Oeler, Ludwig – Der sibend Psalm.

Oeler, Ludwig – Der sibend Psalm.

Im Valentin Babstschen Gesangbuche II, Nro IV, ohne die letzte Strophe.

AUff dich, herr, ist mein trawen steyff,
erredt mich vor meim feynde,
Dz er nit wie ein Löw ergreiff,
mein seel zerriß geschwinde!
Herr mein gott, hab ich solchs gethan,
das ich unrechts in henden han,
böses umb frid vergolten?

Oder hab ich den fynde mein
on ursach außgezogen,
So sol er mein verfolger sein,
auff mein seel sol ers wogen,
Zerdret mein leben in die erd
und das mein eer zu schanden werd
und leg sye in den staube.

O herr, in deinem zorn stand auff
und mach den grimm zu nichte
All meiner feynd und irem hauff
erweck mir das gerichte,
Das du gebotten hast allein,
versamel umb dich die gemein,
erhöch dich umb irt willen.

Der herr is,t der sein volck geleyt
nach seinem wil auff erden.
Richt mich nach meiner grechtigkeit
und laß im ende werden
Der gotlosen boßheit unnd list,
forder die rechten, dann du bist,
der kent ir hertz und nieren.

Mein schilt ist gott, der hilffe thut
den rechtuertigen hertzen,
Er ist allein der richter gut
unnd drewt täglich on schertzen.
Wann man sich nit bekeren wil,
so seind gewetzt sein schwerdt und pfeyl,
sein bogen ist gespannet.

Er hat auff glegt tödtliche schoß,
sein pfeyl gericht zu brennen,
Vor jm kein gewalt hilfft, auch kein schloß,
das gottloß würt ertrennen.
Merck: der böß denckt und arge dück
und schwanger ist mit ungelück,
der würt ein falsch geberen!

Er grebt ein grub und felt darin,
sein unglück würt sich wenden
Auff seinen kopf, der freuel sein
würt jm sein scheytel schenden.
Ich dancke gott, sein nam ich lob,
des grechtigkeit ligt allein ob,
Eer sey dem aller höchsten!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

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