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Schlagwort: Jesus

Heinrich Cornelius Hecker – Immanuel, der Herr, ist hier

Heinrich Cornelius Hecker – Immanuel, der Herr, ist hier

Immanuel, der Herr, ist hier
Und nimmt mein Fleisch an sich;
Immanuel, ist Gott mit mir,
Wer ist dann wider mich?

2. Also hat Gott die Welt geliebt,
Daß er aus freiem Trieb
Den eingebornen Sohn uns gibt,
Wie hat er uns so lieb!

3. Was sein erbarmungsvoller Rat
Schon in der Ewigkeit
Von Jesu fest beschlossen hat,
Das tut er in der Zeit.

4. Im Fleische wird Gott offenbar;
Geheimniß, du bist groß!
Der in des Vaters Schoße war,
Den trägt der Mutter Schoß.

5. Der Schöpfer wird die Creatur,
Der Ewige wird jung;
Jedoch nach seiner Menschheit nur
In der ERniedrigung.

6. Er, unser Heil und höchstes Gut,
Der alle segnen kann,
Nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut,
Doch ohne Sünde an.

7. Du wunderbarer Gottmensch wirst
Auch mir Rat, Kraft und Held,
Mein Retter und mein Friedefürst,
Du Heiland aller Welt.

(Andere Quelle:
Du wunderbarer Gottmensch wirst
Mein Rath und Kraft und Held,
Mein Vater und mein Friedefürst,
Du Heiland aller Welt.)

8. Ich war im Fleisch ein Sündenknecht,
Auch so zur Welt gebracht;
Du aber bringst das Kindschaftsrecht
Uns hast mich losgemacht.

9. Was mir zum Seligsein gebricht,
Das, Herr, erwarbst du mir;
Versöhnung, Leben, Trost und Licht,
Das hab ich nun an dir.

10. Dein Mangel wird mein reiches Teil,
Dein Leiden stillt mein Leid,
Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil,
Gewinn ich Herrlichkeit.

(andere Quelle:
Dein Mangel ist mein reiches Theil,
Die Windeln sind mein Kleid,
Die Knechtsgestalt bringt mir mein Heil,
Dein Leiden stillt mein Leid.)

11. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn
In dieser Freudenzeit;
Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron;
Erheb ihn, Christenheit.

(andere Quelle:
So sei Gott Ehr‘ und Lob gebracht
Und Frieden dieser Welt,
Weil Gott das Fleisch gerecht gemacht,
Daß es ihm wohlgefällt.)

12. Immanuel! der Herr ist da,
So lob‘ ihn, meine Seel‘!
Immanuel! Hallelujah,
Gott Lob, Immanuel!

 

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States
andere Quelle: Die alten lutherischen Kirchenlieder des neuen braunschweigischen Gesangbuches Neu-Erkerode bei Braunschweig Verlag der Buchhandlung der Idioten-Anstalt 1877

Gerhardt, Paul – Warum sollte ich mich grämen?

Gerhardt, Paul – Warum sollte ich mich grämen?

  1. Warum sollte ich mich grämen?
    Hab’ ich doch
    Christum noch,
    Wer will mir den nehmen?
    Wer will mir den Himmel rauben,
    Den mir schon
    Gottes Sohn
    Beigelegt im Glauben?
  2. Nackend lag ich auf dem Boden,
    Da ich kam,
    Da ich nahm
    Meinen ersten Odem;
    Nackend wird ich auch hinziehen,
    Wann ich wird
    Von der Erd
    Als ein Schatten fliehen.
  3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben
    Ist nicht mein;
    Gott allein
    Ist es, ders gegeben.
    Will ers wieder zu sich kehren,
    Nehm ers hin!
    Ich will ihn
    Dennoch fröhlich ehren.
  4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen,
    Dringt herein
    Angst und Pein,
    Sollt’ ich drum verzagen?
    Der es schickt, der wird es wenden!
    Er weiß wohl,
    Wie er soll
    All mein Unglück enden.
  5. Gott hat mich bei guten Tagen
    Oft ergötzt:
    Sollt’ ich jetzt
    Nicht auch etwas tragen?
    Fromm ist Gott und schärft mit Massen
    Sein Gericht,
    Kann mich nicht
    Ganz und gar verlassen.
  6. Satan, Welt und ihre Rotten
    Können mir
    Nichts mehr hier
    Tun, als meiner spotten.
    Laß sie spotten, laß sie lachen!
    Gott, mein Heil,
    Wird in Eil
    Sie zu Schanden machen.
  7. Unverzagt und ohne Grauen
    Soll ein Christ,
    Wo er ist,
    Stets sich lassen schauen.
    Wollt’ ihn auch der Tod aufreiben,
    Soll der Mut
    Dennoch gut
    Und fein stille bleiben.
  8. Kann uns doch kein Tod nicht töten,
    Sondern reißt
    Unsern Geist
    Aus viel tausend Nöten,
    Schleusst das Tor der bittern Leiden
    Und macht Bahn,
    Da man kann
    Gehn zu Himmelsfreuden.
  9. Allda will in süßen Schätzen
    Ich mein Herz
    Auf den Schmerz
    Ewiglich ergötzen.
    Hier ist kein recht Gut zu finden.
    Was die Welt
    In sich hält,
    Muß im Hui verschwinden.
  10. Was sind dieses Lebens Güter?
    Eine Hand
    Voller Sand,
    Kummer der Gemüter.
    Dort, dort sind die edlen Gaben,
    Da mein Hirt,
    Christus, wird
    Mich ohn’ Ende laben.
  11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden,
    Du bist mein,
    Ich bin dein,
    Niemand kann uns scheiden:
    Ich bin dein, weil du dein Leben
    Und dein Blut
    Mir zugut
    In den Tod gegeben.
  12. Du bist mein, weil ich dich fasse
    Und dich nicht,
    O mein Licht,
    Aus dem Herzen lasse.
    Laß mich, laß mich hingelangen,
    Da du mich
    Und ich dich
    Leiblich werd’ umfangen!
Gerhardt, Paul – Jesu, allerliebster Bruder

Gerhardt, Paul – Jesu, allerliebster Bruder

  1. Jesu, allerliebster Bruder,
    ders am besten mit mir meint,
    Du mein Anker, Mast und Ruder
    und mein treuster Herzensfreund;
    Der du, ehe was geboren,
    dir das Menschenvolk erkoren,
    Auch mich armen Erdengast
    dir zur Lieb ersehen hast:
  2. Du bist ohne Falsch und Tücke,
    dein Herz weiß von kleiner List,
    Aber wenn ich nur erblicke
    was hier auf der Erde ist,
    find ich alles voller Lügen:
    Wer am besten kann betrügen,
    Wer am schönsten heucheln kann,
    ist der allerbeste Mann.
  3. Ach, wie untreu und verlogen
    ist die Liebe dieser Welt;
    Ist sie jemand wohl gewogen,
    Währts nicht länger als sein Geld.
    Wenn das Glück uns fügt und grünet,
    sind wir schön und hübsch bedienet,
    kommt ein wenig Ungestüm,
    kehrt sich alle Freundschaft üm.
  4. Treib, Herr, von mir und verhüte
    solchen unbeständgen Sinn;
    hätt ich aber mein Gemüte,
    weil ich auch ein Mensche bin,
    Schon mit diesem Kot besprenget
    und der Falschheit nachgehänget,
    so erkenn ich meine Schuld,
    Bitt um Gnad und um Geduld.
  5. Laß mir ja nicht widerfahren,
    was du Herr zur Straf und Last
    denen, die mit falschen Waren
    Handeln, angedräuet hast,
    Da du sprichst, du wollest scheuen
    und als Unflat von dir speien
    aller Heuchler falschen Mut,
    der Guts fürgibt und nicht tut.
  6. Gib mir ein beständges Herze
    gegen alle meine Freund;
    Auch dann, wann mit Kreuz und Schmerze
    Sie von dir beleget seind,
    Daß ich mich nicht ihrer schäme,
    sondern mich nach dir bequeme,
    Der du, da wir arm und bloß,
    uns gesetzt in deinen Schoß.
  7. Gib mir auch nach deinem Willen
    einen Freund, in dessen Treu
    Ich mein Herze möge stillen,
    da mein Mund sich ohne Scheu
    Öffnen und erklären möge,
    Da ich alles abelege
    nach dem Maße, das mir gnügt,
    was mir auf dem Herzen liegt.
  8. Laß mich Davids Glück erleben:
    Gib mir einen Jonathan,
    der mir sein Herz möge geben,
    Der auch, wenn nun jedermann
    mir nichts Gutes mehr will gönnen,
    sich nicht lasse von mir trennen,
    Sondern fest in Wohl und Weh
    als ein Felsen bei mir steh.
  9. Herr, ich bitte dich, erwähle
    mir aus aller Menschenmeng
    eine fromme heilige Seele,
    Die an dir seine Kleb und Häng,
    Auch nach deinem Sinn und Geiste
    mir stets Trost und Hilfe leiste:
    Trost, der in der Not besteht,
    Hilfe, die von Herzen geht.
  10. Wenn die Zung und Mund nur liebet,
    ist die Liebe schlecht bestellt.
    Wer mir gute Worte gibet
    und den Haß im Herzen hält,
    Wer nur seinen Kuchen schmieret
    und, wanns Bienlein nicht mehr führet,
    Als dann geht er nach der Tür –
    Ei, der bleibe fern von mir.
  11. Hab ich Schwachheit und Gebrechen,
    Herr, so lenke meinen Freund,
    mich in Güte zu besprechen
    und nicht als ein Löw und Feind.
    Wer mich freundlich weiß zu schlagen,
    ist als der in Freudentagen
    reichlich auf mein Haupt mir geußt
    Balsam, der am Jordan fleußt
  12. O, wie groß ist meine Habe,
    O, wie köstlich ist mein Gut,
    Jesu, wenn mit dieser Gabe
    Dein Hand meinen Willen tut,
    Daß mich meines Freundes Treue
    und beständigs Herz erfreue!
    wer dich fürchtet, liebt und ehrt,
    dem ist solch ein Schatz beschert.
  13. Gute Freunde sind wie Stäbe,
    Da der Menschengang sich hält,
    Daß der schwache Fuß sich hebe,
    Wann der Leib zu Boden fällt.
    Wehe dem, der nicht zum Frommen
    solches Stabes weiß zu kommen!
    Der hat einen schweren Lauf,
    Wann er fällt, wer hilft ihm auf?
  14. Nun, Herr, laß dirs wohl gefallen,
    bleib mein Freund bis in mein Grab!
    Bleib mein Freund und unter allen
    mein getreuster, stärkster Stab!
    Wenn du dich mir wirst verbinden,
    wird sich schon ein Herze finden,
    das, durch deinen Geist gerührt,
    mir was Gutes gönnen wird.
Gerhardt, Paul – Gegrüßet seist du, Gott, mein Heil

Gerhardt, Paul – Gegrüßet seist du, Gott, mein Heil

  1. Gegrüßet seist du, Gott, mein Heil,
    Mein ein’ge Lieb und schönstes Teil;
    Gegrüßet seist du, werte Brust,
    Du Gottessohn, du Menschenlust,
    Du Träger aller Bürd und Last,
    Du aller Müden Ruh und Rast.
  2. Mein Jesu, neige dich zu mir
    Mit deiner Brust, damit von dir
    Mein Herz in deiner Lieb entbrenn
    Und von der ganzen Welt sich trenn.
    Halt Herz und Brust in Andacht reich
    Und mich ganz deinen Willen gleich.
  3. Mach, Herr, durch deines Herzens Quell
    Mein Herz vom Unflat rein und hell;
    Der du bist Gottes Glanz und Bild
    Und aller Armen Trost und Schild,
    Teil aus dem Schatze deiner Gnad
    Auch mir mit Gnade, Rat und Tat.
  4. O süße Brust, tu mir die Gunst
    Und fülle mich mit deiner Brunst!
    Du bist der Weisheit tiefer Grund,
    Dich lobt und singt der Engel Mund,
    Aus dir entspringt die edle Frucht,
    Die dein Johannes bei dir sucht.
  5. In dir wohnt alle Gottesfüll,
    Hast alles, was ich wünsch und will,
    Du bist das rechte Gotteshaus,
    Drum, wann zur Welt ich muß hinaus,
    So schleuß mich treulich in dir ein
    Und laß mich ewig bei dir sein.
Gerhardt, Paul – Siehe, mein getreuer Knecht

Gerhardt, Paul – Siehe, mein getreuer Knecht

  1. Siehe, mein getreuer Knecht,
    Der wird weislich handeln,
    Ohne Tadel, schlecht und recht
    Auf der Erden wandeln;
    Sein getreuer, frommer Sinn
    Wird in Einfalt gehen,
    Und nach dennoch wird man ihn
    An das Kreuz erhöhen.
  2. Hoch am Kreuz wird mein Sohn
    Große Marter leiden,
    Und viel werden ihn mit Hohn
    Als ein Scheusal meiden.
    Aber also wird sein Blut
    Auf die Heiden springen
    Und das ewge wahre Gut
    In ihr Herze bringen.
  3. Kön‘ge werden ihren Mund
    Gegen ihn verhalten
    Und aus innerm Herzensgrund
    Ihre Hände falten.
    Das verblend´te taube Heer
    Wird ihn sehn und hören
    Und mit Lust zu seiner Ehr
    Ihren Glauben mehren.
  4. Aber da, wo Gottes Licht
    Reichlich wird gespüret,
    Hält man sich mit nichten nicht
    Wie es sich gebühret:
    Denn wer glaubt im Judenland
    Unser Predigt Worten!
    Wem wird Gottes Arm bekannt
    In Israels Orten?
  5. Niemand will fast seinen Preis
    Ihm hie lassen werden,
    Denn er schießt auf wie ein Reis
    Aus der dürren Erden,
    Krank, verdorret, ungestalt,
    Voller Blut und Schmerzen,
    Daher scheut ihn jung und alt
    Mit gewandten Herzen.
  6. Ei, was hat er denn getan?
    Was sind seine Schulden,
    Daß er da für jedermann
    Solche Schmach muß dulden?
    Hat er etwa Gott betrübt
    An gesunden Tagen,
    Daß er ihm anitzo gibt
    Seinen Lohn mit Plagen?
  7. Nein, fürwahr! Wahrhaftig nein!
    Er ist ohne Sünden.
    Sondern was der Mensch an Pein
    Billig sollt empfanden,
    Was an Krankheit, Angst und Weh
    Uns von Recht gebühret,
    Das ist´s, was ihn in die Höh
    An das Kreuz geführet.
  8. Daß ihn Gott so heftig schlägt,
    Tut er unsertwillen,
    Daß er solche Bürden trägt,
    Damit will er stillen
    Gottes Zorn und großen Grimm,
    Daß wir Frieden haben
    Durch sein Leiden und in ihm
    Leib und Seele laben.
  9. Wir sinds, die wir in der Irr
    Als die Schafe gingen
    Und noch stets zur Höllentür
    Als die Tollen dringen.
    Aber Gott, der fromm und treu,
    Nimmt, was wir verdienen
    Und legts seinem Sohne bei,
    Der muß uns versühnen.
  10. Nun, er tut es herzlich gern,
    Ach, des frommen Herzen!
    Er nimmt an den Zorn des Herrn
    Mit viel tausend Schmerzen
    Und ist allzeit voll Geduld,
    Laßt kein Wörtlein hören
    Wider die, so ohne Schuld
    Ihn so hoch beschweren.
  11. Wie ein Lämmlein sich dahin
    Läßt zur Schlachtbank selten
    Und hat in dem frommen Sinn
    Gar kein Widerstreiten,
    Läßt sich handeln, wie man will,
    Fangen, binden, zähmen
    Und dazu in großer Still
    Auch sein Leben nehmen.
  12. Also läßt auch Gottes Lamm
    Ohne Widersprechen
    Ihm sein Herz am Kreuzesstamm
    Unsertwegen brechen.
    Er sinkt in Tod hinab,
    Den er selbst doch bindet,
    Weil er sterbend Tod und Grab
    Mächtig überwindet.
  13. Er wird aus der Angst und Qual
    Endlich ausgerissen,
    Tritt den Feinden allzumal
    Ihren Kopf mit Füßen.
    Wer will seines Lebens Läng
    Immer mehr ausrechnen?
    Seiner Tag und Jahre Meng
    Ist nicht auszusprechen.
  14. Doch ist er wahrhaftig hier
    für sein Volk gestorben
    Und hat völlig mir und dir
    Heil und Gnad erworben,
    Kommt auch in das Grab hinein
    Herrlich eingehüllet,
    Wie die, so mit Reichtum sein
    In der Welt erfüllet.
  15. Er wird als ein böser Mann
    Für die Welt geplaget,
    Da er doch nach nie getan,
    Auch noch nie gelogen,
    Was da bös und unrecht wär;
    Er hat nie betrogen.
    Nie verletzt Gottes Ehr,
    Seinem heilgen Namen.
  16. Ach, er ist für fremde Sünd
    In den Tod gegeben,
    Auf daß du, o Menschenkind,
    Durch ihn möchtest leben,
    Daß er mehrte sein Geschlecht,
    Den gerechten Samen,
    Der Gott dient und Opfer brächt
    Seinem heiligen Namen.
  17. Denn das ist sein höchste Freud
    Und des Vaters Wille,
    Daß den Erdkreis weit und breit
    Sein Erkenntnis fülle,
    Damit der gerechte Knecht,
    Der vollkommne Sühner,
    Gläubig mach und recht gerecht
    Alle Sündendiener.
  18. Große Menge wird ihm Gott
    Zur Verehrung schenken,
    Darum daß er sich mit Spott
    Für uns lassen kränken,
    Da er denen gleich gesetzt,
    Die sehr übertreten,
    auch die, so ihn hoch verletzt,
    Bei Gott selbst verbeten.
Gerhardt, Paul – O Jesu Christ

Gerhardt, Paul – O Jesu Christ

1. O Jesu Christ,
Dein Kripplein ist
Mein Paradies, da meine Seele weidet!
Hier ist der Ort,
Hier liegt das Wort
Mit unserm Fleisch persönlich angekleidet.

2. Dem Meer und Wind
Gehorsam sind,
Gibt sich zum Dienst und wird ein Knecht der Sünder.
Du, Gottes Sohn,
Wirst Erd’ und Ton,
Gering und schwach wie wir und unsre Kinder.

3. Du, höchstes Gut,
Hebst unser Blut
In deinen Thron hoch über alle Höhen.
Du, ewge Kraft,
Machst Brüderschaft
Mit uns, die wie ein Dampf und Rauch vergehen.

4. Was will uns nun
Zuwider tun
Der Seelenfeind mit allem Gift und Gallen?
Was wirft er mir
Und andern für,
Daß Adam ist, und wir mit ihm, gefallen?

5. Schweig arger Feind!
Da sitzt mein Freund,
Mein Fleisch und Blut, hoch in dem Himmel droben;
Was du gefällt,
Das hat der Held
Aus Jakobs Stamm zu großer Ehr erhoben.

6. Sein Licht und Heil
Macht alles heil;
Der Himmelsschatz bringt allen Schaden wieder.
Der Freudenquell
Immanuel
Schlägt Teufel, Höll’ und all ihr Reich danieder.

7. Drum, frommer Christ,
Wer du ach bist,
Sei gutes Muts und laß dich nicht betrüben!
Weil Gottes Kind
Dich ihm verbind’t
So kann’s nicht anders sein, Gott muß dich lieben.

8. Gedenke doch,
Wie herrlich hoch
Er über allen Jammer dich geführet!
Der Engel Heer
Ist selbst nicht mehr
Als eben du mit Seligkeit gezieret.

9. Du siehest ja
Vor Augen da
Dein Fleisch und Blut die Luft und Wolken lenken;
Was will doch sich –
Ich frage dich –
Erheben, dich in Angst und Furcht zu senken?

10. Dein blöder Sinn
Geht oft dahin,
Ruft Ach und Weh, läßt allen Trost verschwinden.
Komm her und richt
Dein Angesicht
Zum Kripplein Christi, da wirst du’s finden.

11. Wirst du geplagt?
Ei, unverzagt!
Dein Bruder wird dein Unglück nicht verschmähen;
Sein Herz ist weich
Und gnadenreich,
Kann unser Leid nicht ohne Tränen sehen.

12. Tritt zu ihm zu!
Such Hilf und Ruh!
Er wird’s so machen, daß du ihm wirst danken.
Er weiß und kennt
Was beißt und brennt,
Versteht wohl, wie zu Mute sei dem Kranken.

13. Denn eben drum
Hat er den Grimm
Des Kreuzes auch am Leibe wollen tragen,
Daß seine Pein
Ihm möge sein
Ein unverrückt Erinnrung unsrer Plagen.

14. Mit einem Wort:
Er ist die Pfort
Zu dieses und des andern Lebens Freuden;
Er macht behend
Ein seligs End
An alle dem, was fromme Herzen leiden.

15. Laß aller Welt
Ihr Gut und Geld
Und siehe nur, daß dieser Schatz dir bleibe!
Wer den hier fest
Hält und nicht läßt,
Den ehrt und krönt er dort an Seel’ und Leibe.

Gerhardt, Paul – Wie soll ich dich empfangen

Gerhardt, Paul – Wie soll ich dich empfangen

Wie soll ich dich empfangen
und wie begegn’ ich dir,
o aller Welt Verlangen,
o meiner Seelen Zier?
O Jesus, Jesus, setze
mir selbst die Fackel bei,
damit, was dich ergötze,
mir kund und wissend sei.

Dein Zion streut dir Palmen
und grüne Zweige hin,
und ich will dir in Psalmen
ermuntern meinen Sinn.
Mein Herze soll dir grünen
in stetem Lob und Preis
und deinem Namen dienen,
so gut es kann und weiß.

Was hast du unterlassen
zu meinem Trost und Freud?
Als Leib und Seele saßen
in ihrem größten Leid,
als mir das Reich genommen,
da Fried und Freude lacht,
da bist du, mein Heil, kommen
und hast mich froh gemacht.

Ich lag in schweren Banden,
du kamst und machst mich los;
ich stand in Spott und Schanden,
du kommst und machst mich groß
und hebst mich hoch zu Ehren
und schenkst mir großes Gut,
daß sich nicht läßt verzehren,
wie irdisch Reichtum tut.

Nichts, nichts hat dich getrieben
zu mir vom Himmelszelt,
als dein getreues Lieben,
damit du alle Welt
in ihren tausend Plagen
und großen Jammerlast,
die kein Mund kann aussagen,
so fest umfangen hast.

Das schreib dir in dein Herze,
du hochbetrübtes Heer,
bei denen Gram und Schmerze
sich häufet mehr und mehr.
Seid unverzagt, ihr habet
die Hülfe vor der Tür;
der eure Herzen labet
und tröstet, steht allhier.

Ihr dürft euch nicht bemühen,
noch sorgen Tag und Nacht,
wie ihr ihn wollet ziehen
mit eures Armes Macht.
Er kommt, er kommt mit Willen,
ist voller Lieb und Lust,
all Angst und Not zu stillen,
die ihm an euch bewußt.

Auch dürft ihr nicht erschrecken
vor eurer Sündenschuld;
nein, Jesus will sie decken
mit seiner Lieb und Huld.
Er kommt, er kommt den Sündern
zum Trost und wahren Heil,
schafft, daß bei Gottes Kindern
verbleib ihr Erb und Teil.

Was fragt ihr nach dem Schreien
der Feind und ihrer Tück?
Der Herr wird sie zerstreuen
in einem Augenblick.
Er kommt, er kommt, ein König,
dem alle Macht und List
der Feinde viel zu wenig
zum Widerstande ist.

Er kommt zum Weltgerichte,
zum Fluch dem, der ihm flucht,
mit Gnad und süßem Lichte
dem, der ihn liebt und sucht.
Ach komm, ach komm, o Sonne,
und hol uns allzumal
zum ewgen Licht und Wonne
in deinen Freudensaal.

Michael Weise – O hilf, Christe, Gottes Sohn,

Michael Weise – O hilf, Christe, Gottes Sohn,

O hilf, Christe, Gottes Sohn,
Durch dein bitter‘ Leiden,
Daß wir dir stets unterthan,
All‘ Untugend meiden,
Deinenn Tod und sein‘ Ursach‘
Fruchtbarlich bedenken,
Dafür, wiewohl arm und schwach,
Dir Dankopfer schenken.

unbekannt – Christus der vns selig macht

unbekannt – Christus der vns selig macht

Christus der vns selig macht
Kein bös hat begangen
Ward für vns zur Mitternacht
Als ein dieb gefangen
Gefürt vor Gotlose leuth/
Vnd felschlich verklaget/
Verlacht/ verhönt/ vnd verspewt/
Wie die Schrifft das saget.

IN der ersten tages stund/
ward Er vnbescheiden/
Als ein Mörder dar gestelt/
Pilato dem Heiden/
Der jhn vnschuldig befand/
Vnnd on sach des todes
Ihn derhalben von sich sandt
Zum König Herodes.

Vmb drei warde Gottes son
Mit geisseln geschmissen
Vnd sein haupt/ mit einer kron
Von dornen zerrissen
Gekleidet zu hohn vnd spott
Ward auch seer geschlagen
Vnd das Creutz zu seinem tod
Musst er selber tragen.

Vmb sechs ward er nackt vnd blos
an das creutz geschlagen
An dem er sein blut vergos
Bettet mit weetagen/
Die zuseher spotten sein
Auch die bei jm hiengen
Bis die Son auch jren schein
Entzog solchen dingen.

JEsus schrei zur Neunden stund
Klaget sich verlassen
Bald ward gall in seinem mund/
Mit essig gelassen
Da gab er auff seinen geist
Vnnd die Erd erbebet
Des Tempels vorhang zerreis
Mancher fels zerkleubet.

DA man hatt zur Vesper zeit
Die Schächer zerbrochen
Ward JESUS in seine seit
Mit eim speer gestochen
Daraus Blut vnd wasser ran
Die Schrifft zu erfüllen
Wie Johannes zeiget an
Nur vmb vnsert willen.

DA der tag sein ende nam
Der Abent war komen
Ward Jesus vons creutzes stam
Durch Joseph genommen
Herrlich nach Jüdischer art
In ein grab geleget
Alda mit hütern bewart
Wiei Mattheus zeuget.

Hilff Christe Gottes son
Durch dein bitter leiden
Das wir Dir steths vnderthon
All vntugent meiden
Deinen Tod/ vnd sein vrsach
Fruchtbarlich bedencken
Dafür/ wiewol arm vnd schwach
Dir danckopffer schencken.

Amen.

Heermann, Johann – Ach Jesu, dessen Treu‘

Heermann, Johann – Ach Jesu, dessen Treu‘

Ach Jesu, dessen Treu‘
Im Himmel und auf Erden
Durch keines Menschen Mund
Kann g’nug gepriesen werden;
Ich danke dir, daß du
Ein wahrer Mensch gebor’n,
Hast von mir abgewandt,
Daß ich nicht bin verlor’n.

Vornämlich wird in mir
All‘ Herzensangst gestillet,
Wenn mich dein süßer Nam‘
Mit seinem Trost erfüllet;
Kein Trost so liebreich ist,
Als den mir giebt dein Nam‘,
Der süße Jesus-Nam‘,
Du Fürst aus Davids Stamm!

O Jesu, höchster Schatz,
Du kannst nur Freude bringen,
Es kann Nichts lieblicher
Als Jesu Name klingen.
Ich kann nicht traurig sein,
Weil Jesus heißt so viel
Als Heiland oder Held,
Der selig machen will.

Wenn Satan sich bei mir
Mit Anfechtung will regen,
So ist mir Jesu Nam‘
Zum Trost, Schutz, Fried‘ und Segen,
Zur Weisheit und Arz’nei
In aller Angst und Noth,
Daß ich nicht fürchten darf
Den Teufel und den Tod.

Daß ich ein Zornkind bin,
Das macht die schnöde Sünde:
Dein Jesus-Nam‘ macht mich
Zu einem Gnadenkinde;
Er nimmt von mir hinweg
Die Schuld und Missethat,
Bringt mir die Seligkeit
Und deines Vaters Gnad‘.

Ei nun, so heil’ge mich,
Der ich bin ganz beflecket,
Dein heil’ger Jesus-Nam‘,
Der alle Sünd‘ zudecket;
Er kehre ab den Fluch,
den Segen zu mir wend‘,
Sei meine Stärk‘, dadurch
Sich alle Schwachheit end‘.

Er sei mein Licht, das mich
In Finsterniß erleuchte;
Er sei des Himmels Thau,
Der mich in Hitz‘ anfeuchte;
Er sei mein Schirm und Schild,
mein Schatten, Schloß und Hut,
Mein Reichthum, Ehr‘ und Ruhm;
Er sei mein höchstes Gut.

Er sei mein Himmelsweg,
Die Wahrheit und das Leben;
Er wolle mir zuletzt
Aus Gnaden dieses geben,
Daß ich alsdann in ihm
Dies Leben schließe wohl,
Wenn meine Sterbenszeit
Und Stunde kommen soll.

Inmittelst helf‘ er mir,
So lang‘ ich hier noch wandle,
Daß ich in meinem Thun
Treu und aufrichtig handle.
Er steh‘ mir allzeit bei
Mit seines Geistes Gab‘
Wenn ich in meinem Amt
Was zu verrichten hab‘.

In Jesu Namen bin
Ich heute aufgestanden,
In ihm vollbring‘ ich heut‘,
Was mir kommt unter Handen.
In seinem Namen ist
Der Anfang schon gemacht:
Das Mittel und der Schluß
Wird auch durch ihn vollbracht.

Dir leb‘ ich und in dir,
In dir will ich auch sterben.
Herr, sterben will ich dir,
In dir will ich ererben
Das ew’ge Himmelreich,
Daß du erworben mir
Von dir verklärt, will ich
Dir dienen für und für.