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Schlagwort: Trost

Johann Heermann – Was willst du dich betrüben,

Johann Heermann – Was willst du dich betrüben,

Was willst du dich betrüben,
o meine liebe Seel’?
Tu den nur herzlich lieben,
der heißt Immanuel!
Vertrau doch ihm allein;
er wird gut alles machen
und fördern deine Sachen,
wie dir wird selig sein.

Denn Gott verlasset keinen,
der sich auf ihn verläßt.
Er bleibt getreu den Seinen,
die ihm vertrauen fest.
Läßt sich’s an wunderlich,
laß du gar nichts dir grauen;
mit Freuden wirst du schauen,
wie Gott wird helfen dir.

Auf ihn magst du es wagen
getrost mit frischem Mut;
mit ihm wirst du erjagen,
was dir ist nütz und gut.
Denn was Gott haben will,
das kann niemand verhindern
aus allen Menschenkindern,
soviel ihr’ sind im Spiel.

Er richt’s zu seinen Ehren
und deiner Seligkeit.
Soll’s sein, kein Mensch kann’s stören,
wenn’s ihm war noch so leid.
Will’s denn Gott haben nicht,
so kann’s niemand forttreiben,
es muß zurückebleiben.
Was Gott will, das geschieht.

Drum ich mich ihm ergeben,
dem sei es heimgestellt.
Nach nichts mehr ich sonst strebe
denn nur, was ihm gefällt.
Sein Will’ ist mein Begier.
Der ist und bleibt der beste,
das glaub’ ich steif und feste.
Wohl dem, der glaubt mit mir!

Hedwig von Redern – Den Schlüssel zum Herzen

Hedwig von Redern – Den Schlüssel zum Herzen

Den Schlüssel zum Herzen, dem kranken,
hat Jesus, der Heiland, allein.
Wenn Hoffnung und Glauben versanken,
dann leuchtet er suchend hinein.

Hinein in das dunkele Leben,
ins sündenverfinsterte Herz,
um Heilung und Rettung zu geben
und Hilfe für Wunden und Schmerz.

Und wenn dann sein Heilen und Lieben
das Wunder, das große, getan,
dann öffnet, von Liebe getrieben,
das Herz sich und betet ihn an.

Dann brechen die eisernen Bande,
die lange die Seele gebannt,
und Schulden, Schaden und Schande
löscht aus die durchgrabene Hand.

Johann Heermann – Der Tod klopft bei mir an

Johann Heermann – Der Tod klopft bei mir an

Der Tod klopft bei mir an,
das zeigen meine Schmerzen;
doch ist nichts, das mich schrecken kann.
Ich trage den im Herzen,
der meinen Tod durch seinen Tod
getötet hat und mir bei Gott
Gnad’, Hilf‘ und Heil erworben.
Wer an ihn glaubt
und treu verbleibt,
der bleibet unverdorben.

Drum wenn mich Gott von hinnen nimmt,
so denke nicht mit Schmerzen,
er sei auf dich und mich ergrimmt;
er liebet uns von Herzen,
er liebet, sag‘ ich, dich und mich,
das glaub, o Liebste, sicherlich!
Werd‘ ich von dir genommen
auf kurze Zeit,
in Herrlichkeit
wirst du dort zu mir kommen.

Ach, hebt die Augen auf mit mir!
Den Himmel sah ich offen.
Ach. ach, wie schön ist meine Zier,
Gott hör‘ ich mir schon rufen:
Komm, treuer Knecht, o geh herein,
jetzt sollst du ewig bei mir sein
und meine Freude schmecken!
Hinfort soll dir
kein Feind bei mir
Gefahr und Furcht erwecken.

Wo bleibt Verfolgung, Angst und Qual?
Was soll ich Ärmster sagen
von Plünderung, die etlich‘ Mal
ich habe müssen tragen?
Was bringt nicht Krankheit für Gefahr,
die mir jetzt in die zwanzig Jahr
den matten Leib durchritten?
Was hab’ ich sonst
bei meiner Kunst
nicht da und dort erlitten?

Nun bringt mich Gott zur sichern Ruh’,
kein Unglück kann mich letzen,
er schließt die Türe nach mir zu,
nun mag der Teufel hetzen
mit seinen Hunden, wie er will;
und wären ihrer noch so viel,
soll er mir doch nicht schaden.
Ich bin bei Gott,
wo keine Not;
bei Gott bin ich in Gnaden.

Bald wird mir Gott selbst legen an
ein Kleid, das nicht veralten,
ein Kleid, das kein Dieb stehlen kann,
das mich nicht läßt erkalten.
Hier bin ich nur ein Wandersmann,
der nichts Erbeignes haben kann:
dort aber werd’ ich haben
das Vaterland
mir zugewandt
mit allen seinen Gaben.

Dietrich Bonhoeffer – Von guten Mächten

Dietrich Bonhoeffer – Von guten Mächten

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last;
ach, Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelen
das Heil, für das du uns bereitet hast!

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leid’s, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann woll’n wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Laß warm und still die Kerzen heute brennen,
die du in unsere Dunkelheit gebracht;
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen!
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht!

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang!

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

Eva von Thiele-Winkler – Herr, nahe dich

Eva von Thiele-Winkler – Herr, nahe dich

Herr, nahe dich, hilf uns die Last ertragen!
Die Wunde schmerzt, du hast uns sehr geschlagen.
Verstummen soll das Fragen und das Klagen;
bring du uns durch!

Du willst ja das Verwundete verbinden,
du hilfst uns auch das Schwerste überwinden
und auch im Dunklen deinen Ruhm verkünden,
bis daß es tagt.

Wir liegen vor dir mit zerbrochnen Herzen,
du kennst die Seelenangst, du fühlst die Schmerzen;
laß hell erbrennen unsres Glaubens Kerzen
und richt uns auf!

Wir wollen dir auch jetzt die Ehre geben,
wir weihen dir aufs neue unser Leben,
ob auch die Tränen fließen, Lippen beben —
gelobt seist du!

Johann Reinhard Hedinger – Trostlied

Johann Reinhard Hedinger – Trostlied

Laß Jesu, mich
Den letzten Stich
Im Sterben noch erfreuen!
Dein helles Blut
Mir bringe Muth,
Wenn Sünd‘ und Hölle dräuen!

Dein Angstgeschrei
Dein Urtheil sei,
Mich frei und los zu sprechen!
Du wirst ja nicht
Durch dein Gericht,
O Gott, das Uebel rächen

Des Kreuzes Stab
Sei meine Hab
Und Stecken in dem Wallen
Durchs Todesthal!
Die Höllenqual
Soll nimmer mich befallen.

Der Todesschweiß,
Das Blut so heiß,
Von Jesu Leib ergossen,
Ist über mich
Als zum Verglich
Im Glauben ausgeflossen.

Drum stärke du,
Und bring zur Ruh
Die müde Seel und Glieder!
Im Sterben hier,
Empfah‘ ich dorten wieder.

Hedwig von Redern – Näher, noch näher, fest an dein Herz

Hedwig von Redern – Näher, noch näher, fest an dein Herz

Näher, noch näher, fest an dein Herz
ziehe mich, Jesu, durch Freude und Schmerz!
Birg mich aus Gnaden in deinem Zelt,
schirme und schütze mich, Heiland der Welt,
schirme und schütze mich, Heiland der Welt.

Näher, noch näher! Nichts hab ich hier,
nichts was als Opfer, Herr, tauget vor dir;
ach, nur ein sündges Herze ist mein,
Jesus, mein König, o wasche mich rein!
Jesus, mein König, o wasche mich rein!

Näher, noch näher! Ganz in den Tod
gebe ich willig, mein Heiland und Gott,
was deinen Segen hemmte in mir:
weltliche Freuden und irdische Zier,
weltliche Freuden und irdische Zier.

Näher, noch näher, völliger frei,
bis alles eigene Rühmen vorbei,
bis all mein Leben dein Abglanz ist und du,
Herr Jesu, mein alles mir bist!
Und du, Herr Jesu, mein alles mir bist!

Hedwig von Redern – Herr, führe Du die Sache

Hedwig von Redern – Herr, führe Du die Sache

Herr, führe du die Sache meiner Seele,
dann ist um nichts mehr bange deinem Kind,
wenn du mich auch in Mara rasten ließest
und mich vor bittern Wassern stehen hießest,
ich weiß, dass deine Wege Liebe sind,
ich weiß, dass deine Wege Liebe sind.

Ja, führe du die Sache meiner Seele,
sträubt sich mein Ich auch gegen deine Hand,
ach lass es endlich doch am Kreuze sterben,
und jeden Anspruch, jeden Wunsch verderben,
der sich nicht voll und ganz dir zugewandt,
der sich nicht voll und ganz dir zugewandt.

Ich danke dir, dass du auf halbem Wege,
nicht stehen bleibst, nein, dass dein Plan gemacht,
durch wüste Strecken und durch dürre Zeiten
willst du die Seele doch nur zubereiten
fürs Heimatland, wo ihr die Sonne lacht,
fürs Heimatland, wo ihr die Sonne lacht.

O, wie viel Mühe mach ich meinem Hirten
und meinem eignen Herzen wie viel Pein!
Und doch hast nie du die Geduld verloren,
hast solch Geschöpf zum Eigentum erkoren,
ich darf bei dir zu Haus, Herr Jesu, sein,
ich darf bei dir zu Haus, Herr Jesu, sein.

Drum führe du die Sache meiner Seele,
ich lege alles, alles vor dich hin,
ich traue deinem heil’gen, treuen Walten,
ich warte auf dein Wirken und Gestalten
und weiß: wie du es fügst, ist’s mir Gewinn,
und weiß: wie du es fügst, ist’s mir Gewinn.

Dora Rappard – Sicher in Jesu Armen

Dora Rappard – Sicher in Jesu Armen

Sicher in Jesu Armen,
sicher an seiner Brust,
ruhend in seiner Liebe,
da find ich Himmelslust.
Mit holder Hirtenstimme
ruft mir mein Heiland zu:
Lass ab vom eignen Ringen;
an meinem Herzen ruh!

Sicher in Jesu Armen,
sicher an seiner Brust,
ruhend in seiner Liebe,
da find ich Himmelslust.

Sicher in Jesu Armen,
los von der Sorge Qual,
sicher vor Satans Stürmen
in Jesu Wundenmal.
Frei von dem Druck des Kummers,
weg aller Zweifel Spur,
nur noch ein wenig Prüfung,
wenig mehr Tränen nur.

Sicher in Jesu Armen,
los von der Sorge Qual,
sicher vor Satans Stürmen
in Jesu Wundenmal.

Jesus, des Herzens Zuflucht,
Jesus, du starbst für mich!
Sicher auf diesen Felsen
stütz ich mich ewiglich.
Hier will ich stille warten,
bis dass vergeht die Nacht,
bis an dem goldnen Ufer
leuchtend der Tag erwacht.

Jesus, des Herzens Zuflucht,
Jesus, du starbst für mich!
Sicher auf diesen Felsen
stütz ich mich ewiglich.

Dora Rappard – Auf dein Wort will ich trauen

Dora Rappard – Auf dein Wort will ich trauen

Auf dein Wort will ich trauen,
mein Herr und Gott, allein;
auf Felsen muss man bauen,
um still und stark zu sein.
Was Gott sagt, das bestehet,
es ist des Glaubens Hort.
Ob alle Welt vergehet,
fest bleibt dein heilig Wort.

Auf dein Wort will ich hoffen
in Not und Angst und Schmerz,
der Weg zum Thron ist offen,
ich fliehe an dein Herz;
denn, was du uns verheißen,
erfüllst du fort und fort.
Kein Feind soll mir entreißen
den Trost von deinem Wort.

Auf dein Wort will ich merken,
es leuchtet meinem Fuß,
zeigt, wie in Wort und Werken
ich sein und handeln muss.
Lehr mich ihm folgen schlichte
an jedem Tag und Ort,
dass meinen Gang ich richte
mit Fleiß nach deinem Wort.

Auf dein Wort will ich’s wagen,
das Netz zu werfen aus,
will deine Botschaft tragen
in manches Herz und Haus.
Herr, lass es wohl gelingen,
schaff Früchte da und dort!
Nichts Eignes will ich bringen,
nur dein lebendig Wort.

Auf dein Wort will ich beten,
wie du es uns gelehrt,
dem Feind entgegentreten,
wie du dich einst gewehrt.
Auf meinen Erdenpfaden
bis hin zur Himmelspfort,
will ich, Gott aller Gnaden,
mich stützen auf dein Wort.