Waldis, Burcard – Psalm CXXI.

Waldis, Burcard – Psalm CXXI.

Ein Trostpsalm, daß Gott gnädiglich in aller Noth erhalten und die auf ihn hoffen, trösten wolle.

1553

Wann ich in Angst und Nöthen bin
Und all mein Trost ist gar dahin,
So heb ich auf mein Augen hoch
Zum Herrn umb Hilf und denk ihm nach,
Und wart, bis mir geholfen werd
Von dem Gott Himmels und der ERd.

Er hält mich auf der rechten Bahn,
Und wird mein Fuß nicht gleiten lan.
Der Herr ists, der mich selbst behüt,
Ob gleich der Feind trutzt, tobt und wüth.
Der Israel schützt und vertritt,
Der wacht allzeit und schlummert nit.

Ob dich des Tags die Sonne sticht,
Der kalte Mon des Nachts anficht,
Doch kommt des Herren Hilf zu Hand,
Hält über deiner rechten Hand
Mit seinem Schatten Hilf und Hut,
Daß dir kein Unglück schaden thut.

Zum Schutz ist stets der Herr bereit
Vor allem Uebel alle Zeit;
Den Trost verzeucht er nicht zu lang,
Behüt dein Ausgang und Eingang,
Hilft dir zuletzt aus allem Leid
Von nun an bis in Ewigkeit.

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