Sachs, Hans – Der LVI. Psalm. Ein Gulden kleynot Dauids.

Sachs, Hans – Der LVI. Psalm. Ein Gulden kleynot Dauids.

Miserere mei deus. quoniam

O Got, mein herr, sey mir gnedich!
die menschen mich verseucken,
Streyten teglich und drengen mich,
meyn feyndt mich täglich krencken!
Vil streytten stöltzlich wider mich,
wenn ich mich fürcht, hoff ich auff dich,
Gottes wort wil ich rhümen.

Auff Got so wil ich hoffen thon,
was solt dann fleysch mir schaden?
Teglich mein wort sie fechten an,
jr gemüt ist beladen,
Das sie mir ubels thun darauff,
lawren und halten sie zu hauff,
Haben acht auff mein fersen.

Auff das sie erhaschen meyn seel,
man hilfft in jr unthatte:
Got, stoß solch leüt in die hell,
zornig hynunter dratte!
Zele meyn flucht und fasse auch
mein zeher in deinen schlauch,
Denn wern meine feyndt umbkeret.

Wenn ich dich anruff in der not,
so wil ich sorgen nymmen,
Dann du bist warhafftig mein got!
gottes wort wil ich rhümen,
Ich wil rhümen des Herren wort,
auff Got hoff ich und fürcht nit fort,
Was wil eyn mensch mir thune?

Ich hab gelübt dir than, meyn Got,
die ich mit danck bezale!
Dann du hast meyn seel von dem todt erretet uberale
Und mein süß vom schlüpffen alltag,
auff das ich frölich wandern mag
Vor Got im liecht des lebens.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

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