Thomas Blaurer – Der XXVI. Psalm Heb.

Thomas Blaurer – Der XXVI. Psalm Heb.

Judica me domine rc.

RIcht mich, das ichs mög lyden,
nach miner einfalt, Herr!
All sünd wolt ich gern myden,
wandlen in diner ler.
Gott mag ichs wol vertruwen,
mich sicher auff jn lon,
Mein sachen auff jn buwen,
hat mich noch nie geruwen,
so mag ich allweg bston.

Prüff vnd ersuch min nieren,
probier mit fhür min hertz!
Laß dich an mir nichts irren,
es ist umb keinen schertz.
Din warheit vnnd din güte
nimm ich für mich allein,
Dahin richt ich min gmüte
zuwider dem geblüte
in allem minem thun.

Ich wölt nit gern zuhuse
by losen lüten syn,
Die läbend in dem suse
mit pracht vnnd ytelm schyn;
Vil minder by den lüsern
möcht ich mich finden lon,
Die frässend dwitwen hüser,
heimlich vnd tückisch müser
imm Euangelion.

Wie seer hassz ich die kirchen
falsch gnanntes geistlichs stands
Der leyen vnd der Clerchen,
ich mein des Bapstes brands
Vnnd all, die jr thun vnnd dencken
ouch jrn gottlosen mund
Verblümend schon mit rencken,
wil sich ddoch gar nit lencken,
es hat ouch keinen grund.

By jnn mocht ich nit blyben,
wo ich mich sunst hin lend,
Vnnd soltens mich vertryben,
mit vnschuld wäsch ich dhend.
Vmb dinen altar, Herre,
ringswyß gon ich herumb,
Dem wird ich nit syn verre,
des crütz ich mich nit sperre,
biß das ich zu dir kumb.

Da wil ich erst vernemen
dz danckbar lobgesang,
Des ich mich nit wird bschenem
zum end von anefang,
Ja selbst syn ein verkünder
der hochberümpten that,
Vnd aller diner wunder,
die vns din Sun in sunder,
Christus, bewisen hat.

Din huß vnnd hofstatt schone,
da ich din wonung hatt,
Din tabernackel frone,
da man din Eer begat,
Die selbig stett vnnd orte
lieb ich von hertzen grund,
Sy stond in dinem worte,
biß ist allein min horte,
wie es gadt vß dim mund.

Darumb welst nit vfheben
vnd lassen durhin gon
Min seel, ouch lyb vnnd läben
das es der sünder lon
Empfach mit sampt den hunden
der blutdurstigen rott,
Din marter vnnd din wunden,
alls, was an dir wirt funden,
das lestern sy mit spott.

Zu säld vnnd ouch dahinden,
imm wollust vnnd am stryt,
Mit fründen vnd mit synden,
es sey nach oder wyt,
Thut sy die blutsucht tryben,
die Herren vnd die knecht,
Vor jnn mag nieman blyben,
all die wend sy entlyben,
wär nit spricht: Ir habt recht.

Kein mißthat jren henden
ist zegroß noch zeschwär,
Das gält mag sy verblenden,
als ob es wolthon wär,
Sich lassen zu bestechen
ist vol jr grechte hand,
Gricht, recht, frid sy zerbrechen,
mit heschen vnnd mit zechen
regierends lüt vnd land.

Wie sol dann ich mich schlöuffen
vß sölchem boch vnnd zwang
In disen gschwinden löuffen?
es wil mir doch sin zlang!
Din gnad, Herr, laß ich walten,
dann ich fort wie bißhar
On arglist vnd haar spalten,
das ich mich din mög halten,
in einfalt ynher far.

Min fuß soll nit abwychen,
er stadt vff rechter ban.
Hochmut, wituz vnd derglychen
macht irrthumb vnd bringt span:
Des wird ich syn vertragen,
so ich von dir allein
Lob, EEr vnd pryß wird sagen
on alle forcht vnd zagen
imb raat vnd gantzer gmein.

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