Krummacher, Friedrich Adolf der Ältere – Er kommt

1. Er kommt, der Herr, schon ist Er nah!
Froh kommt Er zu den Seinen;
O wär´ Er doch bald sichtbar da!
Wie freut mich sein Erscheinen,
da ich in seiner Herrlichkeit
Ihn werde schau´n –
O, käm Er heut´,
vor Freude würd´ ich weinen.

2. Komm, Jesus, komm!
Ich warte Dein
mit allen Deinen Frommen.
Verzieh nicht, Jesus, komm, erschein!
Ich freu´mich auf Dein Kommen.
Ich freu´ mich auch,
wenn Du zu mir
wirst sagen: „Komm!“ und ich von Dir
zu Dir werd´ aufgenommen.

3. Ja, Amen! Komm!
Ruft Deine Braut
im Geist Dir, Herr, entgegen,
bis sie Dein Angesichte schaut –
schon bist Du unterwegen.
Schon pred´gen´s Erd´ und Himmel laut:
„Er kommt!“ –
„Ja, komm!“ ruft Deine Braut
dir tausendmal entgegen.

Krummacher, Friedrich Adolf der Ältere – Wohlauf, des Satans Stuhl

1. Wohlauf, des Satans Stuhl
und Reich muß untergehen!
Und unsers Königs Reich
alleine muß bestehen!
Auf, jauchze, freue dich,
du Tochter Zion, sehr!
Dein König kommt mit Macht,
gib Ihm allein Gehör!

2. Betrübtes Zion, sieh,
Dein König läßt dir sagen:
O Tochter, halte ein,
zu trauern und zu klagen!
Dein König kommt zu dir,
dein Bräutigam und Freund –
O, richte nur auf Ihn
dein Auge, das da weint!

Brockhaus, Carl – Sel’ge Hoffnung! Du kommst wieder

Sel’ge Hoffnung! Du kommst wieder,
läßt die Glieder nicht zurück.
Bald verkünden neue Lieder
droben unser ew’ges Glück.
Dann ist jeder Wunsch erfüllt,
unser Sehnen ganz gestillt.

Ruhen werden dann die Glieder
ewig dort, vereint mit Dir.
Keine Trübsal kehret wieder,
keine Träne fließt wie hier.
Ewig fern ist alles Leid,
jedes Herz füllt Seligkeit.

Und anbetend wird dann singen
Deine teu’r erkaufte Schar,
Dir, dem Lamme, Ehre bringen,
Gott erheben immerdar.
Welch ein Glück, bei Dir zu sein!
Komm, o Jesu, führ uns ein!

Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“

Brockhaus, Carl – Freund der Deinen

Freund der Deinen!
Bald dann weinen
Gottes Pilger nicht mehr hier.
Du kommst wieder,
steigst hernieder,
nimmst hinweg all Deine Glieder,
führest sie hinauf zu Dir!

Welche Freude
hier im Leide
gibt uns diese Hoffnung schon!
Doch erhoben,
werden droben
wir Dich ewig lieben, loben,
jauchzen stets vor Deinem Thron.

Diese Erde
voll Beschwerde,
hat nichts mehr für unser Herz.
Uns erquicket
und beglücket,
was der Glaube dort erblicket,
wo beendet jeder Schmerz.

Allen Proben
bald enthoben,
werden dort wir schauen Dich.
Und am Throne
wird die Krone
den Bewährten dann zum Lohne,
und sie ruhen ewiglich.

Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“

Alber, Erasmus – Zeichen der letzten Zeiten

Gott hat das evangelium
Gegeben, daß wir werden fromm;
Die welt acht’t solchen schatz nicht hoch,
Der größte theil fragt nichts darnach.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

2. Man fragt nichts nach der guten lehr‘;
Der geiz und wucher nur vielmehr
Hat überhand genommen gar,
Noch sprechen sie: es hat kein‘ g’fahr.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

3. Täglich erdenkt man neue netz‘
Das sind der gottlosen gesetz.
Damit sie alles gut zu sich
Gern wollten reiß’n gewaltiglich.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

4. Man rühmt das evangelium,
Und will doch niemand werden fromm.
Fürwahr man spott’t den lieben Gott;
Noch sprechen sie: es hat kein‘ noth.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

5. Es ist doch eitel büberei,
Die welt treibt große schinderei.
Als ob kein Gott im himmel wär‘,
Das armuth muß sich leiden sehr.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

6. Die schätz‘ der kirchen nimmt man hin,
Das wird ihn’n bringen kein’n gewinn:
Die armen läßt man leiden noth
Und nimmt ihn’n aus dem mund das brod.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

7. Die schätz‘ der kirchen sind ihr gift,
Sie sind von ihnen nicht gestift’t:
Noch nehmen sie das kirchen-gut;
Sieh, was der leidig‘ geiz nicht thut.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

8. Man fragt nach Gott dem Herrn nicht mehr,
Die welt stinkt ganz nach eitler ehr‘,
Die hoffart nimmt ganz überhand,
Betrügen, lügen ist kein‘ schand.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

9. Wo bleibt die brüderliche lieb‘?
Die ganze welt ist voller dieb‘.
Kein‘ treu‘ noch glaub‘ ist in der welt,
Ein jeder spricht: Hätt ich nur geld!
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

10. Die welt will ihr nicht lassen wehr’n,
An Gott’s wort will sich niemand kehr’n:
Sie haben nichts gelernet mehr,
Denn nur fressen und saufen sehr.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

11. Ihr‘ größte kunst ist banketir’Än,
Und in der büberei studir’n:
Das kann sie aus der massen wohl,
Die welt ist aller schalkheit voll.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

12. Die liebe sonne kann nicht mehr
Zusehen, und entsetzt sich sehr:
Darum verliert sie ihren schein;
Das mag ein‘ große trübsal sein.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

13. Der mond und sterne ängsten sich,
Und ihr‘ gestalt steht jämmerlich;
Wie gern sie wollten werden frei
Von solcher großen büberei.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

14. Darum komm, lieber Herre Christ!
Das erdreich überdrüßig ist,
Zu tragen solche höllen-bränd.
Drum mach’s einmal mit ihre ein end,
Und laß uns sehn den lieben jüngsten tag.

Alber, Erasmus – Ihr lieben Christen, freut euch nun

Ihr lieben Christen, freut euch nun,
Bald wird erscheinen Gottes Sohn,
Der unser Bruder worden ist:
Das ist der lieb Herr Jesu Christ.

Der jüngste Tag ist nun nicht ferr 1fern,
Komm Jesu Christe, lieber Herr!
Kein Tag vergeht, wir warten dein
Und wollten gern bald bei dir sein.

Verraten ist der Widerchrist,
Sein‘ Heuchelei und arge List
Sind offenbar und gar vor Tag,
Des führt er täglich große Klag‘.

Du treuer Heiland, Jesu Christ,
Dieweil die Zeit erfüllet ist,
Die uns verkündet Daniel,
So komme du, Immanuel!

Sanct Simeon wart’t auch auf dich
Und deiner Zukunft freuet sich,
Er ward auch seiner Bitt gewährt,
Da er sah, was sein Herz begehrt‘.

Er sprach, nun will ich sterben gern,
Weil ich geseh’n hab‘ meinen Herrn,
Doch soll es nicht gestorben sein,
Sondern in Frieden fahr ich fein.

So warten wir nun auch der Stund
Und bitten dich von Herzensgrund,
Du wollest nicht ausbleiben lang,
Und straf einmal die alte Schlang‘.

Der alle Welt ermordet hat
Und kann nicht Lügens werden satt,
Den nimm samt seiner Lästerschul,
Und wirf sie in des Feuers Pfuhl.

Die lieben Kinder warten all‘,
Wann doch einmal die Welt zerfall
Und wann des Teufels Reich vergeh‘
Und er in ew’gen Schanden steht.

Er ist’s, der deinen Namen schänd’t
Und der die armen Leut verblend’t;
Der böse Geist sucht seinen Ruhm
Und hindert, dass dein Reich nicht kum 2komme.

Was du befiehlst, das lästert er,
Und tobt dawider gräulich sehr,
Was uns beschert dein‘ milde Hand,
Das nähm‘ uns gern der Höllenbrand.

Der Satan lässt nicht ab zu wehr’n,
Dass sich so wenig Leut‘ bekehr’n,
Er wend’t die Leut von deinem Wort
Und richtet an Hass, Neid und Mord.

Der Teufel brächt uns gern zu Fall
Und wollt‘ uns gern verschlingen all‘;
Er tracht’t nach Leib, Seel‘, Gut und Ehr
Herr Gott, dem Rottendrachen wehr!

Die Welt kann nun nicht länger steh’n,
Ist schwach und alt, sie muss vergeh’n,
Sie kracht an allen Orten sehr
Und kann die Last nicht tragen mehr.

Die alten Väter warten all‘,
Wenn du erscheinst mit großem Schall
Mit aller lieben Engel Schar,
Drauf warten sie manch hundert Jahr.

Eil‘, lieber Herr, eil zum Gericht,
Lass seh’n dein herrlich Angesicht,
Das Wesen der Dreifaltigkeit!
Das hilf uns Gott in Ewigkeit!

//verkürzt aufgenommen 2013, erweitert und aktualisiert 2025//