Christian Runge – Der Herr hat alles wohl gemacht

1) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Er wird nichts böse machen;
Dies, fromme Seele, wohl betracht
In allen deinen Sachen;
In Leid und Freud, in Gnüg und Not
In Krankheit, Jammer, Kreuz und Tod,
In Kummer, Angst und Schmerzen,
Das glaub, o Herz, von Herzen.

2) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Noch eh er uns geschaffen.
Er hat uns mit dem Heil bedacht,
Das einzig unser Waffen,
Ja unser Schild und Rettung ist;
Er hat uns vor der Zeit erkiest;
Eh man die Sterne zählet,
Da hat er uns erwählet.

3) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Dies rühme, wer es höret,
Als er uns hat hervorgebracht
Und gnadenvoll gemehret;
Da er das menschliche Geschlecht
Gesegnet, daß auch Früchte brächt
Das Erdreich und, was drinnen
Begriffen wird mit Sinnen.

4) Der Herr hat alles wohl gemacht;
Obschon der Mensch gefallen,
Da hatt er dennoch fleißig acht
Auf ihn und auf uns allen.
Er rief und ruft noch mich und dich
Aus lauter Lieb und sehnet sich
In seiner süßen Flammen
Nach uns hier all zusammen.

5) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Der uns sein Wort gegeben,
Davon oft unser Herze lacht.
Wenn wir in Ängsten schweben,
Da ist er unsre Zuversicht;
Er tröstet uns und läßt uns nicht
In allen unsern Nöten,
Und sollt er uns gleich töten.

6) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Da er für uns gestorben,
Uns Heil und Segen wiederbracht
Und durch sein Blut erworben.
Was willst du mehr, betrübter Geist?
Komm her, schau hier, was Lieben heißt.
Sollt der nicht alls dir geben,
Der für dich gibt sein Leben?

7) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Da er vom Tod erstanden
Und aus ganz eigner Kraft und Macht
Uns von der Höllen Banden
Und ihren Rotten hat befreit,
Daß unser Ruf schallt weit und breit:
Wo ist der Sieg der Höllen
Und ihrer Mitgesellen?

8) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Da er ist aufgefahren
Gen Himmel, wo ein Herz hintracht,
Das Trübsal hat erfahren.
Er hat die Stätt uns da bereit,
Da wir nach dieser kurzen Zeit
In Freuden sollen schweben
Und ewig mit ihm leben.

9) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Wenn seinen Geist er sendet
Zu uns herab, der uns bewacht
Und unsre Herzen wendet
Von dieser Welt zu Gott hinauf,
Auf daß wir endlich unsern Lauf
Ganz seliglich vollziehen,
Wenn wir von hinnen fliehen.

10) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Auch wenn er uns betrübet,
Wenn uns die finstre Kreuzesnacht
Befällt und allzeit übet
In Kreuz und Widerwärtigkeit,
In Angst und Trübsal und in Leid,
Wenn er uns stärkt im Glauben,
Den niemand uns kann rauben.

11) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Wenn er in Lieb und Treue
Noch immerfort an uns gedacht
Und macht uns wieder neue,
Wenn er den alten Menschen bricht
Und die verkehrten Wege nicht
Nach seinem frommen Willen,
Daß wir den einst erfüllen.

12) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Wenn er wird wiederkommen,
Und obgleich alles bricht und kracht,
Wird er doch seine Frommen
Zu sich aufziehen in die Höh
Und retten sie von allem Weh,
Da wir und sie erhoben
Ihn ewig werden loben.

13) Der Herr hat alles wohl gemacht;
Es wird kein Sinn erreichen
Hier seines Ruhmes große Pracht,
Er muß zurücke weichen
Und rufen aus mit voller Macht:
Der Herr hat alles wohl gemacht,
Dafür wir hier und oben
Ihn billig ewig loben.

14) Nun er hat alles wohl gemacht,
Er wird nichts böse machen.
Er träget dich gar sanft und sacht,
Darum in deinen Sachen,
In Freud und Leid, in Gnüg und Not,
In Krankheit, Jammer, Kreuz und Tod,
In Kummer, Angst und Schmerzen
Gib ihm Lob, Dank von Herzen.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

unbekannt – Conditor alme Syderum.

O Herre got in ewigkait,
wie ist dein nam so wunderlich!
Er wirdt gelobt in allem landt,
er ist allen menschen bekandt.

Dein grosser gwalt unnd mächtigkeyt
der wirt erhöhet allezeyt,
Im hymel ist er auch bekannt:
du wirst ain gwaltiger Got genannt.

Von jungen kind würstu gepreyßt,
die noch mit milch werden gespeyßt,
Von wegen die dich lesterend,
das sy werden gebesserend.

Herr, ich beger anzusehen
die Sonn und Mon, auch die steren,
Du du hast gmacht mit deiner hand:
Herr, hilff, das ich kumm in dein land.

Des menschen kind hast haymgesucht,
du hast auch jm gehorsam gmacht
Alles, das du erschaffen hast,
Herr, dir sey lob und eer gesagt.

Im soll auch underworffen seyn
alle, die groß seind und klein
Und wie, Herr, ich sy nennenn soll,
darumb der mensch dir dancken soll

Im lufft die klainen Vögelein,
die müssen jm gehorsam seyn
Und die Visch, die in wassern sein:
Herr, dir sey lob und eer allein!

Quelle

Tersteegen, Gerhard – Süßer Schatten, bunte Wiesen,

1. Süßer Schatten, bunte Wiesen,
Wie vergnügt ihr meinen Sinn!
Wenn ich Jesu einsam bin,
Hab‘ ich euch so oft gepriesen.
Süßer Schatten, bunte Wiesen,
Wie vergnügt ihr meinen Sinn!
Ich seh‘ nichts in euch als diesen,
Den ich nenne, des ich bin.
Süßer Schatten, bunte Wiesen,
Wie vergnügt ihr meinen Sinn!
Wenn die Liebeswinde bliesen,
Fiel‘ ich leicht in Ohnmacht hin.

2. Was hier grünet und sich reget,
Hat mein Freund hervorgebracht;
Schönheit, Weisheit, Güte, Macht
Ist im Kleinsten eingepräget.
Was hier grünet und sich reget,
Hat mein Freund hervorgebracht,
Sich nach seinem Wink beweget,
Und ihn lobt mit stiller Pracht.
Was hier grünet und sich reget,
Hat mein Freund hervorgebracht,
Doch was Erd‘ und Himmel heget,
Wird bei seiner Schönheit Nacht.

3. Jesu, dich allein zu finden,
Sitz‘ ich still und einsam hier;
Du allein genügest mir,
Alles andre mag verschwinden.
Jesu, dich allein zu finden,
Sitz‘ ich still und einsam hier;
Dass wir uns aufs neu verbinden,
Reine Lust und Seelenzier.
Jesu, dich allein zu finden,
Sitz‘ ich still und einsam hier;
Willst du nicht mein Herz entzünden,
Dass ich mich in dich verlier‘?

4. Mit dir, Liebster, einsam leben,
Ist auf Erden Seligkeit;
Was die tolle Welt anbeut,
Kann mir nichts als Plage geben.
Mit dir, Liebster, einsam leben,
Ist auf Erden Seligkeit,
Wenn wir dir allein ankleben
Über Sinnen, Ort und Zeit.
Mit dir, Liebster, einsam leben,
Ist auf Erden Seligkeit,
Bis du uns wirst ganz erheben
In die Ruh der Ewigkeit.

unbekannt – GOdt, Hillige Schepper aller Sthern

De Hymnus, Conditor alme syderum.

GOdt, Hillige Schepper aller Sthern,
vorlücht uns, de wy sint so vern,
Tho erkennen dynen waren Christ,
de vor uns minsch geworden ys.

Wente ydt ging dy tho herten seer,
dat wy geuangen wern so swer
Unde scholden ewich des Dodes syn,
darümme nempstu up dy schuldt unde pyn.

Do sick de werlt thom auende want,
de Brüdegam Christus wordt bekant
Uth syner moder kemmerlin,
de Junckfrouwe bleff zart unde rein.

Bewiset hefft he syne grothen gewalt,
dat ydt in aller werlt erklang,
Sick möthen bögen alle de knee
im Hemmel, Hellen und ock hyr.

Allent, wat dorch een geschapen ys,
dem gifft he krafft, wesent unde frist,
Nach synes willens ordeninge twar,
een tho erkennen apenbar.

Wy bidden dy, O Hillige Christ,
wente du thokamende richter bist,
Leer uns hyt trouörn dynen willen don
unde in dem louen nemen tho.

Loff, Pris sy, Vader, dyner krafft,
dynem zarten Son, de alle ding schafft,
In einem wesende der dreuoldicheit
mit dem geist dyner hillicheit. Amen.

Tersteegen, Gerhard – Frühlingslied

Komm, laß uns gehen, mein Freund, hinaus aufs Feld,
Laß uns besehen des Frühlings Pracht und Freude,
Schau‘ da Dein Werk! Die Erd‘ im neuen Kleide;
Sie grünt, sie blüht; Dir jauchzet alle Welt.

Der Vöglein Schaar singt lustig Tag und Nacht;
Das Bienlein saugt gar emsig bei dem Wetter,
Wie süß bestreahlt die Sonne Blum‘ und Blätter!
Du bist’s, mein Licht, der Alles fröhlich macht.

Im Herzen Du, dort außen die Figur;
Ich liebe Dich in Deinen Schildereien,
Und muß mich ja herzkindlich drüber freuen,
Wie schön, wie schön ist Deine Creatur!

Das kleinste Blatt, das feinste Gräselein
Rühmt Deine Kunst. Was grünt und blüht und lebet,
Ein liebend Herz entzückt zu Dir erhebet,
Wie schön, wie schön muß nicht das Urbild sein!

Deine Himmelpracht, Dein tausend Tausendschön,
Draus im Triumph stets neue Wunder grünen,
Dein Leben und Dein Geben, uns zu dienen,
Kann ich vergnügt in dem Geälde sehn.

Die Sonne lockt der Blüthe Knospen aus,
Die Erde trägt den Schooß voll Erstlingsgaben,
Gras, Kraut und Korn zum Nähren und zum Laben;
Hier bing‘ ich’s Dir als Priester in Dein Haus.

Ich schaue dort mit süßem Andachtsblick,
Der Blumen Zier in Gärten und in Wiesen;
Gestalt, Geruch und Farben hoch gepriesen,
Und bringe Dir die ganze Pracht zurück.

Die Nachtigall singt Hallelujah Dir,
Bewunderend den neuen Schmuck im Grünen.
Hör‘, Liebster, hör‘, so will ich auch Dir dienen,
In Dir mein Herz sich freu‘ und jubelir‘.

Die Lerche trägt Dein, Lob, so hoch sie kann;
Ich möcht‘ in Dir, als meiner Luft, so schweben,
Disch, selig’s Gut, mit höchstem Lob erheben;
Doch, wer erreicht’s? Ich sink‘ ich bete an!

Walter, Johann – Herzlich tut mich erfreuen

1. Herzlich tut mich erfreuen
die liebe Sommerzeit,
wenn Gott wird schön erneuen
alles zur Ewigkeit.
Den Himmel und die Erde
wird Gott neu schaffen gar,
all Kreatur soll werden
ganz herrlich, schön und klar.

2. Kein Zung kann je erreichen
die ewig Schönheit groß;
man kann’s mit nichts vergleichen,
die Wort sind viel zu bloß.
Drum müssen wir solchs sparen
bis an den Jüngsten Tag;
dann wollen wir erfahren,
was Gott ist und vermag.

3. Da werden wir mit Freuden
den Heiland schauen an,
der durch sein Blut und Leiden
den Himmel aufgetan,
die lieben Patriarchen,
Propheten allzumal,
die Märt’rer und Apostel
bei ihm in großer Zahl.

4. Also wird Gott erlösen
uns gar von aller Not,
vom Teufel, allem Bösen,
von Trübsal, Angst und Spott,
von Trauern, Weh und Klagen,
von Krankheit, Schmerz und Leid,
von Schwermut, Sorg und Zagen,
von aller bösen Zeit.

5. Er wird uns fröhlich leiten
ins ewig Paradeis,
die Hochzeit zu bereiten
zu seinem Lob und Preis.
Da wird sein Freud und Wonne
in rechter Lieb und Treu
aus Gottes Schatz und Bronne
und täglich werden neu.

6. Da wird man hören klingen
die rechten Saitenspiel,
die Musikkunst wird bringen
in Gott der Freuden viel,
die Engel werden singen,
all Heilgen Gottes gleich
mit himmelischen Zungen
ewig in Gottes Reich.

7. Mit Gott wir werden halten
das ewig Abendmahl,
die Speis wird nicht veralten
auf Gottes Tisch und Saal;
wir werden Früchte essen
vom Baum des Lebens stets,
vom Brunn der Lebensflüsse
trinken zugleich mit Gott.

8. Wir werden stets mit Schalle
vor Gottes Stuhl und Thron
mit Freuden singen alle
ein neues Lied gar schön:
„Lob, Ehr, Preis, Kraft und Stärke
Gott Vater und dem Sohn,
des Heilgen Geistes Werke
sei Lob und Dank getan.“

9. Ach Herr, durch deine Güte
führ mich auf rechter Bahn;
Herr Christ, mich wohl behüte,
sonst möcht ich irregahn.
Halt mich im Glauben feste
in dieser bösen Zeit,
hilf, daß ich mich stets rüste
zur ewgen Hochzeitsfreud.

Spitta, Carl Johann Philipp – Freuet euch der schönen Erde

Freuet euch der schönen Erde,
denn sie ist wohl wert der Freud;
o was hat für Herrlichkeiten
unser Gott da ausgestreut!

Und doch ist sie seiner Füße
reichgeschmückter Schemel nur,
ist nur eine schönbegabte,
wunderreiche Kreatur.

Freuet euch an Mond und Sonne
und den Sternen allzumal,
wie sie wandeln, wie sie leuchten
über unserm Erdental!

Und doch sind sie nur Geschöpfe
von des höchsten Gottes Hand,
hingesät auf seines Thrones
weites, glänzendes Gewand.

Wenn am Schemel seiner Füße
und am Thron schon solcher Schein;
o was muß an seinem Herzen
erst für Glanz und Wonne sein!

Rambach, Johann Jakob – Unumschränkte Liebe, gönne blöden Augen

1. Unumschränkte Liebe, gönne blöden Augen,
Die sonst kaum auf Erden taugen,
Daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken,
Die den Erdkreis wärmend schmücken
Und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen
Mit der Sonne scheinen.

2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete
Ist ein Schauplatz deiner Güte;
Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben
Immer herrlicher erhoben.
O wie weit, o wie breit über Berg und Hügel
Streckt sie ihre Flügel.

3. Was wir davon denken, was wir sagen können,
Ist ein Schatten nur zu nennen.
Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden
So viel Millionen Schulden
Und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen,
Herr, wer kann das fassen?

4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen,
Wenn sie weinend vor dir stehen;
Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder,
Legt die Pfeile gerne nieder.
Tiefen Schmerz fühlt dein Herz, wenn durch ernste Strafen
Du mußt Beßrung schaffen.

5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen,
Statt der Gnade Recht empfangen.
Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket,
Dem wird Straf und Schuld geschenket.
Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen
Gnädig dich erbarmen.

6. König, sei gepreisen, daß du so verschonest
Und uns nicht nach Werken lohnest;
Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret
Und mit Ruhm den Scepter führet.
Fahre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben
Und die Welt zu lieben.

Neander, Joachim – Himmel, Erde, Luft und Meer

1. Himmel, Erde, Luft und Meer
zeugen von des Schöpfers Ehr;
meine Seele, singe du,
bring auch jetzt dein Lob herzu.

2. Seht das große Sonnenlicht,
wie es durch die Wolken bricht;
auch der Mond, der Sterne Pracht
jauchzen Gott bei stiller Nacht.

3. Seht, wie Gott der Erde Ball
hat gezieret überall.
Wälder, Felder, jedes Tier
zeigen Gottes Finger hier.

4. Seht, wie fliegt der Vögel Schar
in den Lüften Paar bei Paar.
Blitz und Donner, Hagel, Wind
seines Willens Diener sind.

5. Seht der Wasserwellen Lauf,
wie sie steigen ab und auf;
von der Quelle bis zum Meer
rauschen sie des Schöpfers Ehr.

6. Ach mein Gott, wie wunderbar
stellst du dich der Seele dar!
Drücke stets in meinen Sinn,
was du bist und was ich bin.

Hut, Hans – Gottes Werck und Willen

„Ein ander schön Lied hat Hans Hut zu Augspurg im Gefängnuß gemacht, darinnen er gestorben und darnach Ann 28. verbrendt. Geht im Thon wie man die siben wort singt, Oder JAcobs thon Oder Lieber vatter wie bist etc.“

O Almechtiger Herre Gott,
wie gar lieblich sind dein Gebott
Uber alles Gott so reyne!
du wirst geehrt alleyne
in deiner heilgen gmeyne.

Dein will der ist uns offenbar,
darinn leucht uns die warheit klar
In allen creaturen,
Gott hat uns ausserkohren,
darzu auch neugeboren.

Den Himmel und das Firmament
uns zeigen die werck seiner händt
Darzu sein grosse Ehre,
im landt und auff dem meere
thun wir erkennen lehre.

Die Wercke Gottes sind überal
auff hohem Berg und tieffem Thal
Darzu in ebnen Felden,
die Vögel in den Wälden
thun uns die Warheit melden.

Ein jedes werck thut preisen Gott,
wie ers so gut erschaffen hat;
Das thut der Mensch zerbrechen,
der Warheit widersprechen,
Gott wird es an im rechen.

Die Wercke Gotts sind wunderlich
in rechter ordnung ewiglich:
Der Mensch sol sie erfahren,
Gott wils im offenbaren,
er sol sie auch bewahren.

Drumb hat Gott seinen Sohn gesandt,
der uns die warheit macht bekandt
Und auch den weg zum leben:
so wir darnach thun streben,
sein Geist wil er uns geben.

Der zeygt uns an die Heilig Schrifft,
drinn Gott sein Testament gestifft
In seinem Sohn so reiche,
in aller welt zugleiche
niemand drumb von im weiche.

Den Todt er überwunden hat,
Ein rechter Mensch und wahrer Gott,
Mit krafft hat ers beweiset,
mit Warheit uns gespeiset,
darumb wirt er gepreiset.

Drumb sand er uns den heilgen geyst,
der aller blöden Tröster heyßt,
Ins Herz wil er uns schreiben,
daß wir in ihm beleiben,
all Sünd und laster meiden.

Der Heilig Geyst der ist das Pfandt,
der uns zum ERbtheyl ist gesandt,
Welchs Christus uns erworben,
als er am Creutz gestorben,
mit der Welt nit verdorben.

Dem Vatter sey nun lob und ehr,
der ewig bleibt und immermehr
Und ewig holt seinn Namen,
seinns Sohns wir uns nit schamen,
der helff uns ewig, Amen.

Ausbund