Neander, Joachim – Der Tag ist hin; mein Jesu, bei mir bleibe

Neander, Joachim – Der Tag ist hin; mein Jesu, bei mir bleibe

1. Der Tag ist hin; mein Jesu, bei mir bleibe.
O Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe;
geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit,
erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit.

2. Lob, Preis und Dank sei dir, mein Gott, gesungen,
dir sei die Ehr, daß alles wohl gelungen
nach deinem Rat, ob ichs gleich nicht versteh;
du bist gerecht, es gehe, wie es geh.

3. Nur eines ist, das mich empfindlich quälet:
Beständigkeit im Guten mir noch fehlet.
Das weißt du wohl, du Herzenskündiger,
ich strauchle noch wie ein Unmündiger.

4. Vergib es, Herr, was mir sagt mein Gewissen;
Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir gerissen.
Es ist mir leid, ich stell mich wieder ein,
da ist die Hand: du mein, und ich bin dein.

5. Israels Schutz, mein Hüter und mein Hirte:
zu meinem Trost dein sieghaft Schwert umgürte;
bewahre mich durch deine große Macht,
wenn mir der Feind nach meiner Seele tracht‘.

6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen.
Ach, laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen.
O Lebenssonn, erquicke meinen Sinn.
Dich laß ich nicht, mein Fels. Der Tag ist hin.

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