Clausnitzer, Tobias – Herr Jesu, deine Angst und Pein

1. Herr Jesu, deine Angst und Pein
und dein betrübtes Leiden
lass mir vor Augen allzeit sein,
die Sünde zu vermeiden.
Lass mich an deine große Not
und deinen herben, bittren Tod,
solang ich lebe, denken.

2. Du hast verlassen deinen Thron,
bist in das Elend gangen,
ertrugest Schläge, Spott und Hohn,
musstest am Kreuze hangen,
auf dass du für uns schaffest Rat
und unsre schwere Missetat
bei Gott versöhnen möchtest.

3. Drum will ich jetzt in Dankbarkeit
von Herzen dir lobsingen,
und wenn du zu der Seligkeit
mich wirst hinkünftig bringen,
so will ich daselbst noch viel mehr
mitsamt dem ganzen Himmelsheer
dich ewig dafür loben.

Cruciger, Elisabeth – Herr Christ, der einig Gott’s Sohn

Herr Christ, der einig Gott’s Sohn
Vaters in Ewigkeit,
Aus seinem Herz’n entsprossen,
Gleichwie geschrieben steht,
Er ist der Morgensterne,
Sein‘ Glänze streckt er
Für andern Sternen klar.

Für uns ein Mensch geboren
Im letzten Theil der Zeit,
Der Mutter unverloren
Ihr jungfräulich‘ Keuschheit;
Den Tod für uns zubrochen,
Den Himmel aufgeschlossen,
Das Leben wiederbracht.

Laß uns in deiner Liebe
Und Kenntniß nehmen zu,
Daß wir in Glauben bleiben,
Und dienen im Geist so,
Daß wir hie mügen schmecken
Dein‘ Süßigkeit im Herzen,
Und dürsten stets nach dir.

Du Schöpfer aller Dinge,
Du väterliche Kraft,
Regierst von End‘ zu Ende
kräftig aus eigner Macht.
Das Herz uns zu dir wende
Und kehr ab unser‘ Sinne,
Daß sie nicht irr’n von dir.

Ertödt‘ uns durch dein‘ Güte,
Erweck‘ uns durch dein‘ Gnade‘,
Den alten Menschen kränke,
Daß der neu‘ leben mag,
Wol hie auf dieser Erden
Den Sinn und all‘ Begerden
Und danken han zu dir.

Rambach – Anthologie christlicher Gesänge aus der neueren Zeit

Brockhaus, Carl – O Jesu, Name ohnegleichen

O Jesu, Name ohnegleichen,
voll Gnade, Trost und Lieblichkeit!
Anbetend sich die Engel neigen,
bewundern Deine Herrlichkeit.
Der Gottheit Fülle wohnt in Dir,
in Dir sind auch vollendet wir.

Du bist uns alles: unsre Stärke,
Erlösung, Weisheit, Licht und Kraft.
Du bist die Quelle aller Werke,
die Deine Gnade in uns schafft.
Ja, was wir haben, was wir sind,
in Dir nur seinen Ursprung find’t.

Und Deine Liebe unvergleichlich
erfüllet allen Mangel hier.
Sie strömt in Kampf und Not so reichlich,
so mild auf uns herab von Dir.
Und weigerst Du uns je ein Teil,
so ist es nur zu unserm Heil.

Drum mag hienieden alles weichen:
in dieser Welt gibt nichts uns Ruh’.
Was wär’ auch Dir wohl zu vergleichen?
Des Segens Fülle bist nur Du!
O Reichtum, wir besitzen Dich,
Du bleibest unser ewiglich!

Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“

Brockhaus, Carl – Jesus lebt! Er hat gesiegt

1. Jesus lebt! Er hat gesiegt.
Wer kann seinen Ruhm verkünden!
Meine Sünd’ im Grabe liegt,
keine Schuld ist mehr zu finden.
Ja, er lebt, ich sterbe nicht,
denn sein Tod war mein Gericht.

2. Jesus lebt! Er lebt für mich,
nie kann ich verlassen stehen.
Er, der mich erwarb für sich,
lässt nur Lieb’ und Gnad’ mich sehn.
Ob der Feind sein Haupt erhebt,
dieses bleibt: Mein Jesus lebt.

3. Ja, du lebst, du bist gekrönt,
hast den Himmel eingenommen;
und nach dir mein Herz sich sehnt,
bis ich werde zu dir kommen,
bis ich schau dein Angesicht,
o welch sel’ge Zuversicht!

Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“

Brockhaus, Carl – Herr, Dir sei Preis!

Herr, Dir sei Preis! Du bist herabgekommen,
du suchtest mich, hast mich dem Tod entnommen.
Nur Leben seh ich, seh ich, Jesu, dich.
Ich preise dich! Ich preise dich!

Herr, dir sei Preis! Du hast dich hingegeben,
Verlornen weihtest du dein teures Leben.
Nur Liebe seh ich, seh ich, Jesu dich.
Ich preise dich! Ich preise dich!

Herr, dir sei Preis! Du hast dein Blut vergossen,
für meine Sünden ists am Kreuz geflossen.
Versöhnung seh ich, seh ich, Jesu dich.
Ich preise dich! Ich preise dich!

Herr, dir sei Preis! Dein Werk ist ganz vollendet,
Gerechtigkeit hat mein Gericht beendet.
Nur Gnade seh ich, seh ich, Jesu dich.
Ich preise dich! Ich preise dich!

Herr, dir sei Preis! Wall ich auch noch hienieden,
ich wall mit dir, genieße deinen Frieden.
Erquickung seh ich, seh ich, Jesu dich.
Ich preise dich! Ich preise dich!

Herr, dir sei Preis! Du bist vorausgegangen,
ich schau dir nach mit sehnlichem Verlangen.
Nur Hoffnung seh ich, seh ich, Jesu dich.
Ich preise dich! Ich preise dich!

Herr, dir sei Preis! Bald stillest du mein Sehnen,
wirst mich mit allen Heilgen zu dir nehmen.
O selge Freude! Seh ich, Jesu dich.
Ich preise dich! Ich preise dich!

Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“

Behm, Martin – O Jesu Christ, meins Lebens Licht

1. O Jesu Christ, meins Lebens Licht,
Mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht,
Auf Erden bin ich nur ein Gast,
Und drückt mich sehr der Sünden Last.

2. Ich hab vor mir ein schwere Reis
Zu dir ins Himmels Paradeis;
Das ist mein rechtes Vaterland,
Darauf du hast dein Blut gewandt.

3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt,
Der Leib gar wenig Kräfte hat;
Allein mein Seele schreit in mir:
Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir!

4. Drum stärk mich durch das Leiden dein
In meiner letzten Todespein;
Dein Blutschweiß mich tröst und equick,
Mach mich frei durch dein Band und Strick!

5. Dein Backenstreich und Ruten frisch
Der Sünden Striemen mir abwisch,
Dein Hohn und Spott, dein Dornenkron
Laß sein mein Ehre, Freud, und Wonn.

6. Dein Durst und Gallentrank mich lab,
Wenn ich sonst keine Stärkung hab;
Dein Angstgeschrei komm mir zu gut,
Bewahr mich vor der Höllen Glut.

7. Wenn mein Mund nicht kann reden frei,
Dein Geist in meinem Herzen schrei;
Hilf, daß mein Seel den Himmel findt,
Wenn meine Augen werden blind.

8. Dein letztes Wort laß sein mein Licht,
Wenn mir der Tod das Herz zerbricht;
Behüte mich vor Ungebärde,
Wenn ich mein Haupt nun neigen werd!

9. Dein Kreuz laß sein mein Wanderstab,
Mein Ruh und Rast dein heilges Grab,
Die reinen Grabetücher dein
Laß meinen Sterbekittel sein.

10. Laß mich durch deine Nägelmal
Erblicken die Genadenwahl;
Durch deine aufgespaltne Seit
Mein arme Seele heimgeleit!

11. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau,
Darauf mein letzte Heimfahrt bau;
Tu mir die Himmelstür weit auf,
Wenn ich beschließ meins Lebens Lauf

12. Am Jüngsten Tag erweck meinn Leib,
Hilf, daß ich dir zur Rechten bleib,
Daß mich nicht treffe dein Gericht,
Welchs das erschrecklich Urteil spricht.

13. Alsdann meinn Leib erneure ganz,
Daß er leucht wie der Sonne Glanz
Und ähnlich sei deinm klaren Leib,
Auch gleich den lieben Engeln bleib.

14. Wie werd ich dann so fröhlich sein,
Werd singen mit den Engelein
Und mit der Auserwählten Schar
Ewig schauen dein Antlitz klar.

Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home

Behm, Martin – 16. Dezember

Im Ton: Vom Jäger

Der Christmond ist vorhanden,
Des sind wir freudenvoll,
Hier und in allen Landen
Man Gott drum preisen soll.
Jesu, Marien Sohne,
Der du Messias bist,
Dir sei Lob in deim Throne
Jetzt und zu aller Frist.

Jesu, du Gnadensonne,
Dein Strahlen zu uns wend
Und unser Sünden schone,
Steh bei uns bis ans End.
Das Herz wollst uns entzünden
In wahrer Andacht fein,
Daß wir dein Gnade finden
Und stets dein eigen sein.

Du wollst uns nicht verlassen
In dieser kalten Zeit,
Wenn Trübsal kömmt ohn Maßen,
Dein Hülf sei uns bereit.
Erwärm uns durch dein Gnade,
Daß wir geduldig sein,
Und unser Seel nichts schade,
Wenns Unglück kömmt herein.

Herr, du wollst unser walten,
Dein Geist mach uns bereit,
Daß wir in Andacht halten
Die liebe Weihnachtszeit;
Daß wir dich herzlich loben
Hier in der Christenheit
Und mit den Engeln droben
In alle Ewigkeit.

Amen.

Nöldeke – Martin Behemb’s geistliche Lieder

Behm, Martin – 8. April

Im Thon: Ich danke dir, lieber Herre.

O Jesu, mein Erretter,
Wie rauh und ungestüm
Ist das Aprillenwetter,
Weil ich auf Erden bin.
Die Sonn verbirgt die Strahlen,
Es bläst ein sauer Wind,
Kühl Regen hört man schallen,
Manch Unrath sich auch findt.

Also hab ich auf Erden
Der Angst und Trübsal viel,
Des Jammers und Beschwerden
Ist weder Maß noch Ziel; –
Drum ich oft heiße Zähren
Vergieß in meiner Noth.
Dem Kreuz kann ich nicht wehren,
Du kannsts allein, mein Gott.

Herr, laß in meinen Schmerzen
Blicken den Sonnenschein,
Daß ich Torst hab im Herzen
Und könne ruhig sein.
Mein Trübsal wollst du wenden,
Es währt ein kurze Zeit;
Es steht in deinen Händen,
Wo du willst geben Freud.

Mein Herz wollst offenbaren,
Daß man sein Früchte merk,
Die drin verborgen waren,
Das sind des Glaubens Werk.
Hilf, das ich guts mög säen;
Mein Leib und Seel mach rein,
Laß mich in Himmel gehen,
Und ewig bei dir sein!

Amen.

Nöldeke – Martin Behemb’s geistliche Lieder

Behm, Martin – Am Tage der Verkündigung Mariae oder Empfängniß Christi

Aus dem Evangelio Luc. 1.

Von der Erlösung durch die Empfängniß Christi.

Gott Vater, hoch zu ehren,
Du sitzt ins Himmels Thron,
Thust uns dein Wohlthat mehren,
Weil du uns giebst dein Sohn,
Der auf die Welt ist kommen
Und hat an sich genommen
Das dürftig Fleisch und Blut:
Das thust du uns zu gut..

Laß uns nun bei dir finden
Durch Christum Huld und Gnad,
Daß uns um unser Sünden
Kein Leid noch Uebel schad.
Du wollst dich zu uns wenden,
Dein Heil und Hülf uns senden,
Gieb uns die Seligkeit
Aus lauter Gütigkeit.

O Jesu Christ, mit Schalle
Lobt man dich überall,
Denn nach dem Sündenfalle
Kamst du ins Jammerthal.
Damit wir Hülf erlangen,
Wirst du ein Mensch empfangen
Von einer Jungfrau rein;
Das mag ein Wunder sein.

O König, groß ohn Ende,
Des höchsten Gottes Sohn,
Dein Huld auch zu uns wende,
Du bist der Gnaden Thron.
Drum wollst du uns entbinden
Von allen unsern Sünden,
Daß wir in deinem Reich
Dich loben allzugleich.

Mit Freuden man hoch preiset
Dich Gott, heiliger Geist,
Du hast dein Kraft beweiset,
Uns Lieb und Treu geleist,
Denn durch dein Ueberschatten
Hast du uns recht gerathen,
Daß wir erlöset sein
Von Sünd, Tod, Höll und Pein.

Nun wollst du uns regieren,
Zu gehn auf rechter Bahn,
Uns mit dein Gaben zieren,
Den Glauben zünden an,
Auf daß wir deinen Willen
Mit Lust und Lieb erfüllen,
Von Sünd uns halten rein,
Ewig bei dir zu sein.

Amen.

Nöldeke – Martin Behemb’s geistliche Lieder

Behm, Martin – Am H. Neuen Jahrestage, aus dem Evang. Luc. 2.

Vom Namen Jesu zum Neuen Jahr.

Herr Jesu, das Gedächtniß dein
Laß stets in meinem Herzen sein,
Viel klärer als den Sonnenschein,
Viel süßer als ein Honigseim,

So lieblich man nichts reden kann,
Nichts bessres wird gehöret an;
Wer will schöner Gedanken han,
Als Jesus ist, der theure Mann?

Jesu, du Herzens Süßigkeit,
Der Seelen Licht und Lieblichkeit,
Ein Brunnquell aller Freundlichkeit,
Ein Vorrath aller Gütigkeit.

Jesu, du engelische Zier,
An dich gedenk ich für und für;
Mich dünkt, ich sei im Himmel schier,
Wenn ich dein Trost im Herzen spür.

An welchem Ort ich leb und bin,
So steht nach dir mein Herz und Sinn,
Wann ich dich find, alls Leid ist hin,
Wann ich dich hab, bringt mir Gewinn.

Dich lieben bringt mir Fried und Nutz,
Davon erlang ich alles guts,
Daß ich im Geist bin großes Muths
Und biet durch dich dem Teufel Trutz.

Ei Herr, du süßer Jesu Christ,
Weil du mein Bruder worden bist,
So steh mir bei zu aller Frist,
Daß mir nicht schad des Teufels List.

Ich dank dir mit der Frommen Schar,
Daß du uns das vergangne Jahr
So gnädig hast behütet gar
Vor aller Seel und Leibes Fahr.

Dein Wort hat man gepredigt weit,
Hast uns behüt vor Krieg und Streit,
Vor Hungersnoth und theurer Zeit
Und uns von großer Noth befreit.

Herr Jesu Christ, zum Neuen Jahr
Vor allem Uebel uns bewahr;
Laß uns dir sein ergeben gar,
Daß wir dich loben offenbar.

Behüt dein Kirch vor falscher Lehr,
Des Teufels Reich in Kirch zerstör;
Durchs Wort viel Leut zu dir bekehr,
Die Zahl der Auserwählten mehr.

All unsre Sünden uns verzeih,
Hilf, daß kein Krieg noch Aufruhr sei;
Zu unsrer Nahrung gieb Gedeih,
Und uns gesunden Leib verleih.

Bewahr durch deine starke Hand
Die Häuser, Feld und ganzes Land
Vor Fluthen, Wetter, Schloß und Brand,
Dazu die Leut vor Sünd und Schand.

Nimm, Herr, dies Jahr in deine Hut
Das Leben, Seel, Leib, Herz und Muth,
Ehgatten, Kinder, Hab und Gut,
Hilf, daß uns niemand Schaden thut.

Und so ich dies Jahr sollt sterben,
So laß mich nicht verderben,
Mach mich aus Gnad zum Himmels Erben,
Durch mein Werk kann ichs nicht erwerben.

O süßer Jesu, hilf, daß ich
In dieser Zeit so halte mich
Daß ich der Freuden ewiglich
Genießen möge seliglich.

Amen.

Nöldeke – Martin Behemb’s geistliche Lieder