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Böhmische Brüder – Von Christo Jhesu, unserm einigen und eignen Erlöser und Mitler, durch das Euangelion offenbart.

Jam Christus ab inferis, Psalmus 45.

MEin hertz ticht ain feines lied,
einen fröhlichen gesang!
den wil ich mein leben lang
mit freud singen
vnd dem König Jhesu Christ,
der ein warer Gott ist!
Mein zunge ist bereit
als eins guten schreibers hand,
zu erheben seynen stand
vnd zu rhümen
seine ehr vnd herrligkeit,
seine zierd vnd schönheit!
Sih, du bist der schönst allein
in der Christlichen Gemein,
der welt Heiland,
von deim Vater hrab gesand,
on alle schuld erkand!

Holdselig sind die lippen
deines mundes süssigkeit,
vol wort der gerechtigkeit;
drumb dich reichlich
dein ‚Gott segnet ewiglich
und macht dein reich herrlich.
O starcker Held, schmück dich schön,
gürte dein schwert an die seit,
mach dich auff und zeuch in streit!
du solt den erdboden
unter dich zwingen,
es mus dir gelingen!
Zeig dich der warheit zu gut,
die elenden halt in hut!
deine rechte
wunderbarlich verfechte
alle frome knechte!

Dein wort ist scharff wie ein pfeil,
dafür können nicht bestehn
sondern müssen vntergehn,
die nicht wollen
deine gnadenstimm hören,
sich zu dir bekeren.
Christe, König der ehren,
warer Gott und Gottes Son!
dein stul ist des himels thron,
dein Scepter bleibt ewiglich,
gerade vnd gleich
in deinem Königreich!
Du liebst die gerechtigkeit
vnd hassest alle bosheit,
drumb dich dein Gott
hat gesalbt mit frewdenöl,
mit aller Gottes füll.

Dein kleid der gerechtigkeit
ist seer köstlich vnd reucht fein,
leuchtet wie der sonnen schein,
wenn du geschmückt
aus deim pallast tritst daher
mit deiner reinen leer!
In deinem schmuck gehn einher
Königtöchter dir zu ehr;
dein auserwelte Braut,
die dir vertrawt,
steht zu deiner rechten hand
mit keuscher lieb entbrandt‘!
Höre, Tochter, geh eraus
vnd vergis deins vaters haus!
nim freundlich an
diesen Breutgam, Gottes Son,
vnd bet deinen HERRN an!

Die Braut, die Christliche Kirch,
wird dem König zugefürt,
mit gold auff das schönst geziert,
mit guldenstück,
gaben vnd tugend bekleid,
er hat an dir sein freud!
Man fürt sie mit freud vnd wonn
in des Königes pallast,
da er ewig wont vnd rast;
jr gespielen,
die jungfrawen, volgen jr
in gleichföörmiger zier.
So wechst, Herre Jhesu Christ,
deine Kirch zu aller frist,
jre kinder
rhümen an der Veter stat
dein ewige wolthat!

Dir sey auch jtzt lob vnd preis
auff dem gantzen erdenkreis,
der du samlest
dein gemein aus gütigkeit,
o, erhalt sie allzeit!

Quelle

Böhmische Brüder – Von der Geburt Jesu Christi

O Vater der barmhertzigkeyt,
Bronn aller güttigkeyt!
laß heute deine gnad zu uns fliessen
und uns der geniessen!
O Vater, der du den Heyland,
Christum uns hast gesand,
laß uns seines verdiensts auff erden
nicht beraubet werden!
O Vater, der du uns liebest
und deinen Son gibest,
hilff, das wir uns fest an jn halten
und mit nicht abspalten!

Christe, Gottes Son,
der du von dem höchsten thron
gesandt inn diese Welt bist kommen,
uns allen zu frommen:
komm auch inn unser hertz und sinnen
und wone darjnnen!
Christe, mensch und Gott,
lebendiges Himelbrod,
speyß udn erquick unser dörfftigkeyt
mit deiner süssigkeyt,
das wir starck und wolgeschickt werden
zu gutten geberden!
Christe, Himlisch liecht,
unser trost und zuversicht,
Göttliche weißheit, sonn und klarheit,
voller gnad und warheyt,
leucht und regier uns mit deinem Wort
an diesem tunckeln ort!

O Heyliger Geyst, warer Gott,
sey unser trost inn aller not!
mach unser seel gesundt,
das wir wircklich und auß hertzen grund
lieben den newen bund!
O Meyster der außerwelten,
der Aposteln und Propheten
inn Göttlicher weißheit,
leer uns auch auß gnad und gütigkeyt
den weg zur seligkeyt!
O Göttliche krafft von oben,
erfüll uns mit deinen gaben!
verleyh uns gnedigklich
alles das, was uns ist seligklich
und dir, Herre, löblich!

Quelle

Böhmische Brüder – Pange lingua gloriosi

O Gott Vater im höchsten thron,
der du nach deins hertzen lust
Durch deinn einigen lieben Son
alle ding geschaffen hast,
Im Heyligen Geyst alles than
den außerwelten zu trost:

Wir bitten dich und begeren,
du woltest uns, Herre Gott,
Deiner gnad und hülff geweren,
das wir dich und dein gebot
Recht erkennen und bewaren
unverrucklich biß inn Todt.

Du woltest uns, Herr, enttzünden
mit deiner Heyligen brunst
Und auff deine warheyt gründen
und versichern deiner gunst,
Also von sünden entbinden
und leren inn deiner kunst!

Deine liebe gib uns mit krafft,
das wir stehn inn aller not
Und inn Heyliger gemeinschafft
uns ertzeygen mit der that,
Das wir mit unsrer pilgerschafft
nicht kommen ins Teuffels spot.

Deine lieb ist gantz einfaltig
und gedultig inn der not,
Damit ist sie gar gewaltig
und vil stercker denn der Tod,
Welchs sich denn off und manchfaltig
inn merterern beweyst hat.

O Gott, hilff auff allen seyten,
steh uns bey mit deiner krafft,
Das wir auch auffrichtig streyten
und durchs glaubens Ritterschafft
Sampt allen gebenedeyten
erlangen ewig erbschafft.

O du Edler bronn der freuden,
der gnad und gerechtigkeyt,
Trenck uns hie und laß uns weyden
auff dem berg der heyligkeyt,
Und wenn wir von hinnen scheyden,
so tröst uns inn ewigkeyt!

Hilff, Gott, das wir hie auff erden
trewlich deinen willen thun,
Und in Heyligen geberden
darnach dort ewig zu lohn
Herrlich gekränt möchten werden
mit unvergencklicher kron. Amen.

Quelle

Böhmische Brüder – Von der Himelfart vnsers Herrn vnd Heilands Jhesu Christi

Innitatorium.

HAleluja! frew dich! Christenschar,
denn dein Heiland ist erhöhet wunderbar.

OPffert jm heut preis, lob vnd danck
mit frölichem gesang, haleluja!

Psalmus 47.

JUbiliert heut alle gemeine,
frolockt beid gros vnd kleine!
mit hertz vnd mund
rhümt Gottes werck alle stund!
Denn der Herr ist erhöhet seer herrlich,
herrscht vnd regiert mechtiglich,
ein König vnd Herr
im himel, erden vnd meer.
OPffert jm heut preis, lob vnd danck etc.

Er hat vns jm selbest erwelet,
vnter sein volck gezelet,
vnd in das Reich
Jacob gebracht all zu gleich,
Das wir weren sein erb vnd Eigenthum
nach seiner gnaden reichthum,
die vber vns blüht,
aus rechter lieb, trew vnd gut.
Haleluja, frew dich, Christenschar! etc.

Er ist mit jauchtzen auffgefaren,
vber all Engelscharen,
als Gottes Son
sich gesatzt auffs himels thron.
Drumb lobsingt jm, lobsingt klüglich mit ehrn,
rhümt vnd preist hoch vnsern Herrn,
der mit herrligkeit
geziert ist in ewigkeit!
Opffert jm heut preis, lob vnd danck etc.

Er sitzt nu auff seim heiligen stuel
vnd regiert stets recht vnd wol,
der heiden land
beherscht er mit starcker hand;
Er samlet jre Fürsten zu seim Heer
durch die krafft des Geists vnd ler,
bringt sie zur kindschafft
vnd heiligen gemeinschaft.
Haleluja, frew dich, Christenschar! etc.

Ehre sey dem Vater vnd dem Son,
datzu der dritten Person!
dem waren Gott
sey lob vnd preis fru vnd spat!
Gleich wie es war jmer von ewigkeit,
so werd auch jtzt vnd allzeit
sein höchster namen
herrlich gepreiset, amen!
Opffert jm heute preis, lob vnd danck etc.

Quelle

Böhmische Brüder – Lehrgesang

SIng heut vnd frew dich, Christenheyt,
lob Gott mit grosser innigkeyt,
Denn ein Heylandt ist dir gesandt,
der Jesus Christus wird genannt.

Der nimbt sich deines kommers an
vnd waget sein leben daran,
Nimpt auff sich deine missethat
das er dir hülff aus aller not.

Ey nimm jn auch mit freuden an
vnd trit frölich auf seine ban,
Würff all deine gerechtigkeyt
zun füssen seiner heyligkeyt.

Erkenn vor jm dein sünd vnd schuld
vnd bitt jn, das er dir auch wolt
Als ein heylandt vnd milter Gott
ableschen deine missethat.

Ergieb dich jm mit seel vnd leyb,
auff das er dir inn dein hertz schreyb
Sein new gesetz, da durch du jn
erkenst vnd habst inn deinem sihn.

Nim an sein wort vnd trewe leer:
das ist die recht vnd höchste ehr,
Die Gott der Herr von vns begert:
o selig, wer inn der gewert!

Der mag getrost vnd wol gemut
trotzen wider der Hellen glut
Vnd dancken Gott on vnterlaß
für seine gab vnd wolthat groß.

Ey, sintemal wir Christen sein,
so last vns nu alle gemeyn
Regieren hie nach dieser leer,
Gott vnsrem Herrn zu lob vnd ehr.

O Herre Gott, nu steh vns bey
mit deiner genad, vnd verley,
Das wir durch dich werden regiert,
dich loben in Heyliger zierd!

Quelle

Böhmische Brüder – Psalm 48. Magnus DOMINUS

GOtt wolln wir loben,
der mit edlen gaben
die Kirch, sein heilige Stad,
herrlich erbawet hat
Durch sein Geist und wort
an eim lieblichen ort,
an dem schönen berg Zion,
auff Christum, seinen Son!
Da sie kein trübsal verletzen kan,
sondern wechst und blühet fur jederman
schön und zart,
in wolfart,
in lieb und in einigkeit,
zu jrer seligkeit!In dieser Heubtstad
ist König der HERR Gott,
der sie schützt mit seiner hand,
ist darinn wol bekand,
Sihe, dargegen
theten sich offt legen
viel König mit frechem mut,
strebten nach jrem blut:
Aber, nu hört! im ersten anblick
entsetzten sie sich, fülten jr unglück,
sahen bald
Gottes gwalt
und wurden allsampt zaghafft
furs grossen Königs krafft!

Zittern und schmertzen,
angst und weh im hertzen
kam sie an in jrem leib
wie ein geberend weib!
Wurden geschlagen
mit plötzlichen plagen,
jr macht und trutz wart verkürtzt,
durch himlisch krafft gestürtzt!
Wie der ostwind die schiff umbkeret,
so auch der welt helden widerferet:
jr anschleg,
böse weg,
zurstört Gott mit starcker hand,
zurwirfft sie wie den sand!

Wie wir gehöret
von Vetern geleret,
das Gott sein Volck stets behüt
durch seine grosse güt,
Also wirs sehen
in gleichem fall gehen
hie an unsers Gottes Stad,
fur augen ist die that!
Denn Gott erhelt sie jtzt und allzeit,
befestigt drinn sein stuel in ewigkeit,
so viel mehr,
weil der Herr
nu selbst drein gezogen ist,
unser Herr Jhesus Christ!

Unser gemüte
tröst sich solcher güte
im mittel seiner Gemein,
da er wil ewig sein.
Gott, wie hoch dein Nam,
so hoch ist auch dein rhum,
dauon ein lieblicher schall
geht uber berg und thal!
Denn durch unser Heil gistu ans licht
deine gerechtigkeit und dein gericht,
du behütst
und beschützst
dein volck zu wasser und land,
das dein trew werd bekand!

Frew dich, o Zion,
deiner herrlichen kron!
denn Gott gibt dir sieg zur zier,
darinnen triumphier!
Macht euch umb Zion
und umbfahet sie schon,
jr sted Juda! schawt, wie fest
sie verwart ist auffs best!
Legt vleis an den baw ewrer Heubtstad,
das mans den nachkomen zu sagen hat,
denn es wird
jre zierd
in der welt weit ausgebreit,
kümt auff die Christenheit!

Nu, lieben Christen,
des solt jr euch trösten!
denn jr seid die nachkomen,
die Gemein der fromen,
Die Gott erwelet,
unter sein Volck zelet
und annimt zum Eigenthum:
o welch ein hoher rhum!
Fasset solche gnad tieff zu hertzen,
und bedenckt, mit was ewigen schetzen
wird geehrt
und vermehrt
die Kirch in der Christenheit
zur lieb und einigkeit!

Schawt da, welch wolthat,
allerley hülff und rat,
die dienst, Wort und Sacrament,
ein schönes regiment,
Sichere wonung,
gute zucht und ordnung,
da trewe Diener durchaus
wachen ob Gottes Haus!
Ja, da rast und wont selbs unser Gott,
der mechtigste König, HERR Zebaoth!
der thut uns
lieb und gunst
in dieser gnadreichen zeit
wol bis in ewigkeit!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer
Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“

Böhmische Brüder – Die Nacht ist kommen

Die Nacht ist komen,
drinn wir rugen sollen:
Gott walts zu frommen
nach seim wolgefallen,
Das wir uns legen
in seim gleit und segen
durch sein zupflegen!

Treib, Herr, von uns fern
die unreine Geister!
Halt die nachtwach gern,
sey selbs unser Schutzherr!
Schirm beid, leib und seel,
unter deine flügel,
send uns dein Engel!

Las uns einschlaffen
mit guden gedancken,
Frölich auffwachen
und von dir nicht wancken!
Las uns mit zuchten
unser thun und tichten
zu deim preis richten!

Pfleg auch der krancken
durch deinen Geliebten!
Hilff den gefangnen,
tröste die betrübten!
Pfleg auch der kinder,
sey selbs jr Fürmünder,
des Feinds neid hinder!

Vater, dein Name
werd von uns gepreiset!
Dein Reich zukome,
dein Will werd beweiset!
Frist unser Leben,
wollst die Schuld vergeben,
erlös uns, amen!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer
Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“

Böhmische Brüder – Zum Beschlus, nach dem Segen zusingen.

Ite benedicte et electi

DEr HERR, unser Schepffer und Gott,
der segne uns mit seiner gnad
Und behüt uns all zu gleich,
vermehr sein liebes Reich!

Der HERR, unser Gott und Heiland,
laß uber uns leuchten allsand
Sein heiliges angesicht,
sein gnad und Heiles liecht!

Der HERR Gott, der heilige Geist,
erheb uber uns allermeist
Sein angesicht voller güt
und geb uns seinen fried!

Uns segne der HERR unser Gott,
uns segne der Son durch seinn tod!
Segne des Geists gütigkeit
die gantze Christenheit!

GEht hin, die jr gebenedeit
und in Christo auserwelt seid!
Geht hin mit freuden in fried,
Er richt all ewer trit!

Gesegnet ist ewer ausgang,
gesegnet ist ewer eingang,
Gesegnet all ewer thun
durch Christum, Gottes Son!

Dersselb unser HERR und Heiland
für uns ein ins recht Vaterland
Zu lob und ehr seim Namen
in ewigkeit, amen!

Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“

Böhmische Brüder – Lob Gott getrost mit Singen

1. Lob Gott getrost mit Singen,
frohlock, du christlich Schar!
Dir soll es nicht misslingen,
Gott hilft dir immerdar.
Ob du gleich hier musst tragen
viel Widerwärtigkeit,
noch sollst du nicht verzagen;
er hilft aus allem Leid.

2. Dich hat er sich erkoren,
durch sein Wort auferbaut,
mit seinem Eid geschworen,
weil du ihm bist vertraut,
dass er sich lässet finden
in aller Angst und Not;
er wird auch überwinden,
die dich noch schmähn mit Spott.

3. Kann und mag auch verlassen
ein Mutter je ihr Kind
und also gar verstoßen,
dass es kein Gnad mehr findt?
Und ob sich’s möcht begeben,
dass sie so sehr abfiel:
Gott schwört bei seinem Leben,
er dich nicht lassen will.

4. Darum lass dich nicht schrecken,
o du christgläubge Schar!
Gott wird dir Hilf erwecken
und dein selbst nehmen wahr.
Hat er dich doch gezeichnet,
gegraben in sein Händ:
dein Nam stets vor ihm leuchtet,
dass er dir Hilfe send.

5. Gott solln wir fröhlich loben,
der sich aus großer Gnad
durch seine guten Gaben
uns kundgegeben hat.
Er wird uns auch erhalten
in Lieb und Einigkeit
und unser freundlich walten
hier und in Ewigkeit.

Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“

Böhmische Brüder – Gott sey uns gnädig und barmherzig

Gott sey uns gnädig und barmherzig
und geb‘ uns seinen göttlichen Segen.

Er lasse uns sein Antlitz leuchten,
daß wir auf Erden erkennen seine Wege.

Es segne uns Gott, unser Gott;
es segne uns Gott und geb‘ uns seinen Frieden.

Lob und Preis sey Gott dem Vater,
und dem sohn‘ und dem heiligen Geiste;

Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar,
und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen!

Geistlicher Liederschatz
Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“