Matthias Claudius – Krieg und Friede

Matthias Claudius – Krieg und Friede

Der Vorsänger:

Es ertönt ein Lied vom Frieden,
Macht den Sängern Platz!
Denn Er ist fürwahr hienieden
Gar einn großer Schatz;
Und zu Felde gehn und kriegen
Ist kein Glück, und kein Vergnügen!
Saget an!
Saget an!

Alle:
Nicht zu Felde gehn und kriegen!
Menschenblut
Ist doch viel zu gut.

Der Vorsänger:

Heißt zwar: Völker überwinden,
Glorreich insgemein.
Glor-reich können wir’s nicht finden,
Glor-arm mag’s wohl sein.
Ohne Not ist auch zu siegen
Uns kein Glück, und kein Vergnügen.
Saget an!
Saget an!

Alle:

Wollen ohne Not nicht siegen.
Menschenblut
Ist doch viel zu gut.

Der Vorsänger:

Wenn der Fürst nur leibt und lebet
Für den Untertan,
Und das stille Hausglück schwebet
Über Frau und Mann,
Und die Kinder in der Wiegen
Wohlgemut und sicher lieben!
Saget an!
Saget an!

Alle:

Ja, du lieber Fürst! nicht kriegen!
Menschenblut
Ist doch viel zu gut!

Der Vorsänger:

Doch, wenn ohne Fug und Ehren
Jemand trotzt, und droht
Herd und Altar zu zerstören,
– Not hat kein Gebot –
Denn zu kriegen und zu siegen,
Und zu schlagen, bis sie liegen!
Saget an!
Saget an!

Alle:

Das ist Recht, und ist Vergnügen
Menschenblut
Ist denn nicht zu gut!

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