Waldis, Burcard – Psalm L. Deus deorum dominus.

Waldis, Burcard – Psalm L. Deus deorum dominus.

Ein weissagung von der herrligkeyt des Euangelii.

GOtt rufft und schreit, sein stimm außbreyt,
auß Zion bricht herfür sein wort,
Und sagt, daß Er allein sei der,
der sein volck richt und hilfft jn fort!
Auß aller not, sünd, hell und todt
hilfft Er und ist ein trewer hort.

Wer heilig ist und rechter Christ,
derselb versteht Gotts willen wol,
Daß Er seinn bund auch alle stund
mehr dann das opffer achten sol,
Sein grechtigkeit wirt außgebreyt,
seinr gnad ist himl und erden vol.

Er spricht: „Schweig nu und hör mir zu!
meinn willen ich dir zeygen wil!
Dein opffer schwer ich nicht beger,
on glauben gilts vor mir nit vil!
Dein Got bin ich, da für halt mich,
laß mich dir helffen, halt du still!

Drumb nicht gedenck, daß ich geschenck
nem für die sünd und missethat!
Schaff, Ochs und Rindt und was man findt
mein hand selb alls erschaffen hat!
Vögel und thier ist alls vor mir,
lebt meiner hülff, beyd fru und spat!

Wanns ich nu wolt oder essen solt,
würd ich dich nicht drumb reden an!
Ist doch die erd und was sie bschwerdt
alls mein und muß sein wesen han
Von mir allein und findt sunst keinn,
der jm in nöten helffen kan!“

Drum opffer Got nach seim gebot
preiß, lob und ehr und sag jm danck,
In angst und not, Sünd, hell und todt,
so ruff jn an, wann dir wirt bang,
Dann hilfft er dir nach deim begir,
drumb preiß jn auch dein lebenlang!

Wer aber wil mit wercken vil
sich selbs von sünden machen frei,
Der lestert Got mit hon und spott,
als ob er gleich eim kaufman sei,
Das recht verkert und unrecht lert
und zeucht die Schrifft beim har hinbei.

Er haßt die zucht, des glaubens frucht,
veracht Gots wort und wirffts zu rück:
Siht Er einn dieb, so ists jm lieb,
heimlich braucht er Ehebrechers stück,
Sein zung gern leugt, die leut betreugt,
braucht nichts denn eitel falsche tück.

Das darff er thun und ist so kun
und denckt, Gott söll es straffen nicht,
So Er doch hat mit zorn und gnad
all ding zu urteyln sich verpflicht:
Wer gots vergißt, sich selb vermißt,
der wirt auch Ewig hin gericht.

Drumb ist kein weg, kein straß, kein steg,
kein opffer, da man Got mit preißt,
Dann daß sein wort, der gnaden hort,
angnommen und daß man sichs fleißt;
Danck jm allzeit in lieb und leyd,
der glaub wirt mit der that beweist!

Dran uns erhalt durch deinn gewalt,
der du uns all erschaffen hast
Und durch deinn Son, der gnaden thron,
erlöset von der sünden last!
Dein Heilger geyst uns alln geleyst,
daß wir dort Ewig sein dein gäst!

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