Knaust, Henrich – Zucht, ehr und lob,

Knaust, Henrich – Zucht, ehr und lob,

Christlich unnd moraliter verendert.

ZUcht, ehr unnd lob gebühret dir,
mein zier! all mein begir
zu dienen ist dir gar bereit!
Du bist fürwar der rechte Herr,
mein ehr, die ich beger,
du kanst mir wenden all mein leidt.
Seidt ich doch weiß zukünfftig not,
kein rath auff Erd mir helffen mag,
es leit am tag: vernimb mein klag
die ich aufftrag,
send gnad, mein Herr, ehe ich verzag!

Recht als ein Wild kein vernunfft hab,
vör ab weil trost und lag
durch leidens gwalt verloschen wirdt;
Dadurch mein krancks und trawrigs Hertz
on schertz unsäglich schmertz
mit seuffzen viel im elendt führt.
Ich glaub, kein freud sei mir beschert,
vermehrt sich doch mein schmertzlich weh,
wie ichs nur dreh, geh oder steh,
gleich wie der schne
ich armer Mann im leid vergehe.

Ich laß einn reden was er wil,
inn still mich betrübt so viel
mein hertzlich leid mehr dann ich klag!
Mir war vor nie mein Hertz so wundt,
kein stundt ist mir so kundt
mein schwere pein, die ich stets trag.
Herr, durch dein Hülff not wirdt gewend
behend, solchs bitt und wölt
mein groß unschuld und stette gedult
verwend in huld,
hilff schie, mein Gott, und sei mir hold!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Die Kommentare sind geschlossen.