu sein der Sünden Knecht.
Gott will uns all bekehren.
Kategorie: unbekannter Autor
Verf. unbekannt – Allein durch den Glauben!
Also hat Gott die Welt geliebt,
Dass er Christum hat geben,
Sein‘ liebsten Sohn in Tod betrübt,
Dass wir nun ewig leben.
Gott, wie groß ist deine Güt,
Die kein Mensch kann von Herzen
Ganz ermessen!
Herr, gib Gnad,
Dass wir dies nimmermehr vergessen.
Christus hat uns zum Himmel bracht
Ohn aller Menschen Stärke,
Allein der Glaube selig macht
Ohn alle unsre Werke.
Darum wer glaubt an Jesum Christ,
Der hat das ewig Leben,
Merk gar eben,
Denn wo nicht Glaube ist,
Mag kein Mensch selig werden.
Wer nicht glaubt, der ist schon verdammt,
Als Christus selbst tut sagen,
Nimmermehr er sich des erbarmt,
Der trotzt auf Werk ohn Glauben;
An Leib und Seel wird er geplagt,
Kann auch kein‘ Trost erlangen,
Liegt gefangen,
Allhie ohn alle Gnad,
Ewig in Todes Banden.
Wer gläubig bleibt bis an sein End,
Der wird gwiss selig werden,
und Christum frei ohn Furcht bekennt
Vor aller Welt auf Erden:
Wird er auch den im höchsten Thron
Vor Gott mit Ehr bekennen
Und ihn nennen
Seinen Miterben schon,
Des Freud wird sein kein Ende.
Verf. unbekannt. – Buß-Seufzer.
All meine Sünden reuen mich von Herzen
Und bringen mir nicht wenig Angst und Schmerzen,
Weil sie so groß und viel bei mir aufwachen.
Ach Gott! erhör mein Klagen,
Lass mich in Sünden nimmermehr verzagen.
Zu dir allein, Herr Jesu Christ, ich fliehe,
Mit Gnadenaugen, bitt ich, mich ansiehe,
Du hast erlöst alles, was war verdorben:
Gott, dein rote Wunden
Lass mir ein Trost sein in der letzten Stunden.
O heilger Geist, den Glauben in mir mehre;
Hilf, dass ich mich von Herzn zu dir bekehre;
Du bist mein Trost in allen meinen Nöten.
Gott, durch deinen Namen
Lass mich auf Christum selig sterben. Amen.
Verfasser unbekannt – Christ fuhr gen Himmel!
Christ fuhr gen Himmel,
Da sandt er uns hernieder
Den Tröster, den heiligen Geist,
Zu Trost der armen Christenheit.
Kyrieleis.
Halleluja, Halleluja, Halleluja!
Des sollen wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.
Altes Lied.
Verf. unbekannt – Alter Osterhymnus.
Christ, Überwinder,
Für uns arme Sünder,
Die wir verloren,
Bist du Mensch geboren,
In Tod gegangen,
An dem Kreuz gehangen,
Die Höll gefangen.
Am dritten Tage,
Nach der Schrift Weissage,
Wieder erstanden
Von des Todes Banden,
Uns dadurch eben
Frei gemacht, das Leben
uns wieder geben.
Lob, Preis und Ehre,
Jesu, lieber Herre,
Sei dir gesungen
Mit fröhlichen Zungen
Für solche Genaden,
Dass du uns entladen
Von allem Schaden.
Lasst uns ohne Leide
Diese Osterfreude
Christlich begehen,
Dass wir endlich stehen
Für deinem Throne
und die Osterkrone
Uns werd zu Lohne.
Amen.
Verf. unbekannt. – Dem Dreieinigen zu Ehren!
Sei Lob, Ehr, Preis und Herrlichkeit
Gott dem Vater in Ewigkeit,
Der alle Ding erschaffen hat
und erhälts durch sein göttlich Gnad.
Ehr sei auch sein’m geliebten Sohn,
Der uns alles Gute hat getan,
Der am Kreuz für uns ist gestorben
und hat den Himmel uns erworben.
Ehr sei auch Gott dem heilgen Geist,
Der uns durch sein Gnad allermeist
Die Wahrheit woll machen bekannt
und eröffnen unsern Verstand.
O Heilige Dreifaltigkeit,
O wahre einige Gottheit,
Erhör uns aus Barmherzigkeit
Und führ uns zu der Seligkeit.
Unbekannt – Will ich im Gebet erlahmen
Will ich im Gebet erlahmen,
O so gib die Kraft dazu,
Dass zu Deinem Jesusnamen
Bete ich ohn Rast und Ruh.
Du allein bist meine Burg,
Meine Zuflucht und mein Hort,
Nur mit Dir geh ich hindurch.
Durch den Tod mit Deinem Wort.
Werd‘ durch Dich das Leben schauen,
Knie’n vor Deinem heil’gen Thron,
Ohne Furcht und ohne Grauen,
Werd‘ empfangen meinen Lohn,
Den den Gläub’gen Du verhießen,
Die auf Dich gehofft allhier.
Und sich ganz auf Dich verließen,
Herr Du wirst ihn geben mir.
O so hilf mir denn auch heute,
Lass mich Deine Liebe sehn,
Zähl mich unter Deine Leute,
Die in Deinem Weinberg stehn!
Amen.
unbekannt – Dies irae, Fragment
1. Tag des Zorns, in Flammenmeeren
Wirst du einst die Welt verzehren,
Wie Sibyll‘ und David lehren.
3. Beim Posaunen-Wunderschalle
Tut sich auf der Toten Halle,
Vor dem Thron erscheinen Alle.
4. Wie Natur und Tod erbeben,
Dass die Toten wieder leben,
Rechenschaft dem Herrn zu geben!
5. Und ein Buch wird aufgeschlagen,
In das Alles eingetragen,
Was die Welt dort wird verklagen.
6. Wenn da nun der Richter thronet,
Der Verborg’nes nicht verschonet,
Und nach Jedes Werken lohnet:
7. Was soll dann ich Sünder sagen?
Wen um Schutz zu bitten wagen,
Wo Gerechte selber zagen?
9. Heil’ger Jesu, Mensch geboren,
Mir zum Heiland auserkoren,
Lass mich dann nicht sein verloren.
10. Hast dich müd‘ um mich geworben,
Bist am Kreuz für mich gestorben,
Und die Frucht wär‘ dir verdorben?
11. Ernster Richter meiner Sünden,
Lass mich noch Vergebung finden,
Eh‘ die Gnadenstunden schwinden!
12. Schamglut rötet meine Wangen,
Schuldig seufz‘ ich voll Verlangen:
Lass, o Gott, mich Gnad‘ erlangen.
13. Der Marien losgesprochen,
Schächers Gnade nicht gerochen1gerächt
Hast ja mir auch Heil versprochen!
16. Wenn den Flammen übergeben
Die Verdammten dann erbeben,
Rufe segnend mich zum Leben!
17. Zu dir heb‘ ich Herz und Hände,
Fleh‘ gebeugt: dich zu mir wende!
Schenke mir ein sel’ges Ende!
unbekannt – Dies Irae
1840
Schreckenstag der Zornesfülle!
Weltenpracht wird Aschenhülle!
David zeugt’s und die Sibylle.
Welch ein Zittern vor dem Fluche!
Kommt der Richter – nach dem Buche
Richtend mit gerechtem Spruche!
Du, Drommet‘, mit Schreckenstone
Dringst durch Grüfte jeder Zone!
Alles stellt sich vor dem Throne.
Tod, du staunest! Auf euch Fluren
Zeigen sich des Richters Spuren
Dem erstehn die Kreaturen.
Gottes Rechtsbuch ist zur Stelle;
Deine Schuld zeigt’s klar und helle,
Welt, dass man dein Urteil fälle!
Streng wird nun der Richter rechten;
Alles Böse aus den Nächten
Bringt an’s Licht Er; Weh den Schlechten!
Wo ist Hilf‘? – dass ich sie suche!
Wo ein Schützer vor dem Fluche?
Schuld der Frommen steht im Buche!
Gott, wie heilig ist dein Walten!
Gnade nur kann uns erhalten,
Gnadenquell, lass Gnade walten!
Denke, Jesu, an dein Lieben!
Himmelab hat’s dich getrieben!
Und an mir wär’s fruchtlos blieben?
Wollt’st mich in der Irr‘ nicht lassen,
Suchtest mich bis zum Erblassen,
Kannst mich, Heiland, nimmer hassen!
Richter auf gerechtem Throne,
Gnadenvoll ach! mein verschone!
Eh‘ du nahest mit dem Lohne!
Schuldbelastet steh‘ ich blödig;
Schamrot fleh‘ ich: Sei mir gnädig,
Mach‘ den Beter Sündenledig!
Der du gnädig warst Marien,
Der dem Schächer du verziehn,
Du lässt mir auch Hoffnung blühen.
Würdig wohl ist nicht mein Bitten,
Doch du hast für mich gelitten,
Und der Höll‘ mich abgestritten!
Zu den Schafen mich geselle!
Von den Böcken fern mich stelle,
Dir zur Rechten! Süße Stelle!
Wenn Verdammte dahin fliehen,
Wo die ew’gen Flammen glühen,
Lass mich mit den Sel’gen ziehen!
Herz, du Staub und Asch‘! Hienieden
Fleh‘ gebeugt, dass Gottes Frieden,
Dir beim Scheiden sei beschieden!
O du Tag der Tränenfülle!
Da aus seiner Aschenhülle
Wird ersteh“n der Mensch in Schulden;
Schon‘ dann sein, o Gott, in Hulden!
Jesu, frommer Herre du,
Ach, verleihe ihnen Ruh!
unbekannt – Dies Irae
1840
Tag des Zorns, der wird erfüllen
Davids Spruch und der Sibyllen,
Und die Welt in Asche hüllen.
Welch ein Schrecken wird entstehen,
Wenn man wird den Richter sehen
Kommen aus des Himmels Höhen!
Die Posaune wird erklingen,
In die tiefsten Gräber dringen,
Alle vor den Richtstuhl bringen.
Tod und Schöpfung wird erbeben,
Wenn, um Rechenschaft zu geben,
Die Entschlaf’nen sich erheben!
Eine Schrift wird aufgeschlagen,
Da von Aller Lebenstagen
Sind die Sünden eingetragen.
Wenn nun das Gericht begonnen,
Kommt an’s helle Licht der Sonnen,
Was Geheimes ward begonnen.
Was will dann ich Armer sagen?
Wo den Beistand mir erfragen,
Da die Frommen selbst verzagen?
König auf erhab’nem Throne!
Niemand hat ein Recht zum Lohne,
Gnade sei’s die mein verschone!
Milder Jesu, in die Waage
Wirf mein Ziel und deine Plage,
Die mich schirm‘ an jenem Tage!
Herr, die Mühsal‘ deines Strebens
Und das Opfer deines Lebens,
Deine Huld sei nicht vergebens.
Richter mit gerechter Waage!
Sprich mich los von aller Klage
Vor dem großen Schreckenstage!
Gott, mit schwerer Schuld beladen
Und mich schämend meiner Schaden,
Fleh‘ ich: Nimm mich auf zu Gnaden!
Der du liebevoll Marien
Und dem Schächer hast verziehen,
Mir auch hast du Mut verliehen.
Ist auch ohne Wert mein Flehen,
Aus Erbarmung lass geschehen,
Dass der Höll‘ ich mög‘ entgehen.
Mit den Schäflein, deinen Frommen,
Lass, der Böcke Schar entnommen,
Mich zu deiner Rechten kommen!
Rufe, wann du zu den Flammen
Die Verworfnen wirst verdammen,
Mit den Heil’gen mich zusammen!
Gott, mit büßender Gebärde,
und zermalmt, wie Staub der Erde,
Fleh‘ ich, dass ich selig werde!
Tag der Zähren! Tag der Wehen!
Da der Mensch soll auferstehen,
Um sein Urteil zu empfangen,
Gott, o lass ihn Gnad‘ erlangen!
Milder Jesu, Herr, verleih,
Dass ihr Schlaf in Frieden sei!