Hermann, Nikolaus – Lobt Gott, ihr Christen, freuet euch

1.) Lobt Gott, ihr Christen, freuet euch,
Es kam von seinem Thron,
Zu gründen unter uns sein Reich,
Herab des Höchsten Sohn.

2.) Er kam nach seines Vaters Rat
Mit Heil uns zu erfreun
Und uns ein Führer auf dem Pfad
Zur Ewigkeit zu sein.

3.) Er kam, durch seiner Wahrheit Macht
Zu Gott uns hinzuziehn.
Vor seinem Lichte muss die Nacht
Des Aberglaubens fliehn.

4.) Er lehrt uns jedes Unrecht scheun
Und gibt uns Kraft dazu.
Er schenket uns, wenn wir’s bereun,
Begnadigung und Ruh‘.

5.) Er bringt den Trost der bessern Welt
Vom Himmel uns herab.
Nun schreckt, wenn unsre Hütte fällt
Den frommen Geist kein Grab.

6.) Eröffnet ist uns nun die Tür
Zu seinem Himmelsreich.
O Christen, wie beglückt sind wir.
Lobt Gott, und freuet euch.

unbekannt – Täglich will ich dich loben

3. Jahrhundert

Täglich will ich dich loben,
Und deinen Namen preisen in Ewigkeit,
Ja bis in alle Ewigkeit.
Würdige uns, Herr, auch diesen Tag
Uns frey von Sünden zu bewahren.
Sey gelobt, Herr, Gott unsrer Väter,
Und gepriesen und verherrlicht sey dein Name ewig. Amen.
Sey gelobt, Herr, lehre mich deine Rechte.
Herr, du bist unsre Zuflucht für und für.
Ich sprach: Herr, erbarm dich mein!
Heile meine Seele, denn an dir hab‘ ich gesündigt.
Herr, zu dir fliehe ich.
Lehre mich thun deinen Willen, denn du ibst mein Gott.
Des Lebens Quelle ist bey dir,
In deinem Lichte sehen wir das Licht.
Verbreite deine Gnade über alle, die dich kennen.

unbekannt – All ehr und lob sol Gottes sein

Gloria in excelsis deo

All ehr und lob sol Gottes sein,
er ist und heist der höchst allein.
Sein zorn auf erden hab ein end,
sein frid und gnad sich zu uns wend.
Den menschen das gefalle wol,
dafür man hertzlich dancken sol.
Ah lieber Gott, dich loben wir
und preisen dich mit gantzer gir,
Auch kniend wir anbeten dich,
dein ehr wir rhümen stetiglich.
Wir dancken dir zu aller zeit
umb deine grosse herrligkeit.
HERR Gott, im himel künig du bist,
ein Vater, der allmechtig ist.
Du Gottes Son vom Vater bist,
einig geborn, HERR Jhesu Christ.
HERR Got, du zartes Gottes lamb,
ein Son aus Gott des Vaters stam,
Der du der welt sund tregst allein,
wolst uns gnedig barmhertzig sein!
Der du der welt sund tregst allein,
las dir unser bitt gefellig sein!
Der du gleich sitzst dem Vater dein,
wolst uns gnedig barmhertzig sein!
Du bist und bleibst heilig allein,
uber alles der HERR allein.
Der aller höchst allein du bist,
du lieber Heiland Jhesu Christ,
Sampt dem Vater und heilgem Geist,
in Göttlicher Maiestet gleich.
Amen, das ist gewislich war,
das bekent aller Engel schar
Und alle welt so weit und breit,
von anfang bis in ewigkeit. AMEN.

Böhme, David – Herr Jesu Christe, Gottes Sohn

Herr Jesu Christe, Gottes Sohn,
der du vom hohen Himmelsthron
herab bist kommen in die Welt,
und uns zu gut dich eingestellt.

Wir danken dir mit Herz und Mund
demüthiglich zu aller Stund,
daß du uns schenkest zum Erbtheil
durch dein Zukunft das ewge Heil.

Wir bitten dich, o treuer Herr,
weil nun das End nicht mehr ist fern,
du wollest uns zu Gnaden dein
dir laßen stets befohlen sein.

Hilf, daß wir leben würdiglich,
und in dir sterben seliglich;
daß wir lieben und loben dich
hier zeitlich und dort ewiglich.

Geistliche Lieder

Krummacher, Friedrich Adolf der Ältere – Lobt den Herrn!

Lobt den Herrn! Er ist die Liebe,
Er verläßt die Seinen nicht.
Blickt auch unser Auge trübe,
Freundlich strahlt sein Angesicht.

Lobt den Herrn! Er ist voll Milde!
Nach des Wetters schwüler Nacht
Glänzen schöner die Gefilde
Und des Regenbogens Pracht!

Lobt den Herrn! Von seinem Regen
Duftet lieblicher die Au,
Und erfüllt von seinem Segen
Steht gebückt die Blum‘ im Thau!

Lobt den Herrn! Auch wenn wir weinen,
Siehet uns sein Angesicht.
Er verlässet nicht die Seinen;
Vater! du verläß’st uns nicht.

Lobt den Herrn! Es fallen Thränen
Auf des Erdenpilgers Pfad!
Aber unter stillem Sehnen
Reift des Himmels ew’ge Saat!

Rambach – Anthologie christlicher Gesänge aus allen Jahrhunderten der Kirche

Tersteegen, Gerhard – Jauchzet, ihr Himmel!

1. Jauchzet, ihr Himmel! Frohlocket, ihr englischen Chöre,
singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehre!
Sehet doch da:
Gott will so freundlich und nah
zu den Verlornen sich kehren.

2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden!
Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden.
Friede und Freud
wird uns verkündiget heut;
freuet euch, Hirten und Herden!

3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget;
sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget!
Gott wird ein Kind,
träget und hebet die Sünd;
alles anbetet und schweiget.

4. Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen?
Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen.
Gehet hinein,
macht euch dem Kinde gemein,
die ihr zum Vater wollt gehen.

5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken?
Du willst dich selber, dein Herze der Liebe, mir schenken.
Sollt nicht mein Sinn
innigst sich freuen darin
und sich in Demut versenken?

6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde,
dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde:
du sollst es sein,
den ich erwähle allein;
ewig entsag ich der Sünde.

7. Süßer Immanuel, werd auch geboren inwendig,
komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger elendig!
Wohne in mir,
mach mich ganz eines mit dir,
und mich belebe beständig.

8. Menschenfreund Jesu! dich lieb‘ ich, dich will ich erheben;
laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur leben;
gieb mir auch bald,
Jesu, die Kindesgestalt,
an dir alleine zu kleben.

Wagner, Georg – Hilf uns, herzliebster Vater

Den Vater woll’n wir loben,
der uns erlöset hat
im Himmel hoch dort droben
durch seines Sohnes Tod.
Welchen er hat gegeben
zu versöhnen unsre Sünd‘,
daß wir im Glauben leben
als sein gehorsam Kind.

Im Sohn hat er uns g’lassen
ein Vorbild, merket wie,
daß wir auch solcher maßen
geduldig leiden sie.
Ihm die Schmach helfen tragen,
wie uns die Schrift beweist,
zu’n Hebräern tut sagen
durch den Heiligen Geist.

Er red’t mit sanften Worten,
demütig und gesund,
daß wir an allen Orten
ihn bekennen mit dem Mund.
So sind wir rechte Erben
des Sohn’s vom Himmelreich,
so wir mit Christo sterben
und sein’m Tod werden gleich.

Wer Gottes Wort recht fasset
und in dem Herzen glaubt,
all Sünd und Bosheit hasset,
der ist dem Raub erlaubt;
die Wahrheit muß g’fangen liegen,
dazu werden verjagt.
Jesajas hat’s geschrieben,
Gott hat mir’s selbst gesagt.

So wir um Christi willen
Allhier gefangen sein,
den G’horsam tun erfüllen
als seinee Kinder fein;
Er spricht: Acht‘ nicht geringe,
mein Kind, des Vaters Zucht,
und bleib in dem Gedinge,
als ich dich heimgesucht.

Ganz lieblich sind die Worte,
die Christus reden tut.
Schaut, daß ihr’s wohl bewahret,
sie stärken uns den Mut.
Ueb’r uns so freundlich wachet,
steht uns in Trübsal bei,
drum sehet, daß ihr wachet
und niemand schläfrig sei.

Das Kleinod ist gestecket,
seht, wie ihr’s bekommen mögt!
Lebet hier unbeflecket
und werdet nicht bewegt,
sondern tut richtig laufen,
daß ihr’s erlangen könnt,
daß wir es nicht verschlafen,
seid wacker, liebe Freund‘!

Hilf uns, herzliebster Vater,
der du uns hast erwählt,
in aller Pein und Marter!
Die Welt uns g’fangen hält.
Gib, daß wir mögen siegen
wohl durch des Lämmleins Blut,
daß wir nicht unterliegen,
halt uns, o Herr, in Hut.

So wird er uns erheben
in der herrlichen Freud,
die er aufdecket eben
wohl zu der letzten Zeit.
Wenn er ganz wundersame
seine Heil’gen sammeln wird,
dann werden wir zum Lamme
in unsre Heimat g’führt.

Von Herzen tu ich grüßen,
all die in Gott bestehn.
Laßt jedermann genießen,
die Christum lieben tun.
Gott, der uns hat gegeben,
das Pfand, den Heil’gen Geist,
nach seinem Will’n zu leben,
der sei ewig gepreist.

Wer mit mir will zum Herren,
der mag kommen hernach,
es ist ja mein Begehren,
drum trag ich die Schmach.
Wiewohl ich nicht drum hoffe,
ihr‘ Herrlichkeit ist’s nicht wert
Christus ist vorgelaufen,
der hat’s uns all’s gelehrt.



Weisse, Michael – Den Vater dort oben

1. Den Vater dort oben
wöllen wir nu loben,
Der uns als ein milter Gott
gnedigklich gespeyst hat,
Und Christum, seinen Son,
durch welchen der segen kompt
vom aller höchsten thron!

2. Sprechend inn der warheyt:
dir sey preyß und klarheyt,
Dancksagung und herrligkeyt,
o Gott, von ewigkeyt.
Der du dich erweyset
und uns heut mit deiner gab
leyblich hast gespeyset!

3. Nimm an diß danckopffer,
o Vater und schöpffer,
Welchs wir deinem Namen thun
inn Christo, deinem Son!
O laß dirs gefallen
und jn mit seinem verdienst
zalen für uns alle!

4. Denn nichts ist zu melden,
das dir möcht vergelten
Aller gnad und gütigkeyt,
erzeigt unsrer schwachheyt:
Eu, wie mag auff erden,
weil alles dein eygen ist,
dir vergolten werden!

5. O nimm an unsern danck
sampt diesem lobgesang,
Und vergib, was noch gebricht
zu thun bey unsrer pflicht!
O mach uns dir eben,
das wir hie inn deiner gnad
und dort ewig leben! Amen.

Weiße, Michael – Lob sei dem allmächtigen Gott

1. Lob sei dem allmächtigen Gott,
Der unser sich erbarmet hat,
Gesandt sein allerliebsten Sohn,
Aus ihm geborn im höchsten Thron,

2. Auf daß er unser Heiland würd,
Uns freiet von der Sündenbürd
Und durch sein Gnade und Wahrheit
Führet zur ewigen Klarheit.

3. O große Gnad und Gütigkeit,
O tiefe Lieb und Mildigkeit,
Gott tut ein Werk, des ihm kein Mann,
Auch kein Engel verdanken kann.

4. Gott nimmt an sich unsre Natur,
Der Schöpfer aller Kreatur,
Er veracht nicht ein armes Weib,
Mensch zu werden in ihrem Leib.

5. Des Vaters Wort von Ewigkeit
Wird Fleisch in aller Reinigkeit,
Das A und O, Anfang und End
Gibt sich für uns in groß Elend.

6. Was ist der Mensch, was ist sein Tun,
Daß Gott für ihn gibt seinen Sohn?
Was darf unser das höchste Gut,
Daß es so unserthalben tut?

7. O weh dem Volk, das dich veracht,
Der Gnad sich nicht teilhaftig macht,
Nicht hören will des Sohnes Stimm,
Denn auf ihm bleibet Gottes Grimm.

8. O Mensch, wie, daß du nicht verstehst
Und dem König entgegen gehst,
Der dir so ganz demütig kommt
Und sich dein so treulich annimmt?

9. Ei, nimm ihm heut mit Freuden an,
Bereit ihm deines Herzens Bahn,
Auf daß er komm in dein Gemüt
Und du genießest seiner Güt.

10. Unterwirf ihm deine Vernunft
In deiner gnadreichen Zukunft,
Untergib seiner Heiligkeit
Die Werk deiner Gerechtigkeit.

11. Wo du dies tust, so ist er dein,
Bewahrt dich für der Höllenpein;
Wo nicht, so sieh dich eben für,
Denn er schleußt dir des Himmels Tür.

12. Sein erste Zukunft in die Welt
Ist in sanftmütiger Gestalt,
Die ander wird erschrecklich sein,
Den Gottlosen zu großer Pein.

13. Die aber jetzt in Christo stehn,
Werden alsdann zur Freud eingehn
Und besitzen der Engel Chör,
Daß sie kein übel mehr berühr.

14. Dem Vater in dem höchsten Thron
Samt seinem eingebornen Sohn,
Dem Heiligen Geist gleicherweis
Sei in Ewigkeit Dank und Preis.

Zinzendorf, Nikolaus von – Jauchzet, ihr Himmel

1. Jauchzet, ihr Himmel,
Frohlocket ihr Engel in Chören;
Singet dem Herren,
Dem Heiland der Menschen, zu Ehren.
Sehet doch da:
Gott will so freundlich und nah
Zu den Verlornen sich kehren.

2. Jauchzet, ihr Himmel,
Frohlocket ihr Enden der Erden;
Gott und der Sünder,
Sie sollen zu Freunden nun werden.
Friede und Freud
Wird uns verkündiget heut.
Freuet euch, Hirten und Herden

3. Sehet dies Wunder,
Wie tief sich der Höchste hier beuget.
Sehet die Liebe,
Die endlich als Liebe sich zeiget.
Gott wird ein Kind,
Träget und hebet die Sünd.
Alles anbetet und schweiget.

4. Gott ist im Fleische;
Wer kann dies Geheimnis verstehen?
Hier ist die Pforte
Des Lebens nun offen zu sehen.
Gehet hinein,
Eins mit dem Kinde zu sein,
Die ihr zum Vater wollt gehen!

5. Treuer Immanuel,
Wird auch in mir nun geboren.
Komm doch mein Heiland,
Denn ohne dich bin ich verloren.
Wohne in mir,
Mache mich eins nun mit dir,
Der mich zum Leben erkoren.