Sachs, Hans – Warumb betrübst du dich mein hertz.

Sachs, Hans – Warumb betrübst du dich mein hertz.

WArumb betrübst du dich, mein hertz,
bekümmerst dich vnd tregest schmertz
nur vmb dz zeitlich gut?
Vertraw du deinem Herrn vnnd Gott,
der alle ding erschaffen hat.

Er kan vnnd wil dich verlassen nicht,
er weyß gar wol, was dir gebricht,
Himel vndt Erdt ist sein,
Mein Vater vnd mein Herre Gott,
der mir beisteht in aller not!

Weil du mein Gott vnnd Vatter bist,
dein Kind wirst du verlassen nicht,
du Vätterliches hertz!
Ich bin ein armer erden Kloß,
auff Erden weiß ich keinen trost.

Der Reich verlest sich auff sein zeytliches gut,
ich aber wil dir vertrawen, mein Gott:
ob ich gleich werdt veracht,
So weiß ich vnd glaub vestiglich:
wer dir vertrawt, dem mangelt nicht!

Helia, wer erneret dich,
ob es so lange regnet nicht
inn so schwer thewrer zeyt?
Eine Widwe auß Sodomer landt,
zu welcher du von Gott warst gesandt.

Do er lag vnter dem Wacholder baum,
der Engel Gottes vom Himmel kam,
brahct jm Speiß vnde tranck;
Er gieng gar einen weiten gang,
bis zu dem berg, Horeb genandt.

Ds Daniels Gott nicht vergaß,
da er vnter den Löwen saß:
sein Engel sand er hin,
Vnd ließ jm speise brignen gut
durch seinen diener Habacuck.

Joseph in Egypten verkauffet ward,
vom König Pharao gefangen hart
vmb sein Gottsförchtigkeit:
Gott macht jn zu eim grossen HErrn,
das er kundt Vatter vnd Brüder ernehrn.

Es verliß auch nicht der trewe Gott
die drey Menner im Fewer ofen rot:
sein Engel sandt er jhn,
Bewart sie für deß Fewres glut
vnd halff jhnen auß aller noht.

Ach Gott, du bist noch heut so Reich,
als du gewesen Ewigkleich!
mein trawen steht zu dir:
Mach mich an meiner Seelen reich,
so hab ich gnug hie vnd ewigkleich!

Der zeitlichen ehr will ich gern entpern,
du wöllest mich nur des ewigen gewern,
das du erworben hast
Durch deinen herben bittern todt,
des bit ich dich, mein HERR vnd Gott!

Alles, was ist auff diser Welt,
es sey Silber, Gold oder gelt,
Reichtumb vnnd zeitlicher gut,
das wert nur eine kleine zeit
vnd hilfft doch nichts zur seligkeyt!

Ich danck dir, Christ, O Gottes Son,
das du mich solchs hast erkennen lon
durch dein Gottliches Wort;
Verley mir auch bestendigkeyt
zu meiner seelen seligkeyt!

Lob, ehr vnd preiß sey dir gesagt
für alle dein erzeigte wolthat,
vnd bit dich demütig:
Laß mich nicht von deim angesicht
verstossen werden ewigklich. AMEN:

Quelle: Quellangabe Glaubensstimme

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