Selneccer, Nikolaus – Danket dem Herrern unserm Gott

Selneccer, Nikolaus – Danket dem Herrern unserm Gott

1. Danket dem Herrern unserm Gott,
dir euch allzeit errettet.
Singt Hallelujah früh und spät,
kommt her, den Herrn anbetet.
Er ist freundlich von großer Güt,
Ewig wird seine Gnade,
er als ein Vater uns dies Zweck
daß uns nichts könne schaden.

2. Er hat euch all zusammen bracht
vom Aufgang und vom Morgen,
Vom Süd, von West, von Mitternacht,
und tut euch all versorgen.
Die In der Wüsten nah und weit
kein Statt noch Herberg gfunden
vertrieben Sie zogen daher,
kein Speis sie haben funden.

3. Hungrig und durstig, bald verschmacht,
zum Herrern herzlich beten:
Er bald sie hört, zu recht auch bracht,
tat sie gewaltlich erretten.
Gab in nach aller Notierung gnug,
daß sie kein Leid mehr schwächte
half Ihnen aus mit guten Sug
und gab in neue Kräfte.

4. Die solln dem Herrern dankbar sein
um seine Güt und Wahrheit,
Daß er gibt Speiß beid groß und klein,
daß sie sich alle freuen,
Daß er dem Nächsten gibt sein Kleid
und Tut die Hungrigen speisen,
uns zu erquicken ist bereit,
Tut all Gnad beweisen.

5. Gefange Leut in Finsternis,
verschuld durch große Sünde,
Da sie Gaben manch Ergernis,
gehaßt und gebunden,
Weil sies Gsetz des höchsten Gott
geschendet hatten, in ihren Not,
taten Sie bald genesen.

6. Die Narren so wurden gestraft
um ihrer Sünde willen,
Daß sie verloren all ihr Kraft,
könnten kein Schmertz nicht stillen,
Es ekelt ihr für Speis und Trank,
sie könnt sie auch niemand retten,
lagen gar matt, warren Totkrank
um ihr groß übertretten.

7. Die Worte all durchs Kreuz glehrt
bei Gott um Gnad zu schreien
Und wenn sich jemand zu Gott bekehrt,
so tritt er bald gediehen:
Er macht sie Gsund, gab ihm sein Wort,
sein Sohn er zu ihn sämtlich,
daß sie nicht sterben in der Not,
erlöst aus schweren banden.

8. Die ihren Handel trieben weit
und auf den Waffen führen,
Mit großem Gfahr auf wilden Meer
und Gottes Macht erfuren:
Ihr Leben an sidnen Faden war,
für großer Angst sie zagen,
da war kein Zorn bei ihr all gar,
ihr Lieb und Güt sie wagen:

9. Da sie schreien zum Herrn Gott
in ihrem Elan bitter,
Daß er dem Meer gebeten woll
und stiller das Unwetter,
Wurden sie bald erhört all,
kamen aus allen Nöten:
darum sie singen Lob und Schall:
das Meer sie lehret beten.

10. Die welchen ihre Wasserquelle,
ihr Bach nicht mögen stieben,
Wird alles dürr, versieget schnell,
daß man nichts kann genießen,
Von Wegen das viel Sünde groß
werden stettigs behangen
Und Sicherheit an unterlaß
fehrt fort nimmt über die Hände:

11. Daher groß Teuerung, Hunger, Klag
entsteht und ist kein Freude,
Niemand sich da ergötzen mag
und ist alles voll Leid.
Wenn man aber zum Herrern schreit,
so gibt er seinen Segen,
das alles Wieder sein gedeiht
gibt Glanz und gnädig Regen.

12. Die mit Tyrannen werden gplättet,
geengstiret und gezwungen,
Und haben kein Rettung noch Macht,
werden gar sehr gedrungen:
Bald so man sich zum Herrn kehrt,
erreitet er die Armen,
den Jurist und Tyrananen verwehrt,
tut sich der sein erbarmen.

13. Solchs werden alle nützen sehen
und dich des hertzlich freuen
Daß soche Ding all sind gesheit,
werden auf Gott vertrauen,
Der solche groß Wohltat tut
allein durck der seinen Namen,
aus lauter Gnad und großer Güt,
des Singen wir fröhlich. Amen.

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