unbekannt – Von dem heylichen Nammen Jesu

JEsus ist ein süsser namm,
den ruffen wir armmen Sünder an,
Dar durch wir huldt erlangen
umb unser Sünd vergangen.
Genad, herr, genad
umb all unser missethat.

Jesus, wer dich suchen will,
der findt bey dir genaden vil.
Heylig, sälig ist der Mensch,
der Jesus tag und nacht bedenckt;
Der wirdt getröst,
von allen Sünden erlöst.

Jesus, wir fallen dir zu füssen,
wir wöllen dich so lang anruffen,
Mit klagen unnd mit wainen,
mit Maria Magdalena,
Biß wir finden
vergebung unser Sünden.

Jesus, du bist mein höchster trost,
den mir Gott selb hat außerkost;
In rechter lieb und gantzer begier
hoff ich deiner genaden schier,
Hilff, HERre, mir,
das sie nymmer scheyd von dir.

Jesus, mit deinem Rosenfarben Blut
hast unns erworben das Ewig gut,
Das du von Hymmel kommen bist,
hast uns erlöst von des Teüffels list.
Lob und Ehr
sey dir im Hymmel und auff Erdt.

Jesus, lieber Herre,
durch deiner Marter ehre
Verleych uns hie ein säligs endt
unnd dort ein frölich aufferstehendt;
Das ist die freüd,
die Gott seinen dienern geyt.

Lob und Ehr in der ewigkeit,
sey grüßt, du heylige dreyfaltigkeit,
Gott Vatter, Son, heyliger Gaist,
unnd das Sacrament sey hoch gepreyßt;
Wer das sucht,
der findt das Ewig liecht.

Alleluia singen wir,
Jhesum Christum loben wir
In diser gnaden reichen zeyt,
die uns vil frewd und wuhne geyt.
Allelia!
gegrüst seyst du Maria!

Krummacher, Friedrich Wilhelm – Jesus ist der Kern der Schrift

Jesus ist der Kern der Schrift,
Weil auf Ihn zusammentrifft,
Was vom alt‘ und neuen Bund
Je in Gottes Buch ward kund.

Moses, der vom Anfang schrieb,
Zeugt von Ihm aus Gottes Trieb;
Der Propheten ganzer Chor
Singt uns diesen König vor.

Davids süßer Harfenton
Klingt von Seinem Herrn und Sohn.
Auch der Tempel war Sein Bild,
Den die Herrlichkeit erfüllt.

Die Gesandten, die Er gab,
Legten nur dieß Zeugniß ab:
„Jesus Christus, Gottes Sohn,
An dem Kreuz und auf dem Thron!“

Gott sei Dank für dieß Sein Buch!
Außer diesem trifft der Fluch
In der Qual bereut man dort
Die Verschuldung an dem Wort.

Jesu, schreibe Dich allein
Durch Dein Wort dem Herzen ein,
Bis wir Dich von Angesicht
Schaue, ohne Schrift, im Licht.

Schaff – Deutsches Gesangbuch

Magdeburg, Johann – Psalm VIII. Domine dominus noster

HErr Christe, unser herrscher werd,
wie herrlich ist dein ehre,
Dein name auff der gantzen erd
in allem land so hehre,
Daß man dir dancket weit und serr
mit lob und preiß, mit reiner lehr,
beid hie und dort im himel!

Auß armer jungen kinder mund
und auß der seugling lehre,
Die deinen feinden aler seind,
hastu bereit dein ehre,
Daß du vertilgest deine feind,
die töricht und rachgierig sind,
welt, sünd, tod, teuffel, helle.

Denn ich werd sehn die himel schon,
die deine ehr bezeugen,
Den newen mond, stern und die sonn,
die du Herr wirst ernewen,
Bereyten deiner hende werck
zum zeugniß deiner grossen sterck,
mit lust werd ichs anschawen.

Was ist der mensch, der arme man,
daß du sein so gedenckest?
Des menschen kind, der jungfraw sohn,
daß du dich zu ihm lenckest,
Und dich sein nimpst so treulich ahn,
in all dem, was er hat gethan
in seinem bittern leiden?

Du hast ihn lassen kurtze zeit
von Gotte sein verlassen,
Daß deine Engel sind bey seit
gestanden solcher massen,
Als wer er nicht derselbe man,
der vor so grosse that gethan,
kund ihm nu selbs nicht helffen!

Du hast zum heupt gemachet jn,
zum Könige der ehren,
Zum Christ und Herrn gesetzet ein,
gantz fürstlich zu regieren
Uber all deiner hende werck,
uber reich, gwalt, herrschafft und sterck:
für jhm muß sichs all beugen.

Hast unter seine füß gethan
alls, was auff erden lebet,
Die schaff und ochsen, wo sie gahn,
die wilden thier, was schwebet,
Die vögel in der lufft daher,
die fische in dem weiten meer
und was sonst geht im meere.

Darumb wil ichs beschliessen fein
wie ichs hab angefangen:
Wie herrlich ist der Name dein
durch alle welt gegangen!
O Vatter, unser herrscher werd,
gelobt, gepredigt auff der erd
umbher in allen landen!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Neander, Joachim – Komm o komm Du Geist des Lebens

Komm, o komm, Du Geist des Lebens,
Wahrer Gott von Ewigkeit!
Deine Kraft sei nicht vergebens,
Sie erfüll uns jederzeit:
So wird Geist, ja Licht und Schein
In dem dunkeln Herzen sein.

Gieb in unser Herz und Sinnen
Weisheit, Rath, Verstand und Zucht,
Daß wir Andres nicht beginnen,
Denn was nur Dein Wille sucht;
Dein Erkenntniß werde groß
Und mach uns vom Irrthum los!

Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege!
Führ uns auf der rechten Bahn,
Räume alles aus dem Wege
Was im Lauf uns hindern kann.
Wirke Reu‘ an Sünden Statt,
Wenn der Fuß gestrauchelt hat!

Laß uns stets Dein Zeugniß fühlen,
Daß wir Gottes Kinder sind,
Die auf Ihn alleine zielen,
Wann sich Noth und Drangsal find’t!
Denn des Vaters Liebesruth‘
Ist uns allewege gut.

Reiz uns, daß wir zu Ihm treten
Frei, mit aller Freudigkeit;
Seufz auch in uns, wann wir beten,
Und vertritt uns allezeit:
So wird unsre Bitt‘ erhört
Und die Zuversicht vermehrt.

Wird uns dann um Trost auch bange,
Daß das Herz oft rufen muß:
Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange!
Ei, so mache den Beschluß;
Sprich der Seele tröstlich zu,
Und gieb Muth, Geduld und Ruh‘!

O Du Geist der Kraft und Stärke,
Du gewisser neuer Geist,
Fördre in uns Deine Werke,
Wenn der Feind uns fliehen heißt;
Schenk uns Waffen in dem Krieg,
Und erhalt in uns den Sieg!

Herr, bewahr auch unsern Glauben,
Daß kein Teufel, Tod, noch Spott
Uns denselben möge rauben;
Du bist unser Schutz und Gott!
Sagt das Fleisch gleich immer nein,
Laß Dein Wort gewisser sein!

Wann wir endlich sollen sterben,
So versichre uns je mehr
Als des Himmelreiches Erben
Jener Herrlichkeit und Ehr‘,
Die Gott giebt durch Jesum Christ,
Und nicht auszusprechen ist.

Schaff – Deutsches Gesangbuch

Sachs, Hans – Der LVI. Psalm. Ein Gulden kleynot Dauids.

Miserere mei deus. quoniam

O Got, mein herr, sey mir gnedich!
die menschen mich verseucken,
Streyten teglich und drengen mich,
meyn feyndt mich täglich krencken!
Vil streytten stöltzlich wider mich,
wenn ich mich fürcht, hoff ich auff dich,
Gottes wort wil ich rhümen.

Auff Got so wil ich hoffen thon,
was solt dann fleysch mir schaden?
Teglich mein wort sie fechten an,
jr gemüt ist beladen,
Das sie mir ubels thun darauff,
lawren und halten sie zu hauff,
Haben acht auff mein fersen.

Auff das sie erhaschen meyn seel,
man hilfft in jr unthatte:
Got, stoß solch leüt in die hell,
zornig hynunter dratte!
Zele meyn flucht und fasse auch
mein zeher in deinen schlauch,
Denn wern meine feyndt umbkeret.

Wenn ich dich anruff in der not,
so wil ich sorgen nymmen,
Dann du bist warhafftig mein got!
gottes wort wil ich rhümen,
Ich wil rhümen des Herren wort,
auff Got hoff ich und fürcht nit fort,
Was wil eyn mensch mir thune?

Ich hab gelübt dir than, meyn Got,
die ich mit danck bezale!
Dann du hast meyn seel von dem todt erretet uberale
Und mein süß vom schlüpffen alltag,
auff das ich frölich wandern mag
Vor Got im liecht des lebens.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer