Zwick, Johannes – Das Vatter unser.

Zwick, Johannes – Das Vatter unser.

Matth. VI.

Mag man singen in der wyß, Es sind doch sälig rc.
Oder: Hilff Herre Gott, rc.

Unser vatter der du bist imm himmel.

ACh unser vatter, der du bist
imm himmel, hör, was uns gebrist
und was wir yetz begären!
Imm geist und warheit ruffen wir,
wie Christus gleert, allein zu dir,
drumb wöllest uns gewären.
Du bist der vatter, wir die kind,
du bist imm himmel und wir sind
im ellend hie uff erden,
Drumb sich mit lieb und gnad herab,
das unser hertz ein hoffnung hab,
durch Christum sälig zwerden.

Geheiliget werde din nam. Din rych das kumm.

Din nam, der heilig ist allein,
sol ouch billich von uns gemein
allein geheilget werden,
Das bittend wir durch Jesum Christ,
der so ein trüwer mittler ist
und hilff uß allen gferden.
Darnach ryssz hin das rych der welt,
din rych zukumb, wies dir gefellt,
von glouben und von läben.
Din rych ist doch ein säligs rych,
on sünd und schuld, des nit gelych:
das selbig wöllist geben!

Din will geschäch uff erden wie imm himmel.

Din will geschäch, der unser nit,
das ist ouch unser ernstlich bitt,
diewyl du bist der Herre:
Imm himmel bschichts alls, wie du wilt,
drumb sich uff uns, o vatter milt,
unnd uns das selb ouch leere.
Was du nit wilt, das ist nit gut,
voruß was kumpt von fleisch und blut,
das müssen wir bekennen.
Herr Gott, so hilff zu volgen dir,
das din will gschäch:
der wöll uns schier
von unserm gantz entwennen.

Unser täglich brot gib uns hüt.

Ach Gott, wie prist so vil alltag
uns armen! das ist ouch ein klag,
da wöllist du uns geben
Dem lyb nit vil, die notturfft bloß,
dem hertzen aber gnaden groß,
uff dich also zuläben.
Das täglich brot, gib du, o Herr,
den gyt unnd sorg tryb von uns ferr,
du kanst uns ye wol spysen.
Du wöllst dem fleisch sin wollust wern,
die seel mit dinem wort ernern,
daran din lieb bewysen.

Und vergib uns unser schuld, als wir ouch vergebend unsern schuldigern.

Zu dem, so bitten wir umb huld,
o Gott, vergib uns unser schuld,
unnd so vil grosser sünden!
Gib, Heere Gott und vatter trüw,
das uns all sünd von hertzen rüw
und wir sy lassen künden.
Gib, das wir ouch fry yederman
vergäbind und frid mögind han
mit fründen und mit synden,
In lieb zesuchen dinen pryß,
wie dann wol zimpt nach vatters wyß
den rechten Gottes kinden.

Und fuer uns nit in versuochung, sunder erlöß uns vom bösen.

Noch thut eins not und ligt vil dran:
das wir, Herr Gott, ruw mögind han
im gwüssen und im hertzen,
Und bharrind styff uff dinem wort:
es wirt alls crütz bald han ein ort,
ußgnon der helle schmertzen.
Ach vatter trüw, so sterck uns kind,
dz uns kein args nit überwind,
behüt allzyt vom bösen:
Es sey der tüffel oder dwält
und was nit mit der warheit hellt,
dauon wöllst uns erlösen!

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