Hiller, Philipp Friedrich – HErr, meine Leibeshütte

Hiller, Philipp Friedrich – HErr, meine Leibeshütte

Mel.: Ach bleib’ mit Deiner Gnade.

1.
HErr, meine Leibeshütte Sinkt nach und nach zu Grab;
Gewähre mir die bitte, Und brich sie stille ab.

2.
Gib mir ein ruhig Ende; Der Augen matten Schein
Und die gefalt’nen Hände Laß sanft entseelet sein.

3.
Laß meine letzten Züge Nicht zu gewaltsam gehen,
Und gib, daß ich so liebe Wie die Entschlafenen.

4.
Doch es gescheh’ Dein Wille, Ich scheide gleich dahin
Im Kämpfen oder stille, Wenn ich nur selig bin.

5.
Bleibst Du mir in dem Herzen, Dein Name in dem Mund,
So sind mir auch die Schmerzen Im Sterben noch gesund.

6.
Dein Blut hat mich gereinigt; Trennt Leib und Seele sich,
So werden sie vereinigt Zum Seligsein durch Dich.

7.
Nach Deiner Gnade Größe Nimm nur den Geist zur Hand,
Es reiße oder löse Der Tod des Leibes Band.

8.
Ich werde auferstehen; Da geht’s zum Himmel ein;
Ich werde Jesum sehen, und Er mir gnädig sein!

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