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Schlagwort: Sündenbekenntnis

Peter Lackmann – Ach was sind wir ohne Jesum?

Peter Lackmann – Ach was sind wir ohne Jesum?

Ach was sind wir ohne Jesum?
Dürftig, jämmerlich und arm.
Ach was sind wir? Voller Elend.
Ach Herr Jesu, dich erbarm!
Laß dich unsre Not bewegen,
Die wir dir vor Augen legen.

2. Wir sind nichts ohn dich,
Herr Jesu, hier ist lauter Finsternis;
Dazu quälet uns gar heftig
Der vergifte Schlangenbiß.
Dieses Gift steigt zu dem Herzen
Und verursacht stete Schmerzen.

3. Ach ohn dich, getreuer Jesu,
Schreckt der Teufel und die Höll;
Die Verdammnis macht mich zittern,
Da ich steh auf dieser Stell;
Mein Gewissen ist erwachet,
Und der Abgrund flammt und krachet.

4. Ohne dich, herzliebster Jesu,
Kommt man nicht durch diese Welt,
Sie hat fast auf allen Wegen
Unsern Füßen Netz gestellt,
Sie kann trotzen, sie kann heucheln
Und hält uns mit ihrem Schmeicheln.

5. Ach wie kraftlos, Herzens-Jesu,
Richten sich die Kranken auf!
Unsre Kraft ist lauter Ohnmacht
In dem müden Lebenslauf;
Denn man sieht uns, da wir wallen,
Öfters straucheln, öfters fallen.

6. Darum stärk uns, liebster Jesu,
Sei in Finsternis das Licht,
Öffne unsre Herzensaugen,
Zeig dein freundlich Angesicht,
Strahl, o Sonn, mit Lebensblicken,
So wird sich das Herz erquicken.

7. Tritt den Satan, starker Jesu,
Unter unsern schwachen Fuß.
Komm zu deiner Braut gegangen,
Biet ihr deinen Friedensgruß,
Daß sie Himmelsfreud verspüre
Und kein Leid sie mehr berühre.

8. Faß uns an, o süßer Jesu,
Führ uns durch die Pilgerstraß,
Daß wir auf den rechten Wegen
Gehen fort ohn Unterlaß,
Laß uns meiden alle Stricke
Und nicht wieder sehn zurücke.

9. Laß den Geist der Kraft, Herr Jesu,
Geben unserm Geiste Kraft,
Daß wir brünstig dir nachwandeln
Nach der Liebe Eigenschaft.
Ach Herr, mach uns selber tüchtig,
So ist unser Leben richtig.

10. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu,
Schallen aus der Herzens Grund,
Dann wird alles jubilieren
Und dir singen Herz und Mund,
Dann wird auf der ganzen Erden
Jesus hoch gelobet werden.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Laurentius Laurenti – Ach Gott, es hat mich ganz verderbt

Laurentius Laurenti – Ach Gott, es hat mich ganz verderbt

Ach Gott, es hat mich ganz verderbt
Der Aussatz meiner Sünden,
Die mir von Adam angeerbt;
Wo soll ich Rettung finden?
Es ist mein Elend viel zu groß,
Und ist vor deinen Augen bloß,
Wie tief mein Herz verdorben.

2. Es ist verderbet mein Verstand,
Mit Finsternis umhüllet,
Der Will ist von dir abgewandt,
Mit Bosheit angefüllet,
Und die Begierden sind geneigt,
Die Lust, die aus dem Herzen steigt,
Im Werke zu vollbringen.

3. Wer kann aussprechen solchen Greul,
Der Leib und Seel beflecket?
Wer macht uns von dem Unheil heil,
Das uns hat angestecket?
Der tausendste bedenkt es nicht,
Der Sinn ist nicht dahin gericht,
Daß man davon genese.

4. Ich komm zu dir in wahrer Reu
Und bitte dich von Herzen:
O Jesu, Jesu, mache frei
Die Seele von den Schmerzen
Und dem, was sie bisher beschwert
Und ihre Lebenskraft verzehrt,
Sonst muß ich untersinken.

5. Wen sollt ich anders schreien an
Als dich, mein Heil und Leben?
Du bist allein der Helfersmann,
Der mir kann Rettung geben,
Daß ich von Sünden werde rein
Und als geheilt vor Gott erschein
Durch deinen Tod und Wunden.

6. Du weißt, o Jesu, mein Not
Und kannst nach deinem Willen
Vertreiben diesen meinen Tod
Und allen Jammer stillen;
Ja Herr, du willst, ich traue fest,
Daß du mich nicht in Angst verläßt,
Du heißt und bist ja Jesus.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

L. A. Gotter – Ach mein Jesu, welch Verderben

L. A. Gotter – Ach mein Jesu, welch Verderben

Ach mein Jesu, welch Verderben
Wohnet nicht in meiner Brust,
Denn mit andern Adamserben
Steck ich voller Sündenlust.
Ach ich muß dir nun bekennen:
Ich bin Fleisch von Fleisch zu nennen.

2. Wie verkehrt sind meine Wege!
Wie verderbt mein alter Sinn,
Der ich zu dem Guten träge
Und zum Bösen hurtig bin!
Ach wer wird mich von den Ketten
Dieses Sündentodes retten?

3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden
Aus der angeerbten Not,
Heile meinen Seelenschaden
Durch dein Blut und Kreuzestod,
Schlage du die Sündenglieder
Meines alten Adams nieder.

4. Ich bin unten von der Erden,
Stecke in dem Sündengrab;
Soll ich wieder lebend werden,
So mußt du von oben ab
Mich durch deinen Geist gebären
Und mir neue Kraft gewähren.

5. Schaff in mir ein reines Herze,
Einen neuen Geist gib mir,
Daß ich ja nicht länger scherze
Mit der Sünden Lustbegier;
Laß mich ihre Tück bald merken,
Mich im Geist dagegen stärken.

6. Lehr mich wachen, beten, ringen
Und mein böses Fleisch und blut
Unters Geistes Joch zu zwingen,
Weil es doch tut nimmer gut;
Was nicht kann dein Reich ererben,
Laß in deinem Tod ersterben.

7. Reize mich durch jene Krone,
Die mir oben beigelegt,
Daß ich meiner niemals schone,
Wenn und wo mein Feind sich regt,
Sondern hilf mir tapfer kämpfen,
Teufel, Welt und Fleisch zu dämpfen.

8. Sollt ich etwa unterliegen,
O so hilf mir wieder auf
Und in deiner Kraft obsiegen,
Daß ich meinen Lebenslauf
Unter deinen Siegeshänden
Möge ritterlich vollenden.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Gellert, Christian Fürchtegott – Wer bin ich von Natur, wenn ich mein Innres prüfe?

Gellert, Christian Fürchtegott – Wer bin ich von Natur, wenn ich mein Innres prüfe?

Wer bin ich von Natur, wenn ich mein Innres prüfe?
O wie viel Greul läßt mich mein Herze sehn!
Es ist verderbt; darum verbirgt mir’s seine Tiefe,
Und weigert sich, die Prüfung auszustehn.

Der Weisheit erster Schritt ist, seine Torheit kennen;
Und diesen Schritt, wie oft verwehrt mir’s ihn!
Voll Eigenlieb und Stolz will sich’s nicht strafbar nennen,
Der Reu entgehn, doch nicht den Fehler fliehn.

Wahr ist’s, ich find in mir noch redendes Gewissen,
In der Vernunft noch Kenntnis meiner Pflicht.
Ich kann mein Auge nie der Tugend ganz verschließen,
Und oft scheint mir ein Strahl von ihrem Licht.

Doch schwaches Licht, das mir den Reiz der Tugend zeiget,
Und vom Verstand nicht bis zum Herzen dringt!
Vergebens lehret er, das Herz bleibt ungebeuget,
Hat sein Gesetz, und folgt ihm unbedingt.

Ein Richter in mir selbst stört oft des Herzens Ruhe;
Er klagt mich an. Ich steh erschrocken still,
Und billige nicht mehr das Böse, das ich tue,
Und tue nicht das Gute, das ich will.

Verstellung, die ich doch an meinem Nächsten hasse,
Erlaub ich mir, und halt es für Gewinn,
Wenn ich im falschen Licht mich andern sehen lasse,
Und scheinen kann, was ich mir selbst nicht bin.

Ich weiß, daß der Besitz der Güter dieser Erden
Der Seele nie das wahre Glück verleiht;
Doch bleiben sie mein Wunsch; und um beglückt zu werden,
Erring ich mir die Last der Eitelkeit.

Ich weiß, wie groß es sei, aus Überlegung handeln,
Und handle doch aus sinnlichem Gefühl.
Durch falschen Schein getäuscht, eil ich, ihm nachzuwandeln,
Und Leidenschaft und Irrtum steckt mein Ziel.

Ein gegenwärtig Gut versäum ich zu genießen,
Flieh, was mich sucht, und suche, was mich flieht.
Im Glücke bin ich stolz, verzagt in Kümmernissen,
Und ohne Ruh um Ruhe stets bemüht.

Mein Nächster hat ein Recht auf viele meiner Pflichten;
Doch wird dies Recht so oft von mir entweiht.
Versagt er mir die Pflicht: so eil ich, ihn zu richten;
Und sein Versehn ist Ungerechtigkeit.

Nicht Liebe gegen Gott heißt mich dem Nächsten dienen,
Mehr Eigenlieb und niedrer Eigennutz.
Aus ihnen fließt Betrug, Verstellung; und in ihnen
Findt Neid und Haß, und Stolz und Härte Schutz.

Gott ehren ist mein Ruf. Wenn ich den Ruf betrachte,
Was find ich da für Mängel meiner Pflicht!
Die Wunder der Natur, die Gott zu Lehrern machte,
Stehn vor mir da, und diese hör ich nicht.

Und heißt ihr Anblick mich auf seine Weisheit schließen,
Auf Güt und Macht: so schließt nur mein Verstand;
Das Herz bleibt ungerührt, betäubt bleibt das Gewissen,
Und Gott, mein Herr und Vater, unbekannt.

Er schenkt mir so viel Guts. Gebrauch ich seine Güte
Zu meinem Glück; und geb ich ihr Gehör?
Nein, durch den Mißbrauch selbst verschließ ich mein Gemüte
Der Dankbarkeit und Liebe desto mehr.

Oft sagt mir mein Verstand, daß des Allmächtgen Gnade
Das größte Gut, der Trost des Lebens ist,
Und welche Schulden ich auf mein Gewissen lade,
Wenn sie mein Herz für Menschengunst vergißt!

Und doch, o Gott! wie oft geb ich dies Glück der Seelen,
Dir wert zu sein, für kindischen Gewinn,
Für einen Ruhm der Welt, für Lüste, die mich quälen,
Für Eitelkeit, und für ein Nichts dahin!

Gott ist der Herr der Welt; auf seine Hülfe bauen,
Ist meine Pflicht. Doch wenn gehorch ich ihr?
Bald bebt mein Herz vor Furcht, und bald ist das Vertrauen,
Das mich beseelt, nur ein Vertraun zu mir.

Dies ist des Menschen Herz. Wer hat dies Herz verheeret?
So kam es nicht, o Gott! aus deiner Hand.
Der Mensch durch eigne Schuld hat seine Würd entehret;
Und beides fiel, sein Herz und sein Verstand.

Doch so verderbt wir sind, so schwach, uns selbst zu eilen;
So steuert Gott doch der Verdorbenheit,
Läßt durch sein heilig Wort uns neue Kraft erteilen,
Licht der Vernunft, dem Herzen Reinigkeit.

Und du willst dieser Kraft, o Mensch! dich widersetzen?
Sie beut sich an, du aber wehrest ihr?
Und willst des größten Glücks dich selber unwert schätzen?
Erkenne Gott, noch steht dein Heil bei dir!

Schneesing, Johannes – Allein zu dir, Herr Jesu Christ

Schneesing, Johannes – Allein zu dir, Herr Jesu Christ

Allein zu dir, Herr Jesu Christ,
Mein‘ Hoffnung steht auf Erden;
Ich weiß, daß du mein Tröster bist,
Kein Trost mag mir sonst werden.
Von Anbeginn ist nichts erkor’n,
Auf Erden ist kein Mensch gebor’n,
Der mir aus Nöten helfen kann;
Ich ruf‘ dich an,
Zu dem ich mein Vertrauen han.

2. Mein‘ Sünd‘ sind schwer und übergroß
Und reuen mich von Herzen,
Derselben mach mich quitt und los
Durch deinen Tod und Schmerzen
Und zeig mich deinem Vater an,
Daß du hast g’nug für mich getan,
So werd‘ ich quitt der Sünden los.
Herr, halt mir fest,
Wes du dich mir versprochen hast!

3. Gib mir nach deiner Barmherzigkeit
Den wahren Christenglauben,
Auf daß ich deine Süßigkeit
Möcht‘ inniglich anschauen,
Vor allen Dingen lieben dich
Und meinen Nächsten gleich als mich.
Am letzten End‘ dein‘ Hilf‘ mir send,
thu mir behend
Des Teufels List von mir wend‘.

4. Ehr sey Gott in dem höchsten thron,
dem Vater aller güte,
Und Jhesu Christ seim liebsten Son,
der uns allzeit behüte,
Und Gott dem heiligen Geiste,
der uns sein hülff allzeit leiste,
Damit wir jm gefellig sein
hie in dieser zeit
und folgent zu der ewigkeit. Amen.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Ringwaldt, Bartholomäus – Gott Vater, hör doch meine Klag,

Ringwaldt, Bartholomäus – Gott Vater, hör doch meine Klag,

Um Vergebung der Sünden und Errettung wider die Feinde.
Aus den Psalmen zusammen gezogen.

Im Ton: Durch Adams Fall ist ganz verderbt.

Gott Vater, hör doch meine Klag,
So ich im Herzen führe,
Hilf mir, eh denn ich gar verzag
Und mich im Tod verliere;
Thu was gemach Und üb nicht Rach
An mir so gar geschwinde,
Erbarm dich mein Im Herzen dein
In Christo, deinem Kinde.

Sieh, HErr, wie ich bekümmert geh,
Mit Traurigkeit umgeben;
Ich seufze, wo ich geh und steh,
Und hab kein Lust zu leben.
So drückt mich fast Der Sünden Last,
Die ich zur Zeit begangen.
HErr, mach mich Heil, Denn deine Pfeil,
Die halten mich gefangen.

Zu dem hab ich noch ohne Ziel
Ueber dies heimlich Leiden,
Verfolger und Mißgönner viel,
Die mich gewaltig neiden
Und reden frech In ihrer Zech
Von mir viel arge Sachen
Und mich umher Mit Lügen mehr
Beim Volk verdächtig machen.

Ich aber muß im Herzen mein
Von wegen meiner Schulden
Gleich wie ein Taub und Stummer sein
Und mich also gedulden
Bis sich dein Ruth Was legen thut,
Die mich thut billig drücken.
O HErr, nimm doch Das schwere Joch
Von meinem schwachen Rücken.

Hilf mir, o HErr, zur rechten Zeit,
Laß mich nicht untersinken,
Und straf die gottsvergessenen Leut,
Die täglich um mich hinken
Und mir viel Leid Aus bloßem Neid
Gedenken beizufügen
HErr, gibs nicht zu, Mich schützen thu,
Und straf ihr‘ groben Lügen.

Vergib mir all mein Missethat,
Dich wieder zu mir wende,
Und machs mit meiner Feinde Rath
Einmal ein schrecklich Ende.
Schaff ihnen auch Ins Haus ein Rauch
Dabei sie mein vergessen,
Thu ihnen das Mit gleichem Maaß
Bezahlen und einmessen.

Im Hals ihnen die Wort verkürz,
Die sie aus gossen haben,
Und sie selbst in die Gruben stürz,
Die sie mir han gegraben,
Damit sie nicht So aufgericht
Im Herzen jubiliren,
Sondern vielmehr Ein schändlich Ehr
Erleben an den Ihren.

Erlös mich, HErr, von ihrem Strick,
Der tödtlich ist vergiftet;
Mit deinem Geist mein Herz erquick,
Das noch viel Jammer stiftet
Mit Aengsten groß; HErr, mach mich los
Von diesen stolzen Fetten,
Als ich denn Trau Und auf dich bau:
Ich weiß, du wirst mich retten.

Amen.

Wendebourg – Bartholomäus Ringwaldt’s geistliche Lieder

Neander, Joachim – Ach, was bin ich, mein Erretter

Neander, Joachim – Ach, was bin ich, mein Erretter

Ach, was bin ich, mein Erretter
Und Vertreter
Bei dem unsichtbaren Licht!
Sieh, ich lieg in meinem Blute;
Denn das Gute,
Das ich will, das thu ich nicht.

Ach, was bin ich, mein Erbarmer!
Sieh, ich Armer
Bin ein Strohhalm vor dem Wind;
Wie ein Weberschifflein schießet,
So verfließet
Aller Menschen Thun geschwind.

Ach, was bin ich, mein Erlöser!
Täglich böser
Find ich meiner Seele Staub,
Drum, mein Helfer, nicht verweile;
Jesu, eile,
Reiche mir die Gnadenhand!

Ach, wann wirst Du mich erheben
Zu dem Leben?
Komm, ach komm, und hilf mir doch!
Elend kann Dich bald bewegen;
Lauter Segen
Wirst Du lassen fließen noch.

Trotzig und verzagt im Herzen,
Trag ich Schmerzen,
Und es ist mir leid dazu.
Höre mich, hör an das Quälen:
Arzt der Seelen,
Schaffe meinem Herzen Ruh!

Gieb, daß mir der Tod nicht schade;
Herr, gieb Gnade,
Laß mich sein Dein liebes Kind!
Ein Demüthiger und Kleiner,
Aber Reiner
Endlich Gnad‘ und Ruhe find’t.

Schaff – Deutsches Gesangbuch

Luther, Martin – Aus tiefer Not schrei ich zu dir

Luther, Martin – Aus tiefer Not schrei ich zu dir

Der 130. Psalm: „De profundis clamavi“

1. Aus tiefer Not schrei ich zu dir,
Herr Gott, erhör mein Rufen.
Dein gnädig Ohren kehr zu mir
Und meiner Bitt sie öffen.
Denn so du willst das sehen an,
Was Sünd und Unrecht ist getan,
Wer kann, Herr, vor dir bleiben?

2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gonst,
Die Sünden zu vergeben.
Es ist doch unser Tun umsonst
Auch in dem besten Leben.
Vor dir niemand sich rühmen kann,
Des muß dich fürchten jedermann
Und deiner Gnaden leben.

3. Darum auf Gott will hoffen ich
Auf mein Verdienst nicht bauen;
Auf ihn mein Herz soll lassen sich
Und seiner Güte trauen,
Die mir zusagt sein wertes Wort,
Das ist mein Trost und treuer Hort,
Des will ich allzeit harren.

4. Und ob es währt bis in die Nacht
Und wieder an den Morgen,
Doch soll mein Herz an Gottes Macht
Verzweifeln nicht noch sorgen.
So tu Israel rechter Art,
Der aus dem Geist erzeuget ward,
Und seines Gotts erharre.

5. Ob bei uns ist der Sünden viel,
Bei Gott ist viel mehr Gnaden;
Sein Hand zu helfen hat kein Ziel
Wie groß auch sei der Schaden.
Er ist allein der gute Hirt,
Der Israel erlösen wird
Aus seinen Sünden allen.

Luther, Martin – Mitten wir im Leben sind

Luther, Martin – Mitten wir im Leben sind

Der Lobgesang „Mitten wir im Leben sind“

1. Mitten wir im Leben sind
Mit dem Tod umfangen.
Wen suchen wir, der Hilfe tu,
Daß wir Gnad erlangen?
Daß bist du, Herr, alleine.
Uns reuet unser Missetat,
Die dich, Herr, erzürnet hat.
Heiliger Herre Gott,
Heiliger starken Gott,
Heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott,
Laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not.
Kyrieleison.

2. Mitten in dem Tod ansicht
Uns der Höllen Rachen.
Wer will uns aus solcher Not
Frei und ledig machen?
Das tust du, Herr, alleine.
Es jammert dein Barmherzigkeit
Unser Klag und großes Leid.
Heiliger Herre Gott,
Heiliger starker Gott,
Heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott,
Laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut.
Kyrieleison.

3. Mitten in der Höllen Angst
Unser Sünd uns treiben.
Wo solln wir denn fliehen hin,
Da wir mögen bleiben?
Zu dir, Herr, alleine.
Vergossen ist dein teures Blut,
Das gnug für die Sünde tut.
Heiliger Herre Gott,
Heiliger starker Gott,
Heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott,
Laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost.
Kyrieleison.

Luise Henriette von Brandenburg – Ich will von meiner Missethat

Luise Henriette von Brandenburg – Ich will von meiner Missethat

1) Ich will von meiner Missethat
Zum Herren mich bekehren;
Du wollest selbst mir Hülf und Rath,
Hierzu, o Gott, bescheeren,
Und Deines guten Geistes Kraft,
Der neue Herzen in uns schafft,
Aus Gnaden mir gewähren!

2) Natürlich kann ein Mensch doch nicht
Sein Elend selbst empfinden:
Er ist ohn‘ Deines Geistes Licht
Blind, taub und todt in Sünden.
Verkehrt ist Will‘, Verstand und Thun:
Des großen Jammers komm‘ mich nun,
O Vater, zu entbinden!

3) Klopf‘ durch Erkenntniß bei mir an,
Und führ‘ mir wohl zu Sinnen,
Was Böses ich für dir gethan, –
Du kannst mein Herz gewinnen, –
Daß ich aus Kummer und Beschwer‘
Laß über meine Wange her
Viel heiße Thränen rinnen!

4) Wie hast Du doch auf mich gewandt
Dein Reichthum Deiner Gnaden!
Mein Leben dank ich Deiner Hand;
Du hast mich überladen
Mit Ruh‘, Gesundheit, Ehr‘ und Brod, –
Du machst, daß mir noch keine Noth
Bis hierher können schaden.

5) Hast auch in Christo mich erwählt
Tief aus der Höllen Fluthen,
Daß niemals mir es hat gefehlt
An irgend einem Guten.
Und daß ich ja Dein eigen sey,
Hast Du mich auch aus großer Treu
Gestäubt mit Vater-Ruthen.

6) Gegeben zu genießen?
Schenk aber ich Gehorsam dir?
Das zeuget mein Gewissen,
Mein Herz, in welchem Nichts gesund,
Das tausend Sünden-Würmer wund
Bis auf den Tod gebissen.

7) Die Thorheit meiner jungen Jahr,
Und alle schnöden Sachen
Verklagen mich so offenbar:
Was soll ich Armer machen?
Sie stellen, Herr, mir für’s Gesicht
Dein unerträglich Zorngericht
Und Deiner Höllen Rachen.

8) Ich habe meiner Gräuel Qual,
Und schäm‘, sie zu bekennen;
Es ist weder Maaß noch Zahl,
Ich weiß sie nicht zu nennen.
Und ist keiner doch so klein,
Um welchen Willen nicht allein
Ich ewig müsse brennen.

9) Bisher hab ich in Sicherheit
Fein unbesorgt geschlafen,
Gesagt: es hat noch lange Zeit,
Gott pflegt nicht bald zu strafen,
Er fähret nicht mit unsrer Schuld
So strenge fort; es hat Geduld
Der Herr mit seinen Schafen.

10) Dies Alles jetzt zugleich erwacht,
Mein Herz will mir zerspringen,
Ich sehe Deines Zornes Macht,
Dein Feuer auf mich dringen.
Du regest wider mich zugleich
Des Todes und der Höllen Reich,
Die wollen mich verschlingen.

11) Die mich verfolgt, die große Noth,
Fährt schnell ohn‘ Zaum und Zügel.
Wo flieh ich hin? Du Morgenroth,
Ertheil mir deine Flügel!
Verbirg mich wo, du fernes Meer,
Stürzt hoch herab, fallt auf mich her,
Ihr Klippen, Thürm‘ und Hügel!

12) Ach nur umsonst! und könnt ich auch
Bis in den Himmel steigen,
Und wieder in der Höllen Bauch
Mich zu verkriechen neigen:
Dein Auge dringt durch Alles sich,
Du wirst da meine Schand‘ und mich
Der lichten Sonnen zeigen!

13) Herr Jesu, nimm mich zu dir ein,
Ich flieh in Deine Wunden,
Die Du, o Heiland, wegen mein
Am Kreuze hast empfunden,
Als unter Aller Sünden Müh‘,
Dir o Du Gotteslamm, ward sie
Zu tragen aufgebunden.

14) Wasch mich durch Deinen Todesschweiß
Und purpurrothes Leiden,
Und laß mich sauber seyn und weiß,
Durch Deiner Unschuld Leiden!
Von wegen Deines Kreuzes Last
Erquick‘, was du zermalmet hast,
Mit Deines Trostes Freuden.

15) So angethan, will ich mich hin
Vor Deinen Vater machen;
Ich weiß, er lenket seinen Sinn,
Und schaffet Rath mir Schwachen.
Er weiß, was Fleisches Lust und Welt
Und Satan uns für Netze stellt,
Die uns zu stürzen, wachen.

16) Wie werd‘ ich mich mein Lebenlang
Für solcher Plage scheuen?
Durch Deines guten Geistes Zwang,
Den Du mir wollst verleihen;
Der mir vor aller Sünden List,
Und dem, was Dir zuwider ist,
Helf ewig mich befreien.