Hiller, Philipp Friedrich – Du Geist des Vaters

Mel.: Allein Gott in der Höh’ sei Ehr.

1.
Du Geist des Vaters, der den Sohn In unserm Geist verkläret,
Am Kreuz als todt, und auf dem Thron, Wie Ihn der Himmel ehret:
Dir sei auf ewig Dank für dieß; Denn sonst tappt in der Finsterniß,
Wer dieses Licht nicht siehet.

2.
Wie wird uns da sein Wort so wahr, Worin das Heil zu finden!
Wie wird uns da Sein Blut so klar Zur Reinigung von Sünden!
Der ganze Jesus wird uns groß, Wie Er kam aus des Vaters Schooß,
Und nun zur Rechten sitzet.

3.
Vom Geist kommt die Erleuchtung her, Er schafft des Glaubens Auge,
Daß dieser Jesum mehr und mehr Recht groß zu preisen tauge.
Glaubt man Ihn groß im dunkeln Wort, Wie groß und herrlich wird man dort
Ihn in Person selbst schauen!

Linck, Wenzeslaus – Ain Lobgesang zu Got (O Guter Gott in ewigkeit)

O Guter Gott in ewigkeit,
unser vatter und Herre!
Zu dir schreit die gantz Christenheit,
dein gnad unns nit versperre,
Laß sy bald fliessen zu unns dar,
das wir der sünden nemen war
und die vor dir bekennen!

Dann wir haben gesündet vil
mitt sünden mancherlaye,
Mitt hoffart, neyd, haß, fluch und spil,
auch mit Ehbrechereye,
Mit nachred, geytz und untrew groß,
die wirt geübt on alle maß
mit list gegen dem armen.

Dein göttlichs wort hand wir veracht,
das selb nit angenommen,
Dein lehr und wolthat nit betracht,
drumb ist über uns kommen
Die ruten deiner scharpffen straf,
damit du schlagen wilt die schaff,
so in dein herd gehören,

Mit kranckheit groß an manchem ort,
dardurch das volck thut sterben,
Mitt theurung schwär, von nye erhört,
dardurch die leut verderben;
Der Türck der engstet unns gar sehr,
überzeucht unns mit grossem här,
die Christen zuverschlahen.

Auch nyemannt zu dir sprechen kan,
du straffst unrecht mit gwalte:
Dein straff wir wol verschuldet han
mitt sünden manigfalte,
Dein straff und urtayl ist gerecht
über uns, die wir hand verschmecht
dein wort und dein gebotte.

Doch so du unser vatter bist,
so wölln wir nit verziehen,
Zu dir schreyen in schneller frist,
in hoffnung zu dir fliehen
Und dich im glauben ruffen an
du wirst unns werlich nit verlan,
unser gebett erhören.

Darumb, O Herr der gütigkeit,
thu dich unser erbarmen!
Hilff deiner armen Christenheit,
gedenck an unns vil armen!
Dann unser gschütz und weer nichts gilt,
wo du, O Herr, nit helffen wilt,
die Türcken zuuerjagen.

Du halffest auch vor langer zeyt
dem volck von Israhele,
Wann sy umbgab der feynd mit streyt,
halffst ja auß todes quele,
Als du gethon hast Josue,
David, Achab und andern me,
da uns die gschrifft von saget.

Wann ye das volck erzürnet dich
mit sünden mancherlaye
Und durch die sünd von dir abwych
durch die Abgöttereye,
So kamen jn die feynd ins land,
verderpten sy mit rand und brand,
mit todtschlahung so schwäre.

Dann kerten sy wider zu dir,
so sy geengstet waren,
Und rüfften dich an mit begir,
dein hilff theist du nit sparen,
Kommst jn zu hilff inn jrer nott,
schlugest vor jn jr feynd zu todt,
dein volck theistu erlösen.

Darumb wir dich auch ruffen an
in unser grossen nötte,
Dann wir kain andern helffer han
dann dich, O Herr unnd Gotte;
Die sünd vergib uns allzumal,
erlöß uns von des todes fal,
die feynde von uns treybe!

O Gott vatter in ewigkeit
unnser gebeth erhöre!
Hilff deiner armen Christenheit
wider das gottloß herre,
Durch Jesum Christum deinen son,
umb seinet willen unns verschon,
als du uns hast verhayssen!

O Jesu Christ, Gott unser Herr,
von unns wellest nit schayden,
Durch dein selbs gütigkait unnd ehr,
durch dein menschheit unnd leyden,
Durch deinen herben bittern todt
erlöß unns, Herr, auß aller nott,
auß der gotlosen hende!

O Herre Got, heiliger gayst,
wir bitten dich allsamen,
Das du erlösest allermayst
dir, Herr, in deinem namen
Streytten wider die feynde dein,
den thu, O Herr, behilflich sein,
in deinem wort erhalten!

O Herre Gott im höchsten thron,
hohe driualtigkaite,
Ain warer Gott unnd Herr so fron,
hilff uns zu aller zeyte!
Behüt unns, Herr, am letsten end,
so wir furen auß dem ellend,
vor allem übel, Amen!

Roh, Jan – Von dem Heyligen Geyst

1. HEyliger Geyst Herre Gott,
du höchster Trost inn der not,
besuch uns mit deiner gnad!
Du Tröster der ellenden
und leyter der irrenden,
komm, sterck uns schwach glaubigen!

2. Du richtest die herzen an
und fürst sie auff rechter ban,
das sie dir seint unterthan.
Du sterckst sie mit deiner gnad,
das kein marter, pein noch todt
mug abschrecken inn der not.

3. Du gibst dein heylige brunst,
lerst dein aller beste kunst
zur Göttlichen lieb und gunst.
On dich kan niemand bestehn,
inn Göttlichem dienst fortgehn
und den sünden wider stehn.

4. O heyl, die wir seind verwundt,
mach unsre seele gesundt,
sterck sie inn Göttlichem bund!
Wasch ab, was das herz befleckt,
wer was wider dich erregt
und Göttlichen zorn erweckt!

5. O verleyh durch deine krafft,
auff das dein wort inn uns hafft
und frucht zur seligkeyt schaff!
Mach unsre gewissen rein,
hilff, das wir Christum allein
gniessen durch die gaben dein!

Hut, Hans – Gottes Werck und Willen

„Ein ander schön Lied hat Hans Hut zu Augspurg im Gefängnuß gemacht, darinnen er gestorben und darnach Ann 28. verbrendt. Geht im Thon wie man die siben wort singt, Oder JAcobs thon Oder Lieber vatter wie bist etc.“

O Almechtiger Herre Gott,
wie gar lieblich sind dein Gebott
Uber alles Gott so reyne!
du wirst geehrt alleyne
in deiner heilgen gmeyne.

Dein will der ist uns offenbar,
darinn leucht uns die warheit klar
In allen creaturen,
Gott hat uns ausserkohren,
darzu auch neugeboren.

Den Himmel und das Firmament
uns zeigen die werck seiner händt
Darzu sein grosse Ehre,
im landt und auff dem meere
thun wir erkennen lehre.

Die Wercke Gottes sind überal
auff hohem Berg und tieffem Thal
Darzu in ebnen Felden,
die Vögel in den Wälden
thun uns die Warheit melden.

Ein jedes werck thut preisen Gott,
wie ers so gut erschaffen hat;
Das thut der Mensch zerbrechen,
der Warheit widersprechen,
Gott wird es an im rechen.

Die Wercke Gotts sind wunderlich
in rechter ordnung ewiglich:
Der Mensch sol sie erfahren,
Gott wils im offenbaren,
er sol sie auch bewahren.

Drumb hat Gott seinen Sohn gesandt,
der uns die warheit macht bekandt
Und auch den weg zum leben:
so wir darnach thun streben,
sein Geist wil er uns geben.

Der zeygt uns an die Heilig Schrifft,
drinn Gott sein Testament gestifft
In seinem Sohn so reiche,
in aller welt zugleiche
niemand drumb von im weiche.

Den Todt er überwunden hat,
Ein rechter Mensch und wahrer Gott,
Mit krafft hat ers beweiset,
mit Warheit uns gespeiset,
darumb wirt er gepreiset.

Drumb sand er uns den heilgen geyst,
der aller blöden Tröster heyßt,
Ins Herz wil er uns schreiben,
daß wir in ihm beleiben,
all Sünd und laster meiden.

Der Heilig Geyst der ist das Pfandt,
der uns zum ERbtheyl ist gesandt,
Welchs Christus uns erworben,
als er am Creutz gestorben,
mit der Welt nit verdorben.

Dem Vatter sey nun lob und ehr,
der ewig bleibt und immermehr
Und ewig holt seinn Namen,
seinns Sohns wir uns nit schamen,
der helff uns ewig, Amen.

Ausbund

Blaurer, Ambrosius – Jauchz, Erd, und Himmel, juble hell

1. Jauchz, Erd, und Himmel, juble hell,
die Wunder Gotts mit Freud erzähl,
die er heut hat begangen
an seim trostlosen Häuflein klein,
das saß in friedsamer Gemein
und betet mit Verlangen,
daß es mit Geist getaufet werd.
Der kam mit Feuers Glut zur Erd,
mit starkem Sturmestoben;
das Haus erfüllt er überall,
zerteilt man Zungen sah im Saal,
und all den Herren loben.

2. Auf tat sich ganz des Himmels Schrein;
man wähnt, sie wären voller Wein,
all Welt sich drüber wundert.
In fremden Zungen reden sie,
bezeugen Gottes Großtat hie,
von seinem Geist ermuntert.
So machen sie sich auf den Plan,
Christus zu lehren fangn sie an,
daß er der Herr sei worden
und daß man lasse von der Sünd
und durch die Tauf werd Gottes Kind:
das sei der christlich Orden.

3. Ach Herr, nun gib, daß uns auch find
in Fried und Flehn dein sel’ger Wind;
weh rein vom Sündenstaube
ganz das Gemüt und füll das Haus
deiner Gemeind, dein Werk richt aus,
daß aufgeh rechter Glaube
und unsre Zung ganz Feuer werd,
nichts rede als dein Lob auf Erd
und was den Nächsten bauet.
Brenn rein die sündige Natur,
mach uns zur neuen Kreatur,
ob’s unserm Fleisch auch grauet.

4. Komm, Feuer Gottes, Heilger Geist,
erfüll die Herzen allermeist
mit deiner Liebe Brennen.
Von dir allein muß sein gelehrt,
wer sich durch Buß zu Gott bekehrt;
gib himmlisches Erkennen.
Der fleischlich Mensch sich nicht versteht
auf göttlich Ding und irregeht;
in Wahrheit wollst uns leiten
und uns erinnern aller Lehr,
die uns gab Christus, unser Herr,
daß wir sein Reich ausbreiten.

5. Wie mit dem Vater und dem Sohn
du eins bist in des Himmels Thron
im ewgen Liebesbunde,
also mach uns auch alle eins,
daß sich absondre unser keins,
nimm weg der Trennung Sünde
und halt zusammen Gottes Kind,
die in der Welt zerstreuet sind
durch falsche G’walt und Lehre,
daß sie am Haupt fest halten an,
loben Christus mit jedermann,
suchen allein sein Ehre.

6. Durch dich besteht der neue Bund,
ohn dich wird Gott niemandem kund,
du neuerst unsre Herzen
und rufst darin dem Vater zu,
schaffst uns viel Fried und große Ruh
und tröstest uns in Schmerzen,
daß uns auch Leiden Ehre ist,
da du durch Lieb gegossen bist
in unser Herz ohn Klage.
Du leitest uns auf ebnem Weg
und führst uns hier den rechten Steg,
weckst uns am Jüngsten Tage.

7. Du, der lebend’ge Brunnenquell,
der Gottes Stadt durchfließet hell,
erquickest das Gemüte.
Durch dich besteht des Vaters Bau;
du willst und gibst, daß man dir trau,
du bist die Gottesgüte.
Irden Geschirr sind wir und weich,
brechen gar leicht von jedem Streich;
du selbst wollst uns bewahren,
uns brennen wohl in deiner Glut,
daß uns der Feind nicht Schaden tut,
wenn wir von hinnen fahren.

Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“

Blaurer, Ambrosius – Ein tütsch Veni sancte für die kinder.

KUmb mit güte, Heiliger geist!
Füll unser gmüte mit glouben allermeist!
Die erbsünd uns verwundt: mache kundt
im touff versprochnen pundt!
die nüwe burt uns bkere,
ernere und lere
Jesum Christ recht erkennen,
den vatter mit glouben nennen,
sunst wir Adams kind verloren sind.

Kumb mit wyßheit, Heiliger geist!
Brenn uß all thorheit mit dines fhüres gneist!
Gib glernigs hertz zur kunst mit brunst,
vor Gott und menschen gunst,
und das wir zieren mögind
die jugend mit tugend,
liebind die uns guts leerend,
straaffend unnd alles böß weerend!
setz uns zu hut die engel gut!

Kumb mit stercke, Heiliger geist!
Erzeig din wercke, versprochne gnad uns leist!
Nimb unserm fleisch unnd blut sin wut,
gib recht hertz, sinn und mut,
biß unserm zarten alter
ein bhalter, verwalter,
das wir uns Gott ergebind,
in zucht und ghorsam läbind!
gib hie frombkeit, dört säligkeit!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer
Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“

Behm, Martin – Die Pfingst-Prosa

Veni Sancte Spiritus.

Komm, heiliger Geist, mit Wonn,
Schick herab vons Himmels Thron
Dein Glanz von der Gnaden Sonn.
Komm, o Vater armer Leut,
Komm, gieb uns die beste Beut,
Komm, gieb unsern Herzen Freud.

Tröster gut ins Kreuzes Last,
O du süßer Seelengast,
Schaff dem Herzen Fried und Rast,
Gieb uns in der Arbeit Ruh,
Die Kreutzhitz uns lindern thu,
Sprich uns Trost im Weinen zu.

O du seligs Himmelslicht,
Dein Glanz in die Herzen richt,
Die dir willig sein verpflicht.
Ohn dein göttlich Hülf und Rath
Der Mensch nichts guts kann noch hat,
Steckt voll Sünd und Missethat.

Wasch uns all von Sünden rein,
Feucht die dürren Herzen fein,
Heil die, so verwundet sein,
Lenk, was störrisch ist, so bald,
Wärm das Herz, wann ist erkalt,
Wer sich irrt, durchs Wort erhalt.

Gieb den, die da gläubig sein
Und auf dich vertraun allein,
Dein mannigfaltig Gaben rein.
Durch dein Kraft an uns gedenk,
Im Tod dein Heil zu uns lenk,
Und die Freud im Himmel schenk.

Amen.

Nöldeke – Martin Behemb’s geistliche Lieder

Behm, Martin – Am Tage der Verkündigung Mariae oder Empfängniß Christi

Aus dem Evangelio Luc. 1.

Von der Erlösung durch die Empfängniß Christi.

Gott Vater, hoch zu ehren,
Du sitzt ins Himmels Thron,
Thust uns dein Wohlthat mehren,
Weil du uns giebst dein Sohn,
Der auf die Welt ist kommen
Und hat an sich genommen
Das dürftig Fleisch und Blut:
Das thust du uns zu gut..

Laß uns nun bei dir finden
Durch Christum Huld und Gnad,
Daß uns um unser Sünden
Kein Leid noch Uebel schad.
Du wollst dich zu uns wenden,
Dein Heil und Hülf uns senden,
Gieb uns die Seligkeit
Aus lauter Gütigkeit.

O Jesu Christ, mit Schalle
Lobt man dich überall,
Denn nach dem Sündenfalle
Kamst du ins Jammerthal.
Damit wir Hülf erlangen,
Wirst du ein Mensch empfangen
Von einer Jungfrau rein;
Das mag ein Wunder sein.

O König, groß ohn Ende,
Des höchsten Gottes Sohn,
Dein Huld auch zu uns wende,
Du bist der Gnaden Thron.
Drum wollst du uns entbinden
Von allen unsern Sünden,
Daß wir in deinem Reich
Dich loben allzugleich.

Mit Freuden man hoch preiset
Dich Gott, heiliger Geist,
Du hast dein Kraft beweiset,
Uns Lieb und Treu geleist,
Denn durch dein Ueberschatten
Hast du uns recht gerathen,
Daß wir erlöset sein
Von Sünd, Tod, Höll und Pein.

Nun wollst du uns regieren,
Zu gehn auf rechter Bahn,
Uns mit dein Gaben zieren,
Den Glauben zünden an,
Auf daß wir deinen Willen
Mit Lust und Lieb erfüllen,
Von Sünd uns halten rein,
Ewig bei dir zu sein.

Amen.

Nöldeke – Martin Behemb’s geistliche Lieder

Bogatzky, Carl Heinrich von – Wach auf, Du Geist der ersten Zeugen

Wach auf, Du Geist der ersten Zeugen,
die auf der Maur als treue Wächter stehn,
die Tag und Nächte nimmer schweigen
und die getrost dem Feind entgegengehn,
ja deren Schall die ganze Welt durchdringt
und aller Völker Scharen zu dir bringt.

O daß dein Feur doch bald entbrennte,
o möcht es doch in alle Lande gehn!
Ach Herr, gib doch in deine Ernte
viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn.
O Herr der Ernt, ach siehe doch darein;
die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein.

Dein Sohn hat ja mit klaren Worten
uns diese Bitt in unsern Mund gelegt.
O siehe, wie an allen Orten
sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt,
dich herzinbrünstig hierum anzuflehn;
drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn.

So gibt dein Wort mit großen Scharen,
die in der Kraft Evangelisten sei’n;
laß eilend Hilf uns widerfahren
und brich in Satans Reich mit Macht hinein.
O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis
dein Reich bald aus zu deines Namens Preis.

Ach daß die Hilf aus Zion käme!
O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht,
dein Volk aus dem Gefängnis nähme!
O würd es doch nur bald vor Abend licht!
Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei
und komm herab zur Hilf und mach uns frei!

Ach laß dein Wort recht schnelle laufen,
es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein.
Ach führe bald dadurch mit Haufen
der Heiden Füll zu allen Toren ein!
Ja wecke doch auch Israel bald auf
und also segne deines Wortes Lauf!

O beßre Zions wüste Stege
und, was dein Wort im Laufe hindern kann,
das räum, ach räum aus jedem Wege;
vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn
und mach uns bald von jedem Mietling frei,
daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei.

Laß jede hoh und niedre Schule
die Werkstatt deines guten Geistes sein,
jasitze du nur auf dem Stuhle
und präge dich der Jugend selber ein,
daß treuer Lehrer viel und Beter sei’n,
die für die ganze Kirche flehn und schrein!

Du wirst dein herrlich Werk vollenden,
der du der Welten Heil und Richter bist;
du wirst der Menschheit Jammer wenden,
so dunkel jetzt dein Weg, o Heilger, ist.
Drum hört der Glaub nie auf, zu dir zu flehn:
du tust doch über Bitten und Verstehn.

Gesangbuch für evangelische Gemeinden, besonders in Schlesien
Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“

Arnd, Johann – O Geist, den wir empfangen

O Geist, den wir empfangen
Vom Vater und vom Sohn,
Der du bist ausgegangen
Von Christi Himmelsthron:
Komm, nimm dich unser an!
Komm, mache uns lebendig;
Komm, heile uns inwendig;
Führ‘ uns auf ebner Bahn!

Du kommst beseelend nieder
Auf das, was todt und wild,
Erneust Verlornes wieder
Zu Gottes Ebenbild.
Wend‘ uns durch Buß‘ und Reu‘
Von Sünden, von der Erden,
Damit wir himmlisch werden;
Schaff‘ unsre Herzen neu!

Du Finger Gottes, schreibe
Dein Lebenswort in mich!
Die Kraft des Höchsten treibe
Mein Herz beständiglich!
O Kraft, die alles schafft,
Du kannst uns mächtig machen;
Ach, schenke doch uns Schwachen
Die rechte Lebenskraft.

Laß uns nach dem nur streben,
Was Gott gefallen kann,
Und fang‘ ein ewig Leben
In unsern Herzen an.
Laß Christi heil’ges Bild
In uns Gestalt gewinnen,
Bis uns in allen Sinnen
Sein Will‘ und Wort erfüllt!

Droht uns der Trübsal Wetter,
Ist Welt und Feind erbost,
So sei du unser Retter,
Du einig wahrer Trost!
Weih‘ uns zu Priestern ein,
Zu Königen im Streiten,
Zu Helden in dem Leiden,
Zu Siegern in der Pein!

Laß uns dich nie betrüben!
Schmück‘ unsre Seelen aus
Mit Früchten, die auch drüben
Bestehn im Vaterhaus.
Ja, mach‘ uns allezeit
Zur Heiligkeit rechtschaffen;
Laß unser Glieder Waffen
Sein der Gerechtigkeit!

Herr, laß hier unsre Glieder
Nur deine Tempel sein,
Und droben füg‘ uns wieder
In Salems Mauern ein!
Erzeig‘ uns hier dein Licht
Geheim in stillem Hoffen,
Dann, wann der Himmel offen,
In Gottes Angesicht!

Evangelisches Gesangbuch der Bremischen Gemeinden
Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“