Alber, Erasmus – Ein Gebet zu dem ewigen Wort Gottes,

aus unaussprechlicher Liebe gegen die Menschen Mensch geboren, den Kindern, die Jesum lieb haben, zum neuen seligen Jahr. Erasmus Alberus 1552.

O Wort, ein wahrer Mensch gebotn,
Sonst wär ich ewiglich verlorn,
Du liebes Wort, erbarm dich mein,
Weil du mein Bruder wolltest sein.
Dein Blut macht mich von Sünden rein,
Das faßt der Glaub an Christ allein.
O Wort, für mich ein Mensch geborn,
Du hast gestillet Gottes Zorn.
Herr Jesu Christ, mein edler Hort,
Beide Gottes und Marien Sohn,
Für allen Menschen Kindern schon.
Holdselig sind die Lippen dein,
Darum kann ich nicht verzagt sein.
Ich traue dir und hoff auf dich,
Weil du Mensch bist worden für mich.
Wenn du nicht wärest Mensch geborn,
So wäre ich ewiglich verlorn.
Durch dein Gerechtigkeit bin ich
Für Gott gerecht, deß freu ich mich.
Ich bin durch dein Gerechtigkeit
Gerecht gemacht in Ewigkeit.
Dein heiliges Blut macht mich gerecht,
Dein Blut macht Alles recht und schlecht.
Durch deinen heiligen Tod leb ich,
Und werd nicht sterben ewiglich.
Denn ich von Herzen gleub an dich
Drum wirst du nicht verlassen mich.
So ist nu sterben mein Gewinn,
Dieweil ich dein eigen bin.
Ich werd nicht sterben, sonder leben;
Denn ich hab mich dir ganz ergeben.
Ich fahr dahin im Glauben schon
Mit Fried und Freud, wie Simeon.
O Wort, du bist mein einiger Trost,
Dein Tod hat mich vom Tod erlost.
O Wort, durch deine große Macht
Hat mich dein Tod zum Leben bracht.
O Christ, du theuer werthes Wort,
Der Satanas hat mich ermordt,
Durch deinen Tod vom Tod ward ich
Erlöst und leb dir ewiglich.
O Wort, du bist mein Stock und Stab,
Laß mich nicht fallen vom Glauben ab.
O Wort, nicht lasse, das bitt ich,
Kein Unrecht herrschen über mich.
Darzu gieb mir den heilign Geist,
Den du mir, liebes Wort, verheißt.
Ach Herr, gib mir ein neuen Sinn,
Dieweil ich neu geboren bin.
Herr, siehe mich an gnädiglich,
Dieweil du durch dein Blut hast mich
Von allen Sünden gereinigt.
Darum erhör doch mein Gebet
Amen, Amen, du liebes Wort,
So bin ich selig hie und dort.
Denn ob mich schon die böse Welt
Für ein Fluch unde Greuel hält,
So bin ich doch im Himmelreich
Den heilign Engeln Gottes gleich.
Ob sich die Welt wol sauer stellt,
Thu ich doch nicht, was ihr gefällt.
Hab ich schon zeitlich Güter nicht,
So ist doch Gott mein Zuversicht.
Ich hab bei mir das liebe Wort,
Dasselb Wort ist mein treuer Hort.
Ich hab bei mir den ewigen Gott,
Der ist mein Trost in aller Noth.
Der ganzen Welt entschlah ich mich,
Wenn ich nur hab, Herr Christe, dich.
Welt, wie du willt, hie steh ich frei,
Und achte nicht dein Wütherei.
Ich hab das liebe Wort bei mir,
Derhalben frag ich nicht nach dir.
Ade, Ade, du falsche Welt,
Das Wort, welchs mir allein gefällt,
Für allem UEbel mich erhält.
Das Wort hat sich zu mir gesellt,
Das Wort hab ich, da bleib ich bei,
Das Wort macht mich von Sünden frei.
Daß Wort Gotts ewig bei uns sei,
Dazu uns Christ sein Gnad verleih.

Amen.

Stromberger – Erasmus Alberus geistliche Lieder

Alber, Erasmus – Der Lobgesang Symeons.

(Kirchengesäng, Franckfurt am MAyn M.D.LXX, in 8°, Blatt 158.)

GElobet sey der Herr, der Gott
Israel, der in dieser not
Sein völcklein, das da war verflucht,
mit gnaden hat daheim gesucht
Und uns erlöst vom ewigen zorn,
und auffgericht ein heilsams horn
in seines diensers Dauids hauß!
es war sonst ewig mit uns auß.

Solch uberschwenglich groß genad
kompt uns nit her aus unserm rath,
Sie ist vorzeiten worden kundt
durch seinr heilgen Propheten mund,
Durch welche Gott verheissen hat,
er wöll von sünden, hell und tod
und allen feinden gnediglich
sein volck erlösen ewiglich.

Es ist eytel barmhertzigkeyt,
die Gott in unserm hertzenleid
Erzeigt und denckt an seinen bund,
wie er mit seinem heilgen mund
Ein eyd vorzeiten hat geschworn,
eim Man, den er hat außerkorn,
unserm Vatter, dem Abraham:
das heyl kompt uns auß seinem stamm.

Got seines hertzen grund auffschloß,
da er ansah das elend groß,
Darinn die welt gefangen lag
und hat vom teuffel ewig plag!
Ach lieber Gott in ewigkeyt,
wie groß war dein barmhertzigkeyt,
da du verhießt die ewig kron
durch deinen eingebornen Son!

Dieweil wir nun erlöset sein
von sünden, tod und ewigr pein,
So sollen wir uns förchten nicht
fürm teuffel: er ist schon gericht.
Gott wil nun unser vatter sein,
dem wöllen wir auch dienen allein,
weil wir leben in dieser welt,
mit solchem dienst, der ihm gefelt.

Und du, mein liebes kindelein,
wirst ein Prophet des höchten sein!
Du wirst von unserm lieben Herrn
verkündigen von hertzen gern
Und seinen weg bereyten wol,
daß jederman sein warten sol,
du wirst das volck erkennen lern
das ewig heil, Christ unsern Herrn.

Das wird die leer sein, das man künd
vergebung haben aller sünd
Durch hertzliche barmhertzigkeyt
unsers Gottes in ewigkeyt.
Das ist ein uberschwenglich gab,
die kompt uns auß der höh herab,
die Gottheyt Christi leucht herein,
gleich wie der sonnen auffgang fein.

Er ist allein des Vatters glantz,
der unser hertz erleuchtet gantz,
Er hat uns durch sein grosse macht
errettet von der finster nacht,
Darinn wir sassen alle sampt
vom Satan ewiglich verdampt,
daß unser füß auffrichtig stehn
und auff dem weg des fridens gehn.

Du heilige Dreyfaltigkeyt,
dein ausserwelte Christenheyt
Kan nicht genug von loben dich,
daß du, ihr vatter gnediglich,
Dein eingen Sohn gegeben hast,
der sie vom Teuffel hat erlößt,
und auch dein heilgen Geyst gesend,
dardurch sie deinen Sohn erkent.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Alber, Erasmus – Der Lobgesang Marie.

(Kirchengesang. Franckfurt am Mayn M.D. LXX,)

MEin lieber Herr, ich preise dich,
von gantzem hertzen frew ich mich,
Daß ich dein arme dienerin
mit gnaden angesehen bin.
All Gottes kinder werden mich
deß selig sprechen ewiglich,
du hast mich durch dein grosse macht
zu solchen grossen ehren bracht.

Dein nam ist aller ehren wert,
darumb man dich billich rhümt und ehrt;
Du nimbst dich aller menschen ahn,
wann sie dich nur vor augen han.
Die aber wider dich stoltziern
und wöllen uber dich regiern,
zerstörestu mit jhrem pracht,
du hast jhr bald ein end gemacht.

Was sie gedencken wider dich,
das geht doch allezeit hindersich,
Dann hoffart kanstu leiden nicht,
du hast sie gar bald hingericht.
Du sihst allein die demut ahn,
die armen seind dir underthan,
die wiltu lassen nimmermehr,
die stoltzen reichen läßstu lehr.

Wie du vor allzeit hast gethan,
so nimstu dich auch unser an,
Und denckest der barmhertzigkeyt
in unserm grossen hertzenleid;
Dann Israel, dein arme schar,
ist in der welt verlassen gar,
drumb kompst du jetzt zu rechter zeit,
weil sie so hertzlich zu dir schreit.

Wir habens nicht verdient umb dich,
du färst mit uns genädiglich;
Zu unsern vättern ist geschehn
ein wort, das hastu angesehn.
Ja Abraham, dem theuren mann,
dem hastu selbs ein eyd gethann
und jhm geredt das himmelreich
und seinem samen ewiglich.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Alber, Erasmus – Der 119 Psalm.

(Psalmen, geystliche Lieder und Gesänge, Straßburg D. M. LXIX. in 8°. Blatt CXXXIIII.)

WEr Gotts Wort hat und bleibt dabei
und hüt sich für Abgötterei,
Das ist fürwar eyn Selger Mann,
der auch den Teuffel trotzen kan.

Er hellt Gotts Wort für keyn Gedicht,
zum HERREN hat er sein zuversicht,
Denselben rufft er täglich an,
das er bleib auff der rechten ban.

Nach Gottes Wort verlangt ihn sehr,
er fragt nichts nach unnützer Lehr
Und mag nit hörn das loß Geschwetz,
sonder hat lust an Gotts Gesetz.

Des Worts kan er gar nit entpern,
drumb muß er Gotts Wort täglich lehrn;
Darauff wend er sein höchsten fleiß,
des HERRN Wort ist sein täglich speiß.

Täglich bitt er den lieben Gott,
das er beharr bei seim Gebott,
Das ist ihm lieber weder Gold,
dem Wort ist er von hertzen hold.

Keyn grösser freud ihm widerfehrt
dann das ihm Gott sein Wort beschert,
Nach Gotts Gesetz er fleißig tracht,
des Worts begert er tag und nacht.

Unnd wann jhm unglück kompt zu hauß
und weyß nicht, wo er soll hinauß,
Als bald er seine Zuflucht hat
zu Gottes Wort, da findt er Rath.

Er fragt nichts nach der Heuchelei,
Gotts Wort hat er, da bleibt er bei;
Vertreibt damit die böse zeit,
der Welt haß unnd des Teuffels neid.

Das Wort Gotts ist das rechte Schwerd
unnd Waffen, damit er sich wehrt,
Wann sein der böse feind begert;
das Schwerdt ist aller Ehren werdt.

Das reyne Wort von Jesu Christ
vil süsser weder Honig ist,
Dasselbig Er vil höher acht
dann aller Welt Gut, Ehr und Pracht.

Das Wort macht ihn zum frommen Mann,
das Er hlfft, wem er helffen kann,
Und hellt sich so fein erbarlich,
das ander Leuth auch bessern sich.

Er dancket Gott durch JEsum Christ,
das jhm sein Wort bescheret ist,
Drumb lobt er Gott und opffert stäts
dem HERRN das Opffer seins Gebetts.

Von gantzem Hertzen sucht er Gott,
das er nur bleib bei seim Gebott,
Unnd bitt den Vatter umb genad,
auff das ja sein Wort wol gerath.

Er bitt auch Gott, das er noch mehr
mit seinem heylgen Wort bekehr,
Unnd das des Teuffels Reich vergeh
und Er in allen schanden steh.

Hört er eyn Kind von diser Welt,
das Gottes Wort für nichtig hellt,
Das thut ihm weh und bittet Gott,
das er beharr bei seim Gebott.

Er fragt nichts nach der bösen Rott,
die Gotts Wort achten für eyn spott,
Läßt sich auch keyne Tyrannei
von Gott treiben, wie groß sie sei.

Er weyß, es wirdt nicht lang bestehn,
die Spötter müssen undergehn,
Wo sie sich wöllen bessern nicht:
Gotts zorn hat sie bald hingericht.

Ob sie die Christen plagen sehr
von wegen diser guten Lehr,
So bleibt gleichwol die Christenheyt
und bringt daruon die Seligkeyt.

Bei Gott findt sie eyn sichern Ort,
das ist das Heylig ewig Wort,
Dadurch geschaffen ist die Welt,
die noch das ewig Wort erhellt.

Das Wort ist Frid, Freud, Liecht unnd Trost,
durch Gotts Wort ist die Welt erlößt,
Das Wort verlaßt uns nimmermehr,
dieweil wir suchen Gottes ehr.

Das Wort Gotts heylsam sitten lehrt
und jmmerdar den Sünden wehrt,
Und ob jemand gestrauchelt hat,
bei Gotts Wort findt man wider Rath.

Das Wort Gottes ist lauter und reyn,
und reyniget das Hertz alleyn,
Das Wort Gotts macht die Albern weiß,
dem Wort sei ewig ehr und preiß!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Alber, Erasmus – Christe, du bist der helle Tag

1. Christe, du bist der helle Tag
vor du die Nacht nicht Bleiben mag,
Du leuchtest uns vom Vatter her
und bist des Lichtes Prediger

2. Ach lieber Herr, behüt uns heut
in dieser Nacht vorm bösen Feind
und laß uns in dir ruhen fein
und vor dem Satan sicher sein.

3. Obschon die Augen schlafen ein,
so laß das Herz doch wacker sein;
halt über uns dein rechte Hand,
daß wir nicht fall’n in Sünd und Schand.

4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ:
behüt uns vor des Teufels List,
der stets nach unsrer Seele tracht‘,
daß er an uns hab keine Macht.

5. Sind wir doch dein ererbtes Gut,
erworben durch dein heilges Blut;
das war des ewgen Vaters Rat,
als er uns dir geschenket hat.

6. Befiehl dem Engel, daß er komm
und uns bewach, dein Eigentum;
gib uns die lieben Wächter zu,
daß wir vorm Satan haben Ruh.

7. So schlafen wir in Namen dein
dieweil die Engel bei uns sein
Du Heilege Dreifaltigkeit
wir loben dich in Ewigkeit.

Agricola, Johann – Der CXVII. Psalm Psalmus Laudate dominum omnes gentes

Frolich wollen wyr Alleluia singen,
aus hitziger gyr unsers hertzen springen,
Seyn gnad vertilget hat alle unser sunden,
in yhm haben wyr reuche schetze funden.

Alls was lebt auff erden sollen Got loben,
reichlich ist seyn gnad uber uns erhoben,
Gnad, leben, sterk und krafft haben wyr ererbet,
hell, todt, des teuffels macht ist durch uhn verterbet.

Gott sagt gnade zu alln, die yhm vertrawen,
trost, hilff, schickt er zu den, so auff yhn bawen,
Fest, stedt, trewlich helt, one list und triegen,
wye seyn wort vormelt, dan ehr kan nicht liegen.

Got sey lob gesagt und seym eynige sone,
heyligem geyst, Gott von art, mechtig in eym throne,
Von anbegyn er war, bleybt auch bis ans ende,
all welt sihet yhn klar. Herr, von uns nicht wende.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer
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Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“

Agricola, Johann – Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ

Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ,
ich bitt, erhör mein Klagen;
Verleih mir Gnad zu dieser Frist,
laß mich doch nicht verzagen;
den rechten Glauben, Herr, ich mein,
den wollest du mir geben,
dir zu leben,
dem Nächsten nütz zu sein,
dein Wort zu halten eben.

Ich bitt noch mehr, o Herre Gott,
du kannst es mir wohl geben,
daß ich nicht wieder werd zu Spott;
die Hoffnung gib daneben,
voraus wenn ich muß die haben,
daß ich dir mög vertrauen
und nicht bauen
auf all mein eigen Tun,
sonst wirds mich ewig reuen.

Verleih, daß ich aus Herzensgrund
mein Feinden mög vergeben;
verzeih mir auch zu dieser Stund,
schaff mir ein neues Leben;
dein Wort mein Speis laß allweg sein,
damit mein Seel zu nähren
mich zu wehren,
wenn Unglück geht herein,
das mich bald möcht verkehren.

Laß mich kein Lust noch Furcht von dir
in dieser Welt abwenden;
Beständig sein ans End gib mir,
du hasts allein in Händen;
und wem dus gibst, der hats umsonst,
es mag niemand erwerben
noch ererben
durch Werke deine Gunst,
die uns errett vom Sterben.

Ich lieg im Streit und widerstreb;
hilf, o Herr Christ, dem Schwachen.
An deiner Gnad allein ich kleb,
du kannst mich stärker machen.
Kommt nun Anfechtung her,
so wehr
daß sie mich nicht umstoße;
du kannst machen, daß mirs nicht bringt Gefahr:
Ich weiß, du wirsts nicht lassen.

Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Kirche im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt
—-
Nach anderen Quellen gilt der Verfasser als unbekannt.

Adam von Fulda – Ah hilff mich leid, Geistlich

AH hilff mich leid und sehnlich klag!
von tag zu tag solt sich
trewlich mein hertz mit schmertz besagen,
klagen der verlornen zeit,
Die ich so thörlich hab verzert,
beschwert beid leib und seel,
on heil und not für Gott, der rechen,
brechen wil der sunden neid.
Denn ich sein ehr sehr schwer-
lich han an scham verwund,
und kund gemacht nacht tag und stund
grund, mein ubelthat;
gnad bat ich da umb sonst,
gunst, kunst war gar verlorn,
zorn, ungemach,
rach sah ich one ziel,
viel zu verkeren, mehren ungenad.
Gott hat rechtlich mich hie gestrafft;
schafft, als ich mein, sein Göttlich recht,
verschmecht kein knecht, der sich rewlich
mit zehren keren ist zu Gott,
Denn er wil nicht des sunders tod.

Mein kleglich bit bewegen sol
den vol genaden schrein,
allein HERR Christ der ist on gleichen,
weichen mus alls himels heer.
Ich bsorg auch nicht, das sey umbsonst
sein gunst, die er zuns tregt,
bewegt das hertz vol schmertz mit ringen,
dringen nach verlorner ehr. Sein wunden rot, not, spot
und scham dem Vater zeigt,
beigt, neigt und zwingt, dringt das er lieb,
üb barmhertzigkeit,
geit zeit und ware rew, new trew
ins sunders hertz, schmertz, wach und ach,
schmach, rach und kranckheit viel
wil sie bekeren, leren sein gedult.
Die schuld ist mein, sein gnad ich ger:
ker dich zu mir schir, höchster trost,
du hast erlost, für mich schcwerlich
vergossen lassen dein blut rot,
Durch deiner marter angst und not!

All dienst an mir fand Gott gespart,
gar hat in des befilht,
doch hilt sein huld gedult viel jaren
sparen mich für aller not.
Ich lebt im saus nach alter weis,
kein vleis zu Gottes lob,
als ob sein güt mich müht zu leben,
streben wider sein gebot.
damit ich han an scham
sein ehr sehr fast verletzt,
tretzt, setzt mein sinn hin wider Gott,
hat gerewet mich;
ich sih, sein Göttlich krafft hafft, strafft
mein unzucht hie, wie jm gliebt,
betrübt, übt lieb und rach,
nach gantz lieblicher veterlicher art.
Ah Christe mild, bild gnad mir ein,
dein diener ich mich ger zu sein,
in rechtem schein hoff ich frölich
zu wandern, andern verlorn zeit:
Da helffe mir zu Christ, der für uns leid!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Aberlin, Joachim – Der CXXXIIII. Psalm.

Ecce nunc benedicite Domino omnes servi

Im Thon, Als Conditor alme, Oder, Gelobet seystu Jesu Christ

Psalter rc. Zuo Straßburg bey Wolff Köpffel, Anno M.D. XXXIX

SEhend unnd lobt den Herren recht,
alle die seind des Herren knecht!
Nit gnug lobt man mitt aller macht
ins Herren hauß die gantzen nacht.
Alleluia.

Im heyligthumb heb dhende uff,
den Herren lob der gantze hauff!
Von Sion euch der herr berat,
der erd unnd himmel gemachet hatt.
Alleluia.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer