Christoph Fischer – Wir danken dir, Herr Jesu Christ

1. Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
Daß du für uns gestorben bist
Und hast uns durch dein teures Blut
Gemacht vor Gott gerecht und gut,

2. Und bitten dich, wahr Mensch und Gott,
Durch dein heilig fünf Wunden rot,
Erlös uns von dem ewgen Tod
Und tröst uns in der letzten Not!

3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand,
Reich uns dein allmächtige Hand,
Daß wir im Kreuz geduldig sein
Uns trösten deiner schweren Pein

4. Und draus schöpfen die Zuversicht,
Daß du uns werdst verlassen nicht,
Sondern ganz treulich bei uns stehn,
Bis wir durchs Kreuz ins Leben gehn.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johann Scheffler – Die Seele, Christi heilge mich

1. Die Seele, Christi heilge mich,
Sein Geist versenke mich in sich,
Sein Leichnam, der für mich verwundt,
Der mach mir Lieb und Seel gesund.

2. Das Wasser, welches auf den Stoß
Des Speers aus seiner Seiten floss,
Das sei mein Bad, und all sein Blut
Erquicke mir Herz, Sinn und Mut.

3. Der Schweiß von seinem Angesicht
Laß mich nicht kommen ins Gericht,
Sein ganzes Leiden, Kreuz und Pein,
Das wolle meine Stärke sein.

4. O Jesu Christ, erhöre mich,
Nimm und verbirg mich ganz in dich,
Schließ mich in deine Wunden ein,
Daß ich vorm Feind kann sicher sein.

5. Ruf mir in meiner letzten Not,
Und setz mich neben dich, mein Gott,
Daß ich mit deinen Heilgen alln
Mög ewiglich dein Lob erschalln.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Sigismund von Birken – Jesu, deine Passion

1. Jesu, deine Passion
Will ich jetzt bedenken;
Wollest mir vom Himmelsthron
Geist und Andacht schenken.
In dem Bild jetzund erschein,
Jesu, meinem Herzen,
Wie du, unser Heil zu sein,
Littest alle Schmerzen!

2. Meine Seele sehen mach
Deine Angst und Bande,
Deine Speichel, Schläg und Schmach,
Deine Kreuzesschande,
Deine Geißel, Dornenkron,
Speer- und Nägelwunden,
Deinen Tod, o Gottessohn,
Und den Leib voll Schrunden!

3. Doch so laß mich nicht allein
Deine Marter sehen,
Laß mich auch die Ursach fein
Und die Frucht verstehen!
Ach, die Ursach war auch ich,
Ich und meine Sünde;
Diese hat gemartert dich,
Nicht das Heidengsinde.

4. Jesu, lehr bedenken mich
Dies mit Buß und Reue;
Hilf, daß ich mit Sünden dich
Martre nicht aufs neue!
Sollt ich dazu haben Lust
Und nicht wollen meiden,
Was Gott selber büßen mußt
Mit so großem Leiden?

5. Wenn mir meine Sünde will
Machen heiß die Hölle,
Jesu, mein Gewissen still,
Dich ins Mittel stelle!
Dich und deine Passion
Laß mich gläubig fassen;
Liebet mich sein lieber Sohn,
Wie kann Gott mich hassen?

6. Gib auch, Jesu, daß ich gern
Dir das Kreuz nachtrage,
Daß ich Demut von dir lern
Und Geduld in Plage,
Daß ich dir geb Lieb um Lieb!
Indes laß dies Lallen
Besser Dank ich dorten geb,
Jesu, dir gefallen!

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johann Heermann – Jesu, deine tiefen Wunden

1. Jesu, deine tiefen Wunden,
Deine Qual und bittern Tod
Laß mir geben alle Stunden
Trost in Leibs- und Seelennot!
Wenn mir fällt was Arges ein,
Laß mich denken deiner Pein,
Daß ich deine Angst und Schmerzen
Wohl erwäg in meinem Herzen!

2. Will sich gern in Wollust weiden
Mein verderbtes Fleisch und Blut,
Laß mich denken, daß dein Leiden
Löschen muß der Hölle Glut!
Dringt der Satan ein zu mir,
Hilf, daß ich ihm halte für
Deiner Wunden Mal und Zeichen,
Daß er von mir müsse weichen!

3. Wenn die Welt mich will verführen
Auf die breite Sündenbahn,
Wollst du mich also regieren,
Daß ich alsdann schaue an
Deiner Marter Zentnerlast,
Die du ausgestanden hast,
Daß ich kann in Andacht bleiben,
Alle böse Lust vertreiben!

4. Gib für alles, was mich kränket,
Mir aus deinen Wunden Saft;
Wenn mein Herz hinein sich senket,
So gib neue Lebenskraft,
Daß mich stärk in allem Leid
Deines Trostes Süßigkeit,
Weil du mir das Heil erworben,
Da du bist für mich gestorben.

5. Laß auf deinen Tod mich trauen,
O Mein Gott und Zuversicht!
Laß mich feste darauf bauen,
Daß den Tod ich schmecke nicht!
Deine Todesangst laß mich
Stets erquicken mächtiglich;
Herr, laß deinen Tod mir geben
Auferstehung, Heil und Leben!

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johann Olearius – Gott Lob, mein Jesus macht mich rein

Gott Lob, mein Jesus macht mich rein
Von allen meinen Sünden,
Was er büßt, muß bezahlet sein,
Nun kann mich nicht mehr binden
Der Sünden Strick, des Teufels Macht;
Drum mein Glaub Höll und Tod verlacht,
Mein Jesus ist mein Leben.

2. Was traur ich denn? Er lebt ja noch,
Der das Gesetz erfüllet,
Der durch den Tod und Kreuzes Joch
Des Vaters Zorn gestillet;
Was er hat, das ist alles mein,
Wie könnt doch größer Reichtum sein,
Als den mir Jesus schenket?

3. Weil Jesus mich von Sünden rein
Durch sein Verdienst will machen,
Daß ich, los aller Qual und Pein,
Nicht fürcht des Todes Rachen,
So tröst mich seine Heiligkeit,
Sein Unschuld, Heil und Seligkeit
Mein Schatz ist und mein Leben.

4. So kann ich auch mit Fried und Freud
Wie Simeon mein Leben
Beschließen, frei von allem Leid
Mich meinem Gott ergeben;
Sobald ich tu mein Augen zu,
So wird mein Tod mein Schlaf und Ruh,
Ich seh des Himmels Freude.

5. Wie werd ich dann so fröhlich sein,
Wenn ich die Welt verlasse,
Wenn Engel mich verklärt und rein
Geführt zur Lebensstraße,
Wenn ich erblickt die Ewigkeit,
Wenn ich erlangt die Seligkeit,
Die mir mein Gott bereitet!

6. Hilf, Gott, daß ich sei stets bereit,
Laß mich nichts von dir wenden,
Bring mich zu deiner Herrlichkeit,
Hilf seliglich vollenden;
Komm bald, hilf mir aus aller Not,
Hilf mir, Herr, durch dein Blut und Tod,
Ja komm, Herr Jesu, Amen.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johann Daniel Hense – Ich bin im Himmel angeschrieben

Ich bin im Himmel angeschrieben
Und Gottes Kindern zugezählt,
Mich hatte schon sein brünstig Lieben
Von Ewigkeit dazu erwählt.
Nun ruhe ich in seinen Armen,
Mein Vater blickt mich freundlich an.
Ich weiß von nichts als von Erbarmen,
Dadurch ich ihm gefallen kann.

2. Das danke ich dem guten Hirten,
So selig hat er mich gemacht.
Mit Schmerzen sucht er mich Verirrten
Und gab auf meine Wege acht.
Komm, Schäflein, dies es kehre wieder.
Ich hörte es und kehrte um,
Warf mich mit Tränen vor ihm nieder
Und gab mich ihm zum Eigentum.

3. Wie war ich ihm so sehr willkommen,
Wie freute sich sein Hirtenherz!
Wie zärtlich ward ich aufgenommen,
Wie bald wich da mein Seelenschmerz!
Er wusch mich rein, verband die Wunden
Und legte mich ins Vaters Schoß.
Da hieß es: Du hast Gnade funden,
Du bist von Schuld und Strafe los.

4. Das waren die Erquickungszeiten,
Die Tage längst gewünschter Ruh;
Da floß ein Strom der Seligkeiten
Mir aus des Mittlers Wunden zu.
Der Vater hieß mich Kind und Erbe.
Der Sohn sprach: Du bist mir vertraut.
O, rief ich, wenn ich jetzo sterbe,
So sterbe ich als Christi Braut.

5. Nun bin ich noch bei ihm in Gnaden,
Nichts raubt mir meines Jesu Huld;
Mein Elend kann mir selbst nicht schaden,
Denn er hat göttliche Geduld.
Je mehr ich meine Ohnmacht sehe,
Je mehr wird mir die Gnade groß,
Und wenn ich dann nur brünstig flehe,
So wird mein Herz des Kummers los.

6. So geht es hier durch tiefe Wege
Nach jenen Zionshöhen zu,
Und nur auf diesem schmalen Stege
Gelange ich zur Sabbatsruh.
Dann soll man in den obern Chören
Mein Loblied bis in Ewigkeit
Aus dem verklärten Munde hören.
Herr, mache mich dazu bereit.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Erdmann Neumeister – Also hat Gott die Welt geliebet

Also hat Gott die Welt geliebet,
Daß er sein eingebornes Kind
Für alle zur Versöhnung gibet,
Die der Verdammnis schuldig sind.
Wer glaubt, der soll von Sünden rein
Und jenes Lebens Erbe sein.

2. Also hat Gott auch mich geliebet
Und liebt mich diese Stunde noch.
Ob mein Gewissen mich betrübet,
O so erfreut mich dieses doch:
Ich habe Christi teures Blut,
Das macht mein bös Gewissen gut.

3. Ich weiß, der Sünden meiner Jugend
Gedenkt mein frommer Gott nicht mehr.
Ach ich verließ den Weg der Tugend
Und liebte schnöde Laster sehr,
Doch ist mir alles herzlich leid,
Und suche nun Barmherzigkeit.

4. Zwar will Gott ins Gerichte gehen,
So bin ich ein verlorner Knecht.
Wie könnt ich doch vor ihm bestehen?
An mir ist alles ungerecht,
Doch das ist meine Zuversicht,
Wer glaubet, der wir nicht gericht.

5. Gott zürnet wider alle Sünden,
Die man die Lebenszeit getan,
Doch kann man auch Vergebung finden,
Gott siehet Reu und Glauben an.
Stürmt Sünde, Tod und Strafe sehr,
Ist doch die Gnade mächtiger.

6. Wirft mein Gewissen, Höll und Teufel
Mir immer meine Greuel für,
Mein Herz ist frei von allem Zweifel
Und spricht: Gott handelt nicht mit mir
Nach meiner Sünd und Missetat,
Weil Christus sie gebüßet hat.

7. Auf diesen Glauben will ich leben,
So sterb ich auch und anders nicht.
Mein Jesus wird mir alles geben,
Was meiner Schwachheit noch gebricht.
Ich habe nichts, doch er allein
Soll mir in allem alles sein.

8. So ruhet mein erschreckt Gewissen,
So hat mein Geist getrosten Mut,
So wird Gott alles Leid versüßen,
So wird mein End und alles gut;
Das ist mein Trost und Freudenlicht,
Ich lasse meinen Jesum nicht.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Unbekannt – Mein fester Fels und starker Hort

Mein fester Fels und starker Hort,
Darauf ich mich verlasse,
Ist dieses teuerwerte Wort,
Das ich im Glauben fasse:
Jesus, Gottes Sohn,
In mein Schild und Lohn,
Er hat mich erkauft,
Ich bin auf ihn getauft,
Und er bleibt mein Erlöser.

2. Ich war zuvor des Todes Knecht,
Da mich der Zorn gebunden.
Der Teufel hat an mir ein Recht,
Ich war voll Sündenwunden.
Des Gesetzes Buch,
Des Gerichtes Fluch
Drohte nichts als Not,
Ja gar den ewgen Tod.
Wo war, der mich erlöste?

3. Kein Bruder, welcher selbst ein Knecht,
Kann mir die Hoffnung geben,
Und das Gesetz, durchs Fleisch geschwächt,
Hilft mir auch nicht zum Leben.
Gott, mein Herr, allein
Kann mein Helfer sein,
Der die Schuld vergibt.
Er hat die Welt geliebt,
Die Sünder zu erlösen.

4. Das ist gewiß und teuerwert,
Mein Jesus ist gekommen,
Die große Last, die mich beschwert,
Hat er auf sich genommen.
Der gerechte Knecht
Machet uns gerecht,
Für die Schuld der Welt
Gab Lösegeld,
Durch Blut uns zu erlösen.

5. Denn weil er unser Bürge war,
So trug er unsre Ketten.
Er stellte sich zur Knechtschaft dar,
Die Knechte zu erretten.
Der Erlöser starb,
Gott der Herr erwarb
Uns durch eignes Blut;
Das stärket meinen Mut.
Ein Gottmensch hat erlöset.

6. Daher ist für die ganze Welt
Die Zahlung auch vollkommen.
Der in dem Siege starke Held
Ist aus der Angst genommen,
Und sein teures Blut
Wird mein teures Gut,
Dieses macht mich los;
Der Schatz ist aber groß,
Dazu er mich erlöset.

7. Nun Gott sei Dank, der also mir
In Jesu Sieg gegeben.
Als ein Erlöster will ich dir,
Mein Herr, zu Ehren leben.
Finstre Todesnacht,
Teufel, deine Macht,
Hölle, dein Gericht
Erschrecken mich nun nicht.
Ich bin von euch erlöset.

8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt,
Er lebet mir zum Leben.
Ihm will ich, wenn er mich erhebt,
Lob, Preis und Ehre geben.
Denn aus aller Not
Wird er durch den Tod
Und aus dieser Zeit
Zu seiner Ewigkeit
Mich ganz gewiß erlösen.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Christian Jakob Koitsch – O Ursprung des Lebens

O Ursprung des Lebens,
O ewiges Licht,
Da niemand vergebens
Sucht, was ihm gebricht;
Lebendige Quelle,
So lauter und helle
Sich aus seinem heiligen
Tempel ergießt
Und in die begierigen
Seelen einfließt.

2. Du sprichst: Wer begehret
Zu trinken von mir,
Was ewiglich nähret,
Der komme, allhier
Sind himmlische Gaben,
Die süßiglich laben;
Er trete im Glauben
Zu Quelle heran,
Hier ist, was ihn ewig
Beseligen kann.

3. Hier komm ich, mein Hirte,
Mich dürstet nach dir,
O Liebster, bewirte
Dein Schäflein allhier.
Du kannst dein Versprechen
Mir Armen nicht brechen,
Du siehest, wie elend
Und dürstig ich bin,
Auch gibst du die Gaben
Aus Gnaden nur hin.

4. Du süße Flut labest
Geist, Seele und Mut,
Und, wen du begabest,
Findt ewiges Gut.
Wenn man dich genießet,
Wird alles versüßet;
Es jauchzet, es singet,
Es springet das Herz,
Es weichet zurücke
Der traurige Schmerz.

5. Drum gib mir zu trinken,
Wies dein Wort verheißt,
Laß gänzlich versinken
Den sehnenden Geist
Im Meer deiner Liebe,
Laß heilige Triebe
Mich immerfort treiben
Zum Himmlischen hin,
Es werde mein Herze
Ganz trunken darin.

6. Wenn du auch von Leiden
Was schenkest mir ein,
So gib, dir mit Freuden
Gehorsam zu sein.
Denn alle die, welche
Mit trinken vom Kelche,
Den du hast getrunken
Im Leiden allhier,
Die werden dort ewig
Sich freuen mit dir.

7. Drum laß mich auch werden,
Mein Jesu, erquickt,
Da, wo deine Herden
Kein Leiden mehr drückt,
Wo Freude die Fülle,
Wo liebliche Stille,
Wo Wonne, wo Jauchzen,
Wo Herrlichkeit wohnt,
Wo heiliges Leben
Wird ewig belohnt.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Pfeil, Christian Karl Ludwig von – Herr Jesu, habe acht auf mich

1.) Herr Jesu, habe acht auf mich
Und lass in meinem Leben
Mich immer auch, mein Herr, auf dich
Und auf mich Achtung geben.
Vor des Versuchers List und Macht
Schütz mich, so bin ich wohl bewacht!

2.) Herr Jesu, der du überall,
Wie wir, Versuchung littest
und wenn ich in Versuchung fall,
Für mich beim Vater bittest.
Hab in Versuchung auf mich acht,
Hilf mir heraus mit deiner Macht!

3.) Vergib, dass ich nicht immerfort
Auf meiner Hut geblieben.
Dass ich den Feind mit Gottes Wort
Nicht von mir weggetrieben,
Nicht an dein Vorbild stets gedacht.
Herr, hab auf mich in Gnaden acht!

4.) Weg, Satan! Hebe dich von mir,
Ich bin tot und gestorben
Der Welt, der Sünd‘, der Lust und dir.
Durch Christi Blut erworben,
Leb ich ihm, bis mein Lauf vollbracht
Und bete: Herr, hab auf mich acht!