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Kategorie: Müller Heinrich

Heinrich Müller – Hilff, Gott, das mir gelinge

Heinrich Müller – Hilff, Gott, das mir gelinge

Hilff, Gott, das mir gelinge,
du edler schöpffer mein,
Die silben reimen zwingen
zu lob den ehren dein!
Das ich mag frölich heben an
von deinem wort zu singen,
HERR, du wöllest mir beystan!

Ewig dein wort thut bleiben,
wie Esaias melt;
In seinem buch thut schreiben:
ehe würd vergehn die welt
Vnd was Gott selber je beschuff,
solt es alles verderben,
er thet kein widerruff.

Jhesus, das wort des Vaters,
ist komen in die welt
Mit grossen wunderthaten,
verkaufft vmb schnödes gelt
Durch Judas, seiner Jünger ein,
ward er in tod gegeben,
Jhesus, das lemmelein.

Nachdem sie hetten gessen,
vernembt, das Osterlamb,
Da thet er nicht vergessen,
das brod in seine hand nam,
Sprach: esset, das ist mein leichnam lind,
der für euch wird gegeben
zu vergebung ewer sund.

Reicht in auch dar zu trincken
in wein sein blut so rot:
Sein tod solt jr verkünden,
Paulus beschrieben hat:
Wer wirdig isst von diesem brod
vnd trincket von dem kelche,
wird nicht sehen den tod.

Jhesus wusch jn jr füsse
wol zu der selben stund,
Leret sie mit worten süsse
aus seinem Göttlichen mund:
Liebet einander alle zeit,
dabey wird man erkennen,
das jr mein Jünger seid.

Christus der HERR im garten,
da er gebetet hat,
Der Jüden thet er warten,
von jn gebunden hart,
Sie furten jn zum richter dar,
gegeisselt vnd gekrönet,
zum tod verurteilt ward.

Hoch an ein creutz gehangen,
der hoch geborne Fürst,
Nach uns thet jn verlangen,
darumb sprach er: mich dürst!
Vernim: nach vnser seligkeit,
darumb ein mensch geboren
von einer reinen magd.

Mit seinem heupt geneiget
er seinen geist auffgab,
Als vns Johannes zeiget,
er ward genomen ab
Vom creutz, ins grab ward er gelegt,
am dritten tag erstanden,
wie er vor het gesagt.

Vnd in den selben tagen
Jhesus sein Jünger lert,
Allein sein wort zu tragen,
predigen in aller welt:
Wer gleuben thut vnd wird getaufft,
der hat das ewig leben,
ist jm durch Christum erkaufft.

Lucas thut gar schön schreiben
von seiner himelfart,
Doch allweg bey vns bleiben,
wie er versprochen hat,
Vernim: durch sein Göttliches wort,
wider das kan nicht siegen
kein gewalt der hellen pfort.

Ein tröster thet er senden,
das war der heilig Geist,
Von Gott thet er sie lenden
in warheit allermeist.
Den selben wöl wir ruffen an,
der wird vns nicht verlassen
vnd vns trewlich beystan.

Recht last vns alle bitten
Christum für öberkeit,
Ob wir schon von jn lidten
gewalt, auch für all feind,
Das jn Gott wöll genedig sein:
dat Heinrich müller gesungen
in dem gefengnis sein.

Quelle