Tersteegen, Gerhard – Geht, ihr Streiter

Tersteegen, Gerhard – Geht, ihr Streiter

1. Geht, ihr Streiter,
Immer weiter
Durchs Verleugnen zum Genuß!
Auserkorne,
Hochgeborne,
Standsgemäß man wandeln muss.
Wenn ihr Jesu Braut wollt werden,
Werft den Kindern dieser Erden
Ihren armen Dreck zu Fuß!

2. Wir verlachen
Eure Sachen,
Stoßen weg, was ihr begehrt;
Euer Schönes,
Dies und jenes,
Achten wir nicht sehenswert;
Euer Herrlich, Groß und Wichtig
Ist für uns zu schlecht und nichtig;
Euer Ballast uns beschwert.

3. Geld und Güter
Der Gemüter
Goldne Strick‘ und Fesseln sind;
Lobt und schmeichelt,
Bückt und heuchelt
Lästert auch, es ist nur Wind;
Süßes Gift sind eure Lüste,
Auf dem Staats- und Ehr’ngerüste
Man nur glänzend Elend find’t.

4. Unser Sehnen,
Unsre Tränen
Trösten mehr als eure Freud‘;
Könnt’t ihr sehen
Und verstehen
Die verborgne Seligkeit,
Ihr würd’t eurem Kram entlaufen
Und mit dem verschmähten Haufen
Wandern nackt zur Ewigkeit.

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