Johann Franck – Erweitert eure Pforten.

Eigne Weise.
Oder: lobet Gott unsern Herren.

Erweitert eure Pforten,
Erhöht des Herzens Tor,
Und sucht aus allen Orten
Hier Gras, dort Blumen vor,
Die Straßen mit zu zieren,
Durch die der Herr soll ziehn,
Baut prächtige Ehrentüren,
Besteckt mit Wintergrün.

2. Wer ist, so fragt ein Jeder,
Wer ist der große Held,
Auf den jetzt hin und wieder
Der Einzug wird bestellt?
Er heißt, ihr sollts bald hören,
er heißet Zebaoth,
Er ist der Herr der Ehren
Und beides, Mensch und Gott.

3. Willkommen, großer König,
Willkommen Jesulein!
Mein Haus ist zwar zu wenig,
Mein Raum ist viel zu klein,
Dich, Herren, zu bewirten,
Doch weil du deinen Zug
Auch nimmst zu schlechten Hirten,
So ist hier Raum genug.

4. Lad‘ ab, vor meiner Treppen
Die schwere Kreuzeslast,
Die du pflegst mitzuschleppen,
Lad‘ ab, du lieber Gast.
Ist sie gleich schwer zu heben,
Jedoch bin ich verg’wisst,
Dass auch viel Trost daneben
In dieser Bürden ist.

5. Denn wenn du auf der Reise
Bei uns sollst kehren ein,
So müssen deiner Weise
Wir auch gewohnet sein.
Zwar, Fürsten zu begästen,
Gibt nicht geringe Müh‘;
Doch mehr sie uns belästen,
Je reicher zahlen sie.

6. Herr, wer allhier dich heget
Im Glauben und Geduld,
Wer deiner treulich, pfleget
Und trauet Deiner Huld:
Dem hast du schon versprochen
Das Haus der Ewigkeit,
Wird gleich allhier zerbrochen
Die Hütte dieser Zeit.

7. jetzt pflegst du einzukehren
Durchs Wort und Sakrament,
Und wirst durch Kreuzeszähren
An deinem Zug erkennt:
Dann aber wirst du kommen
Mit großer Pracht und Ruhm,
Und führen deine Frommen
In’s himmlisch‘ Eigentum.

Franck, Johann – Rorando coeli defluant.

(Aus dem Lateinischen des Joh. Campanus.)

Weise: Die helle Sonn‘ bricht jetzt herfür.

Ihr Himmel, tröpfelt Tau in Eil‘,
Ihr Wolken, regnet lauter Heil;
Nimm, Erde, wahr der Gnadenzeit
Und blühe von Gerechtigkeit.

2. Brich, Lebenssonne, durch die Luft,
Leucht‘ hitzig auf dies‘ Erbenkluft;
Die Berge stürzen schon in’s Grab
und schmelzen wie ein Wachs herab.

3. Komm, komm, O edler Kirchentau,
Befeuchte diese Trübsalsau;
Ach, setze den Verzug hintan
Und nimm das Fleisch des Menschen an.

4. Wir dorren, netz‘ uns am Gemüt,
Verbind‘ auch das verrenkte Glied;
Erlass uns Sündern unsre Schuld
Und schenk uns deine Himmelshuld.

5. Wie kommts? Die Nacht ist ohne Nacht;
Vielleicht, weil sich der Tag hermacht?
Ja, ja, die wahre Sonne scheint,
Indem sich Gott mit uns vereint.

Johann Frank – O komm, du milder Regen

O komm, du milder Regen,
Durchdringe meinen Sinn!
Komm, schütt auch deinen Segen
Auf alle Frommen hin!
laß deine Ströme fließen,
Denn wir sind matt und schwach;
Laß unser Herz begießen,
So wird der Frühling wach!

2. Du lehrst die Stummen reden,
Du gibst den Müden Kraft,
Freimüthigkeit den Blöden,
Den Thoren Wissenschaft,
Den Tiefbetrübten Wonne,
Den Kranken Arzenei,
Den Blinden Aug‘ und Sonne;
Du schaffest Alles neu!

3. Du kannst die Herzen lenken
In Einem Blick und Nu;
Wenn Menschen Arges denken,
So sprichst Du Nein dazu.
Du eilst, den Stolz zu brechen,
Machst seinen Rath zu Spott,
Daß jeder Mensch muß sprechen:
Seht, das thut unser Gott!

4. Wer still in Leid und Wehe
Zu Jesu Füßen sinkt,
Den hebst Du bald zur Höhe,
Wo Licht und Friede winkt;
Doch wer sich trotzig blähet
Im Schein des eignen Lichts,
Und Deine Kraft verschmähet,
Den machest Du zu Nichts.

5. Oft, wenn es mit den Deinen
Gar scheinet aus zu sein,
Und Christi Feinde meinen,
Sie herrschen nun allein;
Dann hilfst Du Gottes Kindern
Zum Siege wunderbar,
Und machst zu Ueberwindern,
Was schier zertreten war.

6. Wohlan! ich will Dir trauen,
Du werdest bei mir steh’n,
Und aller Feinde Grauen,
Vorüber lassen geh’n.
Scheint es um mich geschehen
In dieser argen Welt,
Dann laß die Allmacht sehen,
Die mich umfangen hält!