unbekannt – Der Hymnus vom Nachtmal

unbekannt – Der Hymnus vom Nachtmal

WIr dancksagen dir, Herr Got der eeren,
der du uns alle thust erneren,
Du gibst uns vom himmel die speyse,
darinn wir dich, Herr, ewig preyse,
Durch Christi sterben
hayl erwerben,
das wir nit ewigklich verderben.

Da war das waytzen kornlin gemalen,
das unser sünde thet bezalen,
Da war dz ware brot gebrochen,
dauon die Propheten hond gesprochen,
Das brot zum leben
ward uns gegeben,
da Christus an dem Creütz thet schweben.

Aller menigklich mit zutaylen
so under des creütz thund eylen,
Nach seinem willen hie auff erden
jm gleych förmig möchten werden,
Mit unserm leiden
in dem Herren
des vatters reych thun erwerben.

Also jr die speyß vernemmen,
den gayst Christi darbey erkennen,
Die menschait Christi müst hie sterben,
solt er uns hail vom vatter erwerben,
Das er beweyset
damit er speyset,
darumb er ewig wirt gepreyset.

Das brot gab er in der Figure,
die menschen leben in nature,
Darbey sol man sy underweysen,
da sey im gayst die ware speyse,
Den todt des Herren
soll man erkleren,
den leyb Christi underschidlich leeren.

Darumb hat er das brot gebrochen
und hat nämlich darbey gesprochen:
So offt jr hie das werdet essen,
solt jr meins sterbens nit vergessen,
Ir sollt gedencken,
was ich euch schencke,
darumb man mich anß creütz thet hencken.

Also yßt man den leyb des Herren,
wenn wir vom hailgen gayst thund lernen
Gott warhafftigklich erkennen,
Götliche lieb soll in uns brennen,
Die macht uns zu reben,
der gayst gibts leben:
also wirt uns der leib Christi gegeben.

Quelle: Quelle in der Glaubensstimme

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