E. Neumeister – Jesu, großer Wunderstern

1. Jesu, großer Wunderstern,
Der aus Jakob ist erschienen,
Meine Seele will so gern
Dir an deinem Feste dienen.
Nimm doch, nimm doch gnädig an,
Was ich Armer schenken kann.

2. Nimm das Gold des Glaubens hin;
Wie ichs von dir selber habe
Und damit beschenket bin,
So ist dirs die liebste Gabe.
Laß es auch bewährt und rein
In dem Kreuzesofen sein.

3. Nimm den Weihrauch des Gebets,
Laß ihn gnädig dir genügen;
Herz und Lippen sollen stets,
Ihn zu opfern, vor dir liegen.
Wann ich bete, nimm es auf,
Und sprich Ja und Amen drauf.

4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu;
Ach mich schmerzet meine Sünde,
Aber du bist fromm und treu,
Daß ich Trost und Gnade finde
Und nun fröhlich sprechen kann:
Jesus nimmt mein Opfer an.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Philipp von Zesen – O Fürstenkind aus Davids Stamm

O Fürstenkind aus Davids Stamm,
O meiner Seelen Bräutigam,
Mein Trost, mein Heil, mein Leben,
Wie soll ich ewig danken dir,
Daß du ins Elend kommst zu mir,
Was soll ich dir denn geben?
Es geht und steht außer Leiden
Nur in Freuden, was man siehet,
Weil der Friedefürst einziehet.

2. Ich selbsten bin der Freuden voll,
Ich weiß nicht, was ich schenken soll
Dem auserwählten Kinde.
Ach Herzenskind, nimm immer hin,
Nimm hin mein Herze, Mut und Sinn
Und mich mit Lieb entzünde.
Schleuß dich in mich, in mein Herze,
Daß ich herze dich und küsse,
Dich auch ewig lieben müsse.

3. Bleib, höchster Schatz, o meine Zier,
O meine Wonne, bleib bei mir,
Du Hoffnung der Verzagten.
Du Himmelstau, befruchte mich,
Du schönstes Mann, zeige dich
Den Armen und Verjagten.
Laß nicht dein Licht hier auf Erden
Dunkel werden, laß den Deinen
Hie dein Wort noch weiter scheinen.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Peter von Dresden – Nun singet und seid froh

Nun singet und seid froh,
Jauchzt all und saget so:
Unsers Herzens Wonne
Liegt in der Krippe bloß
Leuchtet als die Sonne
In seiner Mutter Schoß.
|: Du bist A und O. 😐

2. Sohn Gottes in der Höh,
Nach dir ist mir so weh!
Tröst mein Gemüte,
O Kindlein zart und rein,
Und durch deine Güte
O liebstes Jesulein!
|: Zeuch mich hin nach dir! 😐

3. Groß ist des Vaters Huld
Der Sohn tilgt unsre Schuld;
Da wir ganz verdorben.
Durch Sünd und Eitelkeit,
Hat er uns erworben
Die ewge Himmelsfreud.
|: Eia, wärn wir da! 😐

4. Wo ist der Freudenort?
Sonst nirgend mehr denn dort,
Da die Engel singen
Dem lieben Jesulein,
Und die Psalmen klingen
Im Himmel hell und rein.
|: Eia, wärn wir da! 😐

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Caspar Ziegler – Ich freue mich in dir

Ich freue mich in dir
Und heiße dich willkommen,
Mein liebstes Jesulein;
Du hast dir vorgenommen,
Mein Brüderlein zu sein.
Ach, wie ein süßer Ton!
Wie freundlich sieht er aus,
Der große Gottessohn!

2. Gott senkt die Majestät,
Sein unbegreiflich Wesen,
In eines Menschen Leib;
Nun muß die Welt genesen.
Der allerhöchste Gott
Spricht freundlich bei mir ein,
Wird gar ein kleines Kind
Und heißt mein Jesulein!

3. Wie lieblich klingt es mir,
Wie schallt es in die Ohren!
Es kann durch Stahl und Erz
Und harte Felsen bohren,
Das liebste Jesulein.
Wer Jesum recht erkennt,
Der stirbt nicht, wenn er stirbt,
Sobald er Jesum nennt.

4. Wohlan, so will ich mich
An dich, o Jesu, halten,
Und sollte gleich die Welt
In tausend Stücke spalten.
O Jesu, dir, nur dir,
Dir leb ich ganz allein,
Auf dich, allein auf dich,
Mein Jesu, schlaf ich ein.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Unbekannt – Laßt uns alle fröhlich sein

Laßt uns alle fröhlich sein,
Preisen Gott den Herren,
Der sein liebes Söhnelein
Uns selbst tut verehren!

2. Er kommt in das Jammertal,
Wird ein Knecht auf Erden,
Damit wir im Himmelssaal
Große Herren werden.

3. Er wird arm, wir werden reich,
Ist das nicht ein Wunder?
Drum lobt Gott im Himmelreich
Allzeit wie jetzunder!

4. O Herr Christ, nimm unser wahr
Durch deinn heilgen Namen!
Gib uns ein gut neues Jahr!
Wers begehrt, sprech: Amen.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johann Olearius – Wunderbarer Gnadenthron

Wunderbarer Gnadenthron,
Gottes und Marien Sohn,
Gott und Mensch, ein kleines Kind,
Das man in der Krippe findt,
Großer Held von Ewigkeit,
Dessen Macht und Herrlichkeit
Rühmt die ganze Christenheit.

2. Du bist arm und macht zugleich
Uns an Leib und Seele reich,
Du wirst klein, du großer Gott,
Und macht Höll und Tod zu Spott.
Aller Welt wird offenbar,
Ja auch deiner Feinde Schar,
Daß du, Gott, bist wunderbar.

3. Laß mir deine Güt und Treu
Täglich werden immer neu.
Gott, mein Gott, verlaß mich nicht,
Wenn mich Not und Tod ansicht,
Laß mich deine Herrlichkeit,
Deine Wundergütiglichkeit,
Schauen in der Ewigkeit.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Caspar F. Nachtenhöfer – Dies ist die Nacht, da mir erschienen

Dies ist die Nacht, da mir erschienen
Des großen Gottes Freundlichkeit!
Das Kind, dem alle Engel dienen,
Bringt Licht in meine Dunkelheit,
Und dieses Welt- und Himmelslicht
Weicht hunderttausend Sonnen nicht.

2. Laß dich erleuchten, meine Seele,
Versäume nicht den Gnadenschein!
Der Glanz in dieser kleinen Höhle
Streckt sich in alle Welt hinein,
Er treibet weg der Hölle Macht,
Der Sünden and des Kreuzes Nacht.

3. In diesem Lichte kannst du sehen
Das Licht der klaren Seligkeit.
Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen,
Vielleicht schon in ganz kurzer Zeit,
Wird dieses Licht mit seinem Schein
Dein Himmel und dein alles sein.

4. Laß nur indessen helle scheinen
Dein Glaubens- und dein Liebeslicht.
Mit Gott mußt du es treulich meinen,
Sonst hilft dir diese Sonne nicht;
Willst du genießen diesen Schein,
So darfst du nicht mehr dunkel sein.

5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne,
Bestrahle mich mit deiner Gunst!
Dein Licht sei meine Weihnachtswonne
Und lehre mich die Weihnachtskunst,
Wie ich im Lichte wandeln soll
Und sei des Weihnachtsglaubens voll!

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johann Gottfried Olearius – Komm, du wertes Lösegeld

Komm, du wertes Lösegeld,
Dessen alle Heiden hoffen;
Komm, o Heiland aller Welt,
Tor und Türen stehen offen;
Komm in ungewohnter Zier,
Komm, wir warten mit Begier!

2. Zeuch auch in mein Herz hinein,
O du großer Ehrenkönig,
Laß mich deine Wohnung sein!
Bin ich armer Mensch zu wenig,
Ei, so soll mein Reichtum sein,
Daß du bei mir ziehest ein.

3. Nimm mein Hosianna an
Mit den Siegespalmenzweigen!
Soviel ich nur immer kann,
Will ich Ehre dir erzeigen
Und im Glauben dein Verdienst
Mir zueignen zum Gewinst.

4. Hosianna, Davids Sohn!
Ach Herr, hilf, laß wohl gelingen!
Laß dein Zepter, Reich und Kron
Uns viel Heil und Segen bringen,
Daß in Ewigkeit besteh:
Hosianna in der Höh!

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Seht mit Augen, hört mit Ohren

1.) Seht mit Augen, hört mit Ohren:
Der Verheißene des Herrn,
Jesus ist zur Welt geboren!
Seht, der helle Jakobsstern
Ist den Sündern aufgegangen.
Die ihn suchen mit Verlangen,
Denen zeiget er sich gern.

2.) Heut‘ an diesem Gnadentage
Ist die allerhöchste Zeit,
Dass man: ‚Wo ist Jesus?‘ frage,
Kommet alle, kommet heut‘!
Keines bleibe doch dahinten,
Lasst uns suchen, bis wir finden,
Bis sein Antlitz uns erfreut!

3.) Wo man diesen Christ nicht ehret,
Seinem Kommen widerspricht,
Seinen Namen nicht gern höret,
Da, da finden wir ihn nicht,
Auch nicht in Herodis Hause,
In dem Hof- und Weltgebrause,
Noch in eig’ner Weisheit Licht.

4.) Bei den Edlen, bei den Weisen
Trifft man Jesum wenig an,
Auch die ‚Schriftgelehrte‘ heißen,
Wissen öfters wohl die Bahn,
Wo er nach der Schrift zu finden,
Bleiben aber selbst dahinten,
Schwören nicht zu seiner Fahn‘.

5.) Nur ein ganz geringer Orden
Derer, welche arm an Geist,
An Vernunft und Klugheit worden,
Die die Schrift als Weise preist,
Die geh’n aus vom Vaterlande,
Achten weder Schmach noch Schande,
Suchen den, der Jesus heißt.

6.) Suchen ihn beim hellen Scheine
Seines Worts mit großem Fleiß,
Suchen ihn bei der Gemeinde,
Die von ihm zu sagen weiß,
Suchen ihn in Stall und Krippen,
Ehren ihn mit Herz und Lippen,
Geben seinem Namen Preis.

7.) Nun, so kommt und lasst uns eilen,
Seelen, kommt, den heil’gen Christ
Aufzusuchen ohn‘ Verweilen,
Da, wo er zu finden ist,
Bei des Kreuzeswortes Strahlen,
Bei dem Licht der Wundenmalen
Wird das Gotteslamm geküsst.

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Auf, Herz und auch ihr Lippen

1.) Auf, Herz und auch ihr Lippen,
Dass ihr, so schlecht es klingt,
Ein Kindlein in der Krippen,
Das Jesus heißt, besingt,
Von welchem die Propheten
Gezeuget glaubensvoll,
Dass er sein Volk erretten
Und selig machen soll.

2.) Das Warten aller Frommen
Im Alten Testament,
Messias ist gekommen,
Des Glaubens Element.
Der Text vom Engelliede:
Lob, dass der Himmel tönt,
Auf Erden kommt der Friede,
Die Menschen sind versöhnt!

3.) Er ist der Weibes-Same,
Den Gott verheißen hat.
Als er auf Erden kame,
Da fand er keine Statt,
Nicht Platz noch Raum zu liegen,
Im Stalle kehrt‘ er ein.
Man legt statt einer Wiegen
Ihn in ein Krippelein.

4.) Wer kommt herzu getreten,
Das Jesus-Kind zu sehn?
Wer kommt es anzubeten
Und ihm zu Dienst zu stehn?
Wer merkt auf seine Lippen?
Er redet ohne Wort,
Er predigt aus der Krippen:
Was lehrt euch dieser Ort?

5.) Für euch und euren Orden,
Spricht er, bin ich so schwach,
So arm, so niedrig worden,
Dass ich euch herrlich mach‘.
Wer mein‘ begehrt auf Erden
Und nimmt in’s Herz mich ein,
Soll meine Wohnung werden
Und ewig bei mir sein.