Ludwig Andreas Gotter – Herr Jesu, Gnadensonne

1) Herr Jesu, Gnadensonne,
Wahrhaftes Lebenslicht,
Laß Leben, Licht und Wonne
Mein blödes Angesicht
Nach deiner Gnad erfreuen
Und meinen Geist erneuen,
Mein Gott, versag mirs nicht.

2) Vergib mir meine Sünden,
Und wirf sie hinter dich,
Laß allen Zorn verschwinden,
Und hilf genädiglich;
Laß deine Friedensgaben
Mein armes Herze laben.
Ach Herr, erhöre mich.

3) Vertreib aus meiner Seelen
Den alten Adamssinn,
Und laß mich dich erwählen,
Auf daß ich mich forthin
Zu deinem Dienst ergebe
Und dir zu Ehren lebe,
Weil ich erlöset bin.

4) Befördre dein Erkenntnis
In mir, mein Seelenhort,
Und öffne mein Verständnis
Durch dein heiliges Wort,
Damit ich an dich gläube
Und in der Wahrheit bleibe
Zu Trotz der Höllenpfort.

5) Tränk mich an deinen Brüsten,
Und kreuzge mein Begier
Samt allen bösen Lüsten,
Auf daß ich für und für
Der Sündenwelt absterbe
Und nach dem Fleisch verderbe,
Hingegen leb in dir.

6) Ach zünde deine Liebe
In meiner Seelen an,
Daß ich aus innerm Triebe
Dich ewig lieben kann
Und dir zum Wohlgefallen
Beständig möge wallen
Auf rechter Lebensbahn.

7) Nun, Herr, verleih mir Stärke,
Verleih mir Kraft und Mut,
Denn das sind Gnadenwerke,
Die dein Geist schafft und tut;
Hingegen meine Sinnen,
Mein Lassen und Beginnen
Ist böse und nicht gut.

8) Darum, du Gott der Gnaden,
Du Vater aller Treu,
Wend allen Seelenschaden,
Und mach mich täglich neu,
Gib, daß ich deinen Willen
Stets suche zu erfüllen,
Und steh mir kräftig bei.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Guter Seelenhirt

1.) Guter Seelenhirt,
Meine Seele wird
Über deine Hirtentreue,
Die so groß ist, heut auf’s Neue
Seliglich erquickt,
Da sie dich erblickt.

2.) Da sie dich erblickt,
Wird sie sanft erquickt,
Dass du, guter Hirt, dein Leben
Für die Schafe dargegeben
Und dein eigen Gut
Selbst erkauft mit Blut.

3.) Selbst erkauft mit Blut
Hast du dieses Gut
Und dem Feind es abgenommen,
Der es dir zu rauben kommen,
Darum ist es dein,
Eigen und allein.

4.) Eigen und allein
Ist die Herde dein
Und du kennest deinen Samen,
Aller deiner Schäflein Namen
Sind in deiner Hand
Und dir wohl bekannt.

5.) Wie sie dir bekannt,
Ist auch deine Hand,
Herz und Namen ihnen kenntlich,
Deine Stimme wohl verständlich
Und sie folgen dir
Willig mit Begier.

6.) Willig mit Begier
Lassen sie von dir
Sich durch’s Hirtenwort regieren,
Leiten und zusammenführen,
Bis zuletzt ein Hirt,
Eine Herde wird.

7.) Bis dass dieses wird,
Treuer Seelenhirt,
Wollst du den zerstreuten Herden
Treue Diener auf der Erden
Geben immerhin
Nur nach deinem Sinn.

8.) Nur nach deinem Sinn
Schaffe weiterhin,
Dass sowohl die Hirten handeln,
Als auch deine Schafe wandeln
Und dass dir getreu
Hirt und Herde sei.

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Eins ist Not, wer hat dies eine

1.) Eins ist Not, wer hat dies eine,
Der allein, der Jesum hat.
Jesum haben, macht alleine
Selig, fröhlich, ruhig, satt.
Wer Jesum erwählet, hat alles erkoren,
Wer Jesum verlieret, hat alles verloren.
Doch findet ihn wieder, wer suchet mit Fleiß,
Und wer ihn behält, der behält auch den Preis.

2.) Herzens-Jesu, leit und führe
Du mich selber bei der Hand!
Dass ich dich nur nicht verliere
Auf dem Weg ins Vaterland.
Hilf, dass ich mich von dir nicht achtlos entferne
In eitler Gesellschaft vergisst man sich gerne.
Gewohnheit macht, dass bald der Eifer entweicht,
Bei unnützen Worten verliert man sich leicht.

3.) Gib, dass ich gleich auf dem Fuße,
Weil es heut heißt, wiederkehr!
Und dich such in wahrer Buße,
Wenn ich etwa dich verlör.
Hilf, dass ich dich suche mit reuenden Schmerzen,
Mit einem geängstet bekümmerten Herzen,
Mit Seufzen und Flehen bei Tag und bei Nacht,
So wie es Maria und Josef gemacht.

4.) Stärke meinen schwachen Glauben,
Dass ich dich recht feste fass.
Dass ich dich mir nicht mehr rauben,
Noch dich aus den Augen lass!
Dass ich dich auf ewig ins Herze mir präge,
Dein Wort in demselben behalt und erwäge,
Dass solches mir Kräfte zum Wachstum dabei
An Alter und Weisheit und Gnade verleih!

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Mein Sterben ist ein Gang zum Leben

1.) Mein Sterben ist ein Gang zum Leben,
Ein Gang dahin, woher ich bin.
Die Welt mag vor dem Tod erbeben:
Mich schreckt er nicht, ich weiß, wohin,
Ich weiß, dass er mich dahin bring,
Wohin mein Heiland sterbend ging.

2.) Ich weiß, dass Gott auch mir zu Liebe
Den Sohn in diese Welt gesandt.
Dass ich auch nicht zurücke bliebe,
Zurücke von dem Vaterland,
Das ohne Jesum nimmermehr
Mein Vaterland geworden wär‘.

3.) Er, weiß ich, hat durch Blut und Wunden,
Durch schweren Todeskampf die Bahn,
Die Wege zu dem Leben funden.
Er ging auch selber mir voran
Und sandte mir den Heil’gen Geist,
Der auch im Tod ein Tröster heißt.

4.) Wer will den Trost im Tod mir rauben,
Den dieses Trösters Mund mir spricht?
er selbst versiegelt meinen Glauben,
So komm ich gar nicht in’s Gericht.
Er zieht mir an das Ehrenkleid
Der Unschuld und Gerechtigkeit.

5.) Des Satans Recht ist ganz vernichtet.
Mein Lebensrecht ist offenbar.
Der Fürst der Welt wird nun gerichtet
und mit ihm, was ihm dienstbar war.
Für mich ist lauter Seligkeit
Von Jesu Christo dort bereit’t.

6.) Was wir davon hienieden wissen,
Ist wenig und doch lässt der Geist
Uns einen Vorschmack oft genießen
Von dem, was noch zukünftig heißt.
Er nimmt’s aus Jesu reicher Füll‘
Und reicht es dar, wie Jesus will.

7.) So lass dir denn an meinem Ende,
Herr, meinen Geist befohlen sein!
Nimm, Jesu, mich in deine Hände!
Sprich, Heil’ger Geist, den Trost mir ein.
Dass ich so wahr zum Vater geh,
Als Jesus ihm zur Rechten steh‘.

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Ich halte meinem Jesu still

1.) Ich halte meinem Jesu still:
Er kann mir helfen, wenn er will.
Er sprach kein Wort, das nicht geschah.
Wenn er gebeut, so steht es da.

2.) Sein Nam‘ ist eine Gotteskraft,
Die allen Menschen Heil verschafft.
Sobald der Glaub‘ den Namen nennt,
Hat alles Übel gleich ein End‘.

3.) Der Glaube, der die Kraft versteht,
Die aus von Christo Jesu geht
Und hält der Gnade sich nicht wert,
Dass Jesus in sein Haus einkehrt,

4.) Der wahre Herzensdemut übt
Und seinen Nächsten treulich liebt,
Der stets mit Hilfe bei ihm weilt
und bettelnd hin zu Jesus eilt,

5.) Ein solcher Glaub‘ kann Wunder tun.
Ja, alles wird in einem Nun
Erfüllt, gewährt und ihm erlaubt,
Wie er gebeten und geglaubt.

6.) Herr Jesu, ach verlass mich nicht!
Stärk‘ meines Glaubens Zuversicht
Durch deines Jesus-Namens Macht,
Bis du mich heim zu dir gebracht.

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Erschalle, muntrer Freudenton

1.) Erschalle, muntrer Freudenton,
Hoch, dass man’s oben hört,
Wohin der Gott und Menschensohn
Heut‘ triumphierend fährt.

2.) Die Heil’gen singen seinen Sieg,
Es singt der Engel Heer,
Ihm, der den höchsten Thron bestieg,
Preis, Herrlichkeit und Ehr‘.

3.) Ihm, der des Feindes Waffen stumpf
Und ihn zum Spott gemacht
Und ihn geführet im Triumph,
Da er den Sieg vollbracht.

4.) Da er mit starker, mächt’ger Hand
Der Hölle Schloss zerschmiss,
Gefängnis, Ketten, Strick‘ und Band
In Stücke schlug und riss.

5.) Ihm, der für alle diese Tat,
Als er zum Vater ging,
Nur Gaben für die Menschen hat
Und auch für sie empfing.

6.) Ihm, der sanftmütig wie ein Lamm
Hier seinen Lauf vollführt
Und wiederum mit Feu’r und Flamm‘
Als Richter kommen wird.

7.) Herr Jesu, Herr der Herrlichkeit,
Sieh uns in Gnaden an,
Dass uns nicht Satans List und Neid
Zur Hölle stürzen kann.

8.) Dass, wenn du kommest zum Gericht
Mit Flammen aus der Höh‘
Und alles stellest in das Licht,
Uns ewig wohl gescheh‘!

9.) Das helf uns aus Barmherzigkeit,
Gott Vater, Sohn und Geist,
Gott, der regiert in Ewigkeit
Und dreimal heilig heißt!

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Jesu, du allein sollst mein Führer sein

1.) Jesu, du allein
Sollst mein Führer sein
Zeige mir selbst deine Wege,
Deiner Wahrheit schmale Stege;
Deiner Wahrheit Grund
Ist Dein Wort und Bund.

2.) Gründe, Herr, dabei,
Stete Furcht und Scheu
In mir und in meiner Seelen,
Deinen Weg nicht zu verfehlen!
Deine Furcht bewahr
Mich vor der Gefahr!

3.) Weil du kommen bist,
Was verirret ist,
Wiederum zurecht zu führen
Und kein Schäflein zu verlieren,
Darum fleht Dein Knecht:
Führe mich zurecht!

4.) Guter, treuer Hirt!
Ich bin ganz verirrt,
Ein verlornes Schaf auf Erden,
Führe mich zu Deinen Herden,
Führe mich dahin,
Wo ich bei Dir bin!

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Mein Jesus nimmt die Sünder an

1.) Mein Jesus nimmt die Sünder an,
Die Sünder allerseits,
Die Sünder auf der breiten Bahn,
Den Schächer noch am Kreuze.

2.) So lang es nur noch heißet: Heut!
So lang nimmt Jesus an.
Auch mich, ja mich in Sonderheit,
Mich nimmt er heut noch an.

3.) Er suchet das verlorne Schaf
Mit Sorgfalt überall,
Dass es nicht in den Todesschlaf
Der Sünden ewig fall.

4.) Er find’t und nimmt es auf sogleich,
Trägt’s auf den Achseln heim,
Spricht zu den Engeln: Freuet euch,
Mein Schäflein trag ich heim.

5.) Der Himmel freuet sich und lacht,
Es jauchzt der Engel Schar,
So oft ein Schäflein heimgebracht,
So jauchzt der Engel Schar.

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Jesus, Heil und Heilserstatter

1.) Jesus, Heil und Heilserstatter!
Du wesentliches Bild vom Vater,
Du Abglanz seiner Herrlichkeit,
In dem sichtbar Gott erschienen
Der Welt, den Menschen, und sich ihnen
Geoffenbart in Niedrigkeit!
Herr Jesu, Gottes Sohn,
Nimm ein das Reich, den Thron!
Hosianna!
So rufen wir,
O, König, dir
Auch heute zu mit Herzbegier.

2.) Zionskönig, ohne Prangen
Bist du, Glanz Gottes, aufgegangen!
Dein Reich fing sich in Zion an.
Von dort ist es ausgebrochen
In alle Welt. Unausgesprochen
Ist, bleibt sein grenzenloser Plan,
Umfasst den Erdenball,
Der Kreaturen All. –
Hosianna!
Heil uns! Auch wir
Gehören dir
Auf diesem Punkt der Erde hier!

3.) Noch ein Kreuzreich ist’s auf Erden.
Dein Reich wird aber herrlich werden
Und alle Tage herrlicher,
Bis Gott über alles sieget,
Und alles dir zu Füßen lieget,
Bekennend: ‚Jesus ist der Herr,
Und würdig ganz allein,
Der Welten Fürst zu sein!‘
Hosianna!
So singen wir
Bis, Jesu, dir,
Sich jedes Knie beugt dort und hier.

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Jesus ist der Arzt der Seelen

1.) Jesus ist der Arzt der Seelen,
Jesus ist die Arzenei,
Es mag, was da will, uns fehlen,
Alles, alles, was es sei,
Kann er heilen und verbinden,
Auch den Aussatz unsrer Sünden,
Der sonst nicht zu heilen ist,
Auch den heilet Jesus Christ.

2.) Einen Brunnen voller Gnade
Tat er den Unreinen auf
In dem Blut- und Wasserbade,
In dem Bad der heil’gen Tauf,
In dem heil’gen Abendmahle,
Der mit Blut gefüllten Schale.
Darum singet die Gemein‘:
Dieses Jesusblut macht rein!

3.) Drum, o Jesu voll Erbarmen,
An mir ist nichts rein und gut,
So du willst, kannst du mich Armen
Wohl auch rein’gen durch dein Blut:
Sprich ein Wort, so wird’s geschehen,
So werd‘ ich gesund aufstehen,
Vor dir leben, Herr, und dich
Dankbar loben ewiglich!