Johann Freder – Der LXXIX Psalm.

Johann Freder – Der LXXIX Psalm.

ACh Herr, mit diner hülp erschin,
redt vns an Lyff vnd Seele!
Geuallen sint int Erue dyn
der viende syn seer veele,
Vor en dyn Gades deenst vnd wordt
gelastert wert an mennigem ort
vnd jemmerlick vorstöret.

Ock ys dynes Volckes vnschuldich Bloth
offtmals so veel vorgaten,
Dat idt gelick als ein waterfloth
hefft allenthaluen geflaten;
So mennich Christ ys hengericht,
de doch thom Dode gaff orsake nicht,
der vele synt nicht begrauen!

De Lycham diner Hilligen werdt
synt worden Vögel spyse
Vnd van den deerten im Lande vortert:
Ach Godt, dine macht bewise!
Help doch vnd tröst vns, leue Gott,
de wy synt worden hon vnd spodt
den, de vmb vns her wanen!

Ach Herr, wo lang wiltu so gar
so hart ein vnmoth vaten?
Wiltu beweget syn jümmerdar,
dyn thorn nicht vallen laten?
Sehe an dine arme Christenheit,
gedenck an dine barmherticheit
vnd straff vns doch mith maten!

Schüdt vp dine viende dinen grimb,
de dy wol können nennen
Vnd rhömen dy mit groter stim,
im grunde äuerst nicht kennen!
Störte ock mit diner geweldigen handt
de Ricken, de dy don wedderstand
vnd dinen namen schenden!

Se freten vp den Christenheit,
se dauen, wöten, morden,
Vorwösten Kercken, Landt vnd Lüde,
wy synt seer dünne worden.
Gedenck nicht vnser missedadt,
de solck straffe wol vordenet hat,
erbarm dy vnser balde!

Tho vörderen dines Namens Ehre
help vns vth dessen nöden,
Du truwe Heilant, stuer vnd wher
der viende gruwsam wöten!
Erredde vns, Got, vth aller noth,
vorgiff vns vnse missedat
vmb dines namens willen!

Idt drynen bittern gifftigen spott
de wedder dyn Wort stryden,
Se seggen: Wor ys nu ere Gott?
wo kanstu, Herr, dat lyden!
Holdt en ere lasterent nicht tho gudt
vnnd wrecke diner hilligen Blodt,
des so veel ys vorgaten!

Dat süchtent der gefangen, Herr,
lath dy ock gan tho herte,
Tröste se in eren engsten swehr
vnd hele ere smerten!
Na dinem groten Arm vnd Gewaldt
dyn arme huepken ock erholde,
dat se men willen slachten!

Se lasteren grüwlich dinen Söhn,
Christ, unsen leuen Heren:
Ach Godt, nu lenger nicht vorschon,
erem lasteren woldestu wheren!
Vorgeldt en, Herr, veleuoldichlick,
dat se so smelick lasteren dick,
dewile se darin vorharren!

Ach Godt, help vns vnd vorlath vns nicht,
tröst vns in allem leide!
Vp dy steit vnse thouorsicht,
wy synt Schape diner weide,
Dyn Erff vnd Volck, du vnse Herr!
dyn groten Namen rhom vnd Ehr
lath vns ock Ewich prysen.

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