Waldis, Burcard – Psalm XIX. Coeli enarrant.

Waldis, Burcard – Psalm XIX. Coeli enarrant.

Quelle aller Waldis-Lieder: Der Psalter In NEwe Gesangs weise, und künstliche Reimen gebracht, durch Burcardum Waldis. Mit ieder Psalmen besondern Melodien und kurtzen Summarien.“ Am Ende: „Getruckt zu Franckfurt am Meyn, bei Christian Egenolff. Anno M.D.Liij. Im Mayen.“ 8°.

Lob und weissagung von herlicheyt des Euangelij in aller welt.

GOtt lob, daß uns ietz wirt verkundt
die Euangelisch lehre!
Himel und erdt mit vollem mundt
erzelen Gottes ehre
Bei tag und nacht mit grossem pracht
an allem ort auff erden,
Ein iede sprach gibts selber nach,
daß mög gepredigt werden
on hindern und geferden.

Die Apostolisch leer her bricht,
reycht biß an der welt ende;
Ir richtschnur hats dahin gericht,
laufft wie die Sonn behende,
Die sich entprent in Orient
und geht den Abend nider,
Mit jrem glantz erleuchtet gantz,
jr hitz erfrewets wider,
machts fromb, gerecht und bider.

So thut das Euangeli auch,
wanns die Seelen erquicket:
Wo sein zeugniß geht recht im brauch,
und mann sich fein drein schicket,
Machts weiß und klug mit gutem fug
die albern und elenden,
Erfrewt das hertz und brengts fürwertz,
erleucht an allen enden
all, die sich zu jm wenden.

Dann wer recht hat des HERREN forcht
der wirdt wol ewig bleiben
Und seinem heilgen Wort gehorcht,
welchs er jm läßt fürschreiben.
Das han wir hold besser dann gold,
gar süß wie honig schmecket,
Macht all sein knecht fromb und gerecht,
auch von dem todt erwecket,
mit gnad all sünd bedecket.

Der menschen fehl sind manigfalt,
die wölst uns, HERR, verzeihen!
Uns an der rechten leer erhalt,
und gnad darzu verleihen,
Von falschem rath und missethat
unschuldig mögen leben!
Laß gfallen dir Wort, Werck und bgir,
deinn segen da zu geben,
daß wir dich hoch erheben!

Wir dancken dir, Got vatter werdt,
und wölln dich immer loben,
Der du uns armen hie auff erd
gar reichlich thust begaben
Durch Jesum Christ, der selber ist
für unser sund gestorben
Und durch sein blut uns alln zu gut
den himel hat erworben,
sunst wern wir all verdorben.

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