Neander, Joachim – Wo soll ich hin

Neander, Joachim – Wo soll ich hin

Wo soll ich hin, wer hilfet mir?
Wer führet mich zum Leben?
Zu Niemand, Herr, als nur zu Dir,
Will ich mich frei begeben.
Du bist’s, der das Verlorne sucht,
Du segnest, was sonst war verflucht:
Hilf, Jesu, dem Elenden!

Herr, meine Sünden ängsten mich,
Der Todesleib mich plaget;
O Lebensgott, erbarme Dich,
Vergieb mir, was mich naget.
Die weißt es wohl, was mir gebricht;
Ich fühl’s, doch sagen kann ich’s nicht:
Hilf, Jesu, dem Betrübten.

Du sprichst, ich soll mich fürchten nicht;
Du rufst: Ich bin das Leben!
Drum ist mein Trost auf Dich gericht’t,
Du kannst mir Alles geben.
Im Tode kannst Du bei mir stehn,
In Noth als Herzog vor mir gehn:
Hilf, Jesu, dem Zerknirschten!

Du bist der Arzt, der Kranke trägt,
Auf Dich will ich mich legen.
Du bist der Hirt, der Schwache pflegt,
Erquicke mich mit Segen.
Ich bin gefährlich krank und schwach,
Heil und verbind, hör an die Klag‘:
Hilf, Jesu, dem Zerschlagnen!

Ich thue nicht, Herr, was ich soll,
Wie kann ich doch bestehen?
Es drücket mich, das weißt Du wohl,
Wie wird es endlich gehen?
Elender ich, wer wird mich doch
Erlösen von des Todes Joch?
Ich danke Gott durch Christum!

Schaff – Deutsches Gesangbuch

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