Franck, Salomo – Alles mit Gott

Aria auf den Christ.-Fürstl. Wilhelm-Ernestinischen Wahlspruch.

Mel. Wer nur den lieben Gott
Gedruckt 1715

Mit Gott sei Alles angefangen,
Mit Gott sei Alles fortgestellt!
Mit Gott geht Alles nach Verlangen,
Mit Gott nützt Alles auf der Welt.
Mit Gott wird Alles recht bedacht,
Mit Gott wird Alles wohl gemacht.

Mit Gott erquickt uns alles Leiden,
Mit Gott geht Alles lieblich ein.
Mit Gott dient Alles uns zu Freuden,
Mit Gott muß Alles selig sein.
Mit Gott wird Alles leicht, was schwer,
Mit Gott wird Alles sorgenleer.

Mit Gott muß Alles uns gelingen,
Mit Gott geht Alles glücklich fort.
Mit Gott muß Alles Segen bringen,
Mit Gott nützt Alles hier und dort.
Mit Gott ist Alles gut gethan,
Mit Gott geht Alles himmelan!

Schauer – Salomo Francks geistliche Lieder

Franck, Salomo – Ach Gott, verlaß mich nicht

1) Ach Gott, verlaß mich nicht,
Gib mir die Gnadenhände!
Auch führe mich, dein Kind,
Daß ich den Lauf vollende
Zu meiner Seligkeit;
Sei du mein Lebenslicht,
Mein Stab, mein Hort, mein Schutz:
Ach Gott, verlaß mich nicht!

2) Ach Gott, verlaß mich nicht,
Regiere du mein Wallen,
Ach laß mich nimmermehr
In Sünd und Schande fallen!
Gib mir den guten Geist,
Gib Glaubenszuversicht,
Sei meine Stärk und Kraft:
Ach Gott, verlaß mich nicht!

3) Ach Gott, verlaß mich nicht,
Ich ruf aus Herzensgrunde.
Ach Höchster, stärke mich
In jeder bösen Stunde;
Wenn mich Versuchung plagt
Und meine Seel anficht,
So weiche nicht von mir:
Ach Gott, verlaß mich nicht!

4) Ach Gott, verlaß mich nicht,
Ach, laß dich doch bewegen,
Ach Vater, kröne doch
Mit reichem Himmelssegen
Die Werke meines Amts,
Die Werke meiner Pflicht,
Zu tun, was dir gefällt:
Ach Gott, verlaß mich nicht!

5) Ach Gott, verlaß mich nicht,
Ich bleibe dir ergeben.
Hilf mir, o großer Gott,
Recht glauben, christlich leben
Und selig scheiden ab,
Zu sehn dein Angesicht!
Hilf mir in Not und Tod:
Ach Gott, verlaß mich nicht!

Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home

Freder, Johann – Ich dank dir Gott (Morgenlied)

1. Ich dank‘ dir, Gott!
für all‘ Wohlthat,
daß du auch mich
so gnädiglich
die Nacht behüt’t
durch deine Güt‘
und bitte fort,
o Gott, mein Hort!
vor Sünd‘ und G’frahr
mich heut‘ bewahr‘,
daß mir kein Böses widerfahr‘.

2. Ich b’fehl‘ dir, Herr!
mein‘ Seel‘ und Ehr‘,
Herz, Sinn und Muth,
mein’n Leib und Gut
und all‘ das Mein‘;
der Engel dein
hab‘ mich in Acht,
daß nicht find‘ MAcht
der Feind an mir,
nach sein’r Begier,
noch mich in Sünd‘ und Lüsten führ‘.

3. Auch woll’st du, Herr!
vergeben mir
durch deine Huld
mein‘ Sünd‘ und Schuld,
wo ich an dich
vergangen mich,
unrecht gethan,
o Herr! verschon‘
zu aller Frist
durch Jesum Christ,
der unser ein’ger Mittler ist.

Geistlicher Liederschatz

Freder, Johann – Ein anderes Morgengebet (ICk danck dy, Godt, vor alle dine woldadt)

ICk danck dy, Godt, vor alle dine woldadt,
dat du heffst my so gnedichlick
bether behödt dorch dine gudt,
Und bidde dy vort: O Godt, myn hordt,
vor sündt und vahr my stedes bewar,
wente du heffst getelt mines höuedes har.

Erholdt my, Here, by gelimp unnd ehr,
nym in dyn hödt Lyff, Seel und Gudt,
gemahl und kindt und myn gesindt!
De Engel dyn myn beschütter syn,
dem viende wehr syn vorsatlick beschwer,
in dine handt beuel ick my, O Godt myn Herr.

Here, lath dyn Wordt an allem ordt
dorch dine Knecht vorkünden recht,
fry, apenbar, rein, luther und klar!
Ach leue Here, dem Sathan wehr,
diner leue brunst entfenck in uns
dorch dines hilligen Geistes gunst.

Godt Vader, ick danck myn leeuenlanck
diner Mayestat vor alle woldat;
ock by, Here Christ, unnd dem hilligen Geist,
De my recht lehr, myn gelouen mehr;
dorch Christi dodt in der lesten nodt,
O Got, min arme Seel nym hen in dyn behödt!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Freder, Johann – Ein Morgengebet (ICk dancke dy, Godt, vor alle woldat,)

ICk dancke dy, Godt, vor alle woldat,
dat du ock my hefft gnediglick
de nacht behüdt dörch dine gud,
Und bidde nu vort: O Godt, myn hordt,
vor sünden unnd vahr my hüdt bewar,
dat my kein böses wedderfar!

Ick beuel dy, Herr, mine Seel und ehr,
hert, sinn unnd mudt, myn Lyff unnd gudt
und all dat mine: de Engel dyn
Hebb miner acht, dat nicht vinde macht
de viendt an my nha sinem bger
und my in sünde mit listen vör.

Ock woldest, Here, vorgeuen my
dorch dine huldt myn sünd und schuldt:
ick heb an dy vorgrepen my,
Unrecht gedan! HERR, gnad und schon
tho aller frist dorch Jesum Christ,
de unse einige Midler ist!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Freder, Johann – Ach lieber Herre Jesu Christ, der du ein Kindlein worden bist

1. Ach lieber Herre Jesu Christ,
der du ein Kindlein worden bist,
von einer Jungfrau rein geborn,
daß wir nicht möchten sein verlorn,

2. du hast die Kinder nicht veracht‘,
da sie sind worden zu dir bracht,
du hast dein Händ auf sie gelegt,
sie schön umfangen und gesagt:

3. »Die Kinder lasset kommen her
zu mir, ihn‘ niemand solches wehr,
denn solcher ist das Himmelreich,
die man mir bringt, beid, arm und reich.«

4. Ich bitt, laß dir befohlen sein,
ach lieber Herr, dies Kindelein,
behüte es vor allem Leid
und alle in der Christenheit.

5. Durch deine Engel es bewahr
vor Unfall, Schaden und Gefahr;
erbarm dich seiner gnädiglich,
gib deinen Segen mildiglich.

6. Gib Gnad, daß es gerate wohl
zu deinen Ehrn und Wohlgefalln,
auf daß es hier gottseliglich,
hernach auch lebe ewiglich.

Tech, Nikolaus – Das Sanctus (Niederdeutsch)

1534?

Aus dem niederdeutschen GB. Magdeborch, Hans Walther. 1534.

Hillich ys Godt de Vader,
Hillich ys Godt de Sone,
Beider Geist, truwe rader,
Hillich ist, rein unde schön,
Ein eniger woldeder
Unser unde unser veder;
Mit vlith he uns vorsorget.

Starcke Vörste, mechtige Here
Aver Sebaoth, alle
Sünde, Dodt unde de Helle
Vor em gantz möthen vallen.
Darüm hemmel unde erden
Vull syner eere werden
Unde schrien Hosianna.

Christe sy alle tidt prise,
De dar quam jn Gades namen
Mit wunderliker wise,
Unse viende all thosamen
Weldich hefft averwunnen
Unde syn rick jngenamen.
Nu ropt all Hosianna.

Mützell – Geistliche Lieder der evangelischen Kirche aus dem sechszehnten Jahrhundert

Freder, Johann – Preis der Hülfe Gottes (Myn‘ Seele schall nah Hertengrund)

Der 145ste Psalm

Myn‘ Seele schall nah Hertengrund
Dy laven, Godt myn Herr;
Dyn Loff schall singen stets myn Mund
Und prysen hoch dyn‘ Ehre.
Ick will myn ganze Levenlang
Dy, Godt myn Here, seggen Dank‘,
Dewyle ick bin up Erden.

Dy gehört, Godt Here, (Prys) Ehr‘ und Loff!
Du helpen kannst alleine.
Alle Försten sint ock Erd‘ und Stoff,
Wo ander‘ Minschen gemeine.
Darup sick Nemandt lathen schall;
ER‘ Hülp döcht doch nicht averall,
Wenn rechte Nodt und drücket.

Idt sy ein Minsch wo groth he kann,
Den Geist moth he upgeven;
Tho syner Tydt moth he darvan,
He kann nicht ewich leven.
Tho Erd he wedder werden moth;
So ys denn alle Höpening uth,
All Anschläg synt vorlaren.

Wol dem, de Godt den Heren anröpt
Und sick em ganz vortruwet
In Nodt, Dodt, tho em allein löpt,
Von Herten up en buwet!
Wol em! He nicht vorderven kann,
Wol Godt sick syn nimmt sülvest an;
De wert en wol bewaren.

De Herr gewißlick helpen kann;
Syn‘ Macht de heft neen Ende,
Den Hemmel, Meer und Erdenplan
Gemaket hebben syn‘ Hände
Und allem wat darinne is;
Ock is syn‘ Thosage vast und gewiß,
Denn de holt ewich Loven.

Vortruw du Godt und roep en an,
So du Gewwalt most lyden.
He helpen will, dartho ock kann;
He is up diner Syden.
He schaffet Recht in solcker Nodt,
Und kann der Bösen Avermodt
Gar balde mit Schrecken stillen.

Godt kann thostören mit Gewalt
Godtloser Lüde Anschläge,
Dat er Vornemen uphöre bald;
Thorügge drift he er‘ Wege,
Dat all er Doen den Krevetgang gah,
Und ere Freud‘ nicht lang bestah,
Mackt schnell mit en ein Ende.

De Here ys Köninck ewichlick,
Heft alles in sinen Händen;
De Herr regert geweldichlick
Von Anfang beth thom Ende.
Von nu an beth in Ewicheit,
Zion, du rechte Christenheit,
Schallt Alleluja singen.

Rambach – Anthologie christlicher Gesänge aus der neueren Zeit

Franz, Ignaz – Grosser Gott, wir loben Dich

Großer Gott, wir loben dich,
Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit.

Alles, was dich preisen kann,
Cherubim und Seraphinen
stimmen dir ein Loblied an,
alle Engel, die dir dienen,
rufen dir stets ohne Ruh:
Heilig, heilig, heilig! zu.

Heilig, Herr Gott Zebaoth,
heilig, Herr der Kriegesheere,
starker Helfer in der Not!
Himmel, Erde, Luft und Meere
sind erfüllt von deinem Ruhm;
alles ist dein Eigentum.

Der Apostel Christi Chor,
der Propheten große Menge,
schickt zu deinem Thron empor
neue Lob- und Dankgesänge;
der Blutzeugen große Schar
lobt und preist dich immerdar.

Auf dem ganzen Erdenkreis
loben Große und auch Kleine
dich, Gott Vater; dir zum Preis
singt die heilige Gemeine;
sie ehrt auch auf seinem Thron
deinen eingebornen Sohn.

Sie verehrt den heiligen Geist,
welcher uns mit seinen Lehren
und mit Troste kräftig speist,
der, o König aller Ehren,
der mit dir, Herr Jesu Christ,
und dem Vater ewig ist.

Sieh dein Volk in Gnaden an,
hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;
leit es auf der rechten Bahn,
daß der Feind es nicht verderbe.
Wart und pfleg es in der Zeit,
heb es hoch in Ewigkeit.

Alle Tage wollen wir
dich und deinen Namen preisen
und zu allen Zeiten dir
Ehre, Lob und Dank erweisen.
Rett aus Sünden, rett aus Tod,
sei uns gnädig, Herre Gott.

Herr, erbarm, erbarme dich;
auf uns komme, Herr, dein Segen;
leit und schütz uns väterlich,
bleib bei uns auf allen Wegen!
Auf dich hoffen wir allein;
laß uns nicht verloren sein.

Franke, August Hermann – Nun aufwärts froh den Blick gewandt

Nun aufwärts froh den Blick gewandt
und vorwärts fest den Schritt!
Wir gehn an unsers Meisters Hand,
und unser Herr geht mit.

Vergesset, was dahinten liegt
und euern Weg beschwert:
was ewig euer Herz vergnügt,
ist wohl des Opfers wert.

Und was euch noch gefangen hält,
o werft es von euch ab!
Begraben sei die ganze Welt
für euch in Christi Grab!

So steigt ihr frei mit ihm hinan
zu lichten Himmelshöhn.
Er uns vorauf, er bricht uns Bahn;
wer will ihm widerstehn?

Drum aufwärts froh den Blick gewandt
und vorwärts fest den Schritt!
Wir gehn an unsers Meisters Hand,
und unser Herr geht mit.