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Schlagwort: Erlösung

Heinrich Georg Neuß – Das ist ein teures, wertes Wort

Heinrich Georg Neuß – Das ist ein teures, wertes Wort

1. Das ist ein teures, wertes Wort,
Ein Wort, sehr lieb zu hören,
Daß Jesus ist der Sünder Hort
Und will die Armen lehren;
Refrain:
Das ist ein teures, wertes Wort,
Daß Jesus ist der Sünder Hort.

2. Mein Jesus nimmt die Kranken an,
Er heilet allen Schaden;
Er ist ein Gast bei jedermann,
Der ihn zu sich geladen;
Refrain:

3. Mein Jesus ist ein treuer Hirt,
Er suchet, was verloren;
Er holt zurücke, was verführt,
Er ist zum Heil erkoren;
Refrain:

4. Lob sei dir, Jesu, Gottes Sohn,
Du hast die Schuld getragen,
Du Osterlamm, du Gnadenthron,
Du Freistatt, wann wir zagen;
Refrain:

5. Ach gib mir, daß ich diese Gnad
Und meine Schuld erkenne,
Daß ich, dein Schäflein, früh und spat
Nach dir vor Liebe brenne
Und denk an dieses werte Wort,
Daß Jesus ist ein treuer Hort.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johann Olearius – Gott Lob, mein Jesus macht mich rein

Johann Olearius – Gott Lob, mein Jesus macht mich rein

Gott Lob, mein Jesus macht mich rein
Von allen meinen Sünden,
Was er büßt, muß bezahlet sein,
Nun kann mich nicht mehr binden
Der Sünden Strick, des Teufels Macht;
Drum mein Glaub Höll und Tod verlacht,
Mein Jesus ist mein Leben.

2. Was traur ich denn? Er lebt ja noch,
Der das Gesetz erfüllet,
Der durch den Tod und Kreuzes Joch
Des Vaters Zorn gestillet;
Was er hat, das ist alles mein,
Wie könnt doch größer Reichtum sein,
Als den mir Jesus schenket?

3. Weil Jesus mich von Sünden rein
Durch sein Verdienst will machen,
Daß ich, los aller Qual und Pein,
Nicht fürcht des Todes Rachen,
So tröst mich seine Heiligkeit,
Sein Unschuld, Heil und Seligkeit
Mein Schatz ist und mein Leben.

4. So kann ich auch mit Fried und Freud
Wie Simeon mein Leben
Beschließen, frei von allem Leid
Mich meinem Gott ergeben;
Sobald ich tu mein Augen zu,
So wird mein Tod mein Schlaf und Ruh,
Ich seh des Himmels Freude.

5. Wie werd ich dann so fröhlich sein,
Wenn ich die Welt verlasse,
Wenn Engel mich verklärt und rein
Geführt zur Lebensstraße,
Wenn ich erblickt die Ewigkeit,
Wenn ich erlangt die Seligkeit,
Die mir mein Gott bereitet!

6. Hilf, Gott, daß ich sei stets bereit,
Laß mich nichts von dir wenden,
Bring mich zu deiner Herrlichkeit,
Hilf seliglich vollenden;
Komm bald, hilf mir aus aller Not,
Hilf mir, Herr, durch dein Blut und Tod,
Ja komm, Herr Jesu, Amen.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Christian Runge – Der Herr hat alles wohl gemacht

Christian Runge – Der Herr hat alles wohl gemacht

1) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Er wird nichts böse machen;
Dies, fromme Seele, wohl betracht
In allen deinen Sachen;
In Leid und Freud, in Gnüg und Not
In Krankheit, Jammer, Kreuz und Tod,
In Kummer, Angst und Schmerzen,
Das glaub, o Herz, von Herzen.

2) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Noch eh er uns geschaffen.
Er hat uns mit dem Heil bedacht,
Das einzig unser Waffen,
Ja unser Schild und Rettung ist;
Er hat uns vor der Zeit erkiest;
Eh man die Sterne zählet,
Da hat er uns erwählet.

3) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Dies rühme, wer es höret,
Als er uns hat hervorgebracht
Und gnadenvoll gemehret;
Da er das menschliche Geschlecht
Gesegnet, daß auch Früchte brächt
Das Erdreich und, was drinnen
Begriffen wird mit Sinnen.

4) Der Herr hat alles wohl gemacht;
Obschon der Mensch gefallen,
Da hatt er dennoch fleißig acht
Auf ihn und auf uns allen.
Er rief und ruft noch mich und dich
Aus lauter Lieb und sehnet sich
In seiner süßen Flammen
Nach uns hier all zusammen.

5) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Der uns sein Wort gegeben,
Davon oft unser Herze lacht.
Wenn wir in Ängsten schweben,
Da ist er unsre Zuversicht;
Er tröstet uns und läßt uns nicht
In allen unsern Nöten,
Und sollt er uns gleich töten.

6) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Da er für uns gestorben,
Uns Heil und Segen wiederbracht
Und durch sein Blut erworben.
Was willst du mehr, betrübter Geist?
Komm her, schau hier, was Lieben heißt.
Sollt der nicht alls dir geben,
Der für dich gibt sein Leben?

7) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Da er vom Tod erstanden
Und aus ganz eigner Kraft und Macht
Uns von der Höllen Banden
Und ihren Rotten hat befreit,
Daß unser Ruf schallt weit und breit:
Wo ist der Sieg der Höllen
Und ihrer Mitgesellen?

8) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Da er ist aufgefahren
Gen Himmel, wo ein Herz hintracht,
Das Trübsal hat erfahren.
Er hat die Stätt uns da bereit,
Da wir nach dieser kurzen Zeit
In Freuden sollen schweben
Und ewig mit ihm leben.

9) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Wenn seinen Geist er sendet
Zu uns herab, der uns bewacht
Und unsre Herzen wendet
Von dieser Welt zu Gott hinauf,
Auf daß wir endlich unsern Lauf
Ganz seliglich vollziehen,
Wenn wir von hinnen fliehen.

10) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Auch wenn er uns betrübet,
Wenn uns die finstre Kreuzesnacht
Befällt und allzeit übet
In Kreuz und Widerwärtigkeit,
In Angst und Trübsal und in Leid,
Wenn er uns stärkt im Glauben,
Den niemand uns kann rauben.

11) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Wenn er in Lieb und Treue
Noch immerfort an uns gedacht
Und macht uns wieder neue,
Wenn er den alten Menschen bricht
Und die verkehrten Wege nicht
Nach seinem frommen Willen,
Daß wir den einst erfüllen.

12) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Wenn er wird wiederkommen,
Und obgleich alles bricht und kracht,
Wird er doch seine Frommen
Zu sich aufziehen in die Höh
Und retten sie von allem Weh,
Da wir und sie erhoben
Ihn ewig werden loben.

13) Der Herr hat alles wohl gemacht;
Es wird kein Sinn erreichen
Hier seines Ruhmes große Pracht,
Er muß zurücke weichen
Und rufen aus mit voller Macht:
Der Herr hat alles wohl gemacht,
Dafür wir hier und oben
Ihn billig ewig loben.

14) Nun er hat alles wohl gemacht,
Er wird nichts böse machen.
Er träget dich gar sanft und sacht,
Darum in deinen Sachen,
In Freud und Leid, in Gnüg und Not,
In Krankheit, Jammer, Kreuz und Tod,
In Kummer, Angst und Schmerzen
Gib ihm Lob, Dank von Herzen.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Martin Möller – Nimm von uns, Herr, du treuer Gott

Martin Möller – Nimm von uns, Herr, du treuer Gott

1) Nimm von uns, Herr, du treuer Gott,
Die schwere Straf und große Not,
Die wir mit Sünden ohne Zahl
Verdienet haben allzumal.
Behüt vor Krieg und teurer Zeit,
Vor Seuchen, Feur und großem Leid.

2) Erbarm dich deiner bösen Knecht.
Wir bitten Gnad und nicht das Recht;
Denn so du, Herr, den rechten Lohn
Uns geben wolltst nach unserm Tun,
So müßt die ganze Welt vergehn
Und könnt kein Mensch vor dir bestehn.

3) Ach Herr Gott, durch die Treue dein
Mit Trost und Rettung uns erschein,
Beweis an uns dein große Gnad,
Und straf uns nicht auf frischer Tat,
Wohn uns mit deiner Güte bei,
Dein Zorn und Grimm fern von uns sei.

4) Warum willst du noch zornig sein
Über uns arme Würmelein?
Weißt du doch wohl, du großer Gott,
Daß wir nichts sind als Erd und Kot;
Es ist ja vor deim Angesicht
Unser Schwachheit verborgen nicht.

5) Die Sünd hat uns verderbet sehr,
Der Teufel plagt uns noch viel mehr,
Die Welt und unser Fleisch und Blut
Uns allezeit verführen tut.
Solch Elend kennst du, Herr, allein,
Ach laß es dir befohlen sein.

6) Gedenk an deins Sohns bittern Tod,
Sieh an sein heilig Wunden rot,
Die sind ja für die ganze Welt
Die Zahlung und das Lösegeld,
Des trösten wir uns allezeit
Und hoffen auf Barmherzigkeit.

7) Leit uns mit deiner rechten Hand,
Und segne unser Stadt und Land,
Gib uns allzeit dein heilges Wort,
Behüt vors Teufels List und Mord,
Verleih ein selges Stündelein,
Auf daß wir ewig bei dir sein.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Hollaz, David – Dieß ist der Rath zur Seligkeit:

Hollaz, David – Dieß ist der Rath zur Seligkeit:

Dieß ist der Rath zur Seligkeit:
Sich hin zu Jesu wagen,
Und wenn ihr angenommen seid,
Der Heiligung nachjagen;
Denn ohne solche möcht’t ihr nicht
Des Herren heil’ges Angesicht
Beschauen und ertragen.

Allein wo ist der Weg dahin?
Ruft die gerührte Seele,
Damit ich nicht in meinem Sinn,
Was mich betrügt, erwähle,
Wer zeigt den Pfad zu meiner Ruh?
Wo ist der feste Grund dazu?
Auf daß ich nirgends fehle.

Wenn du dein tiefes Elend spürst
Und dein unreines Wesen,
Und herzliche Begierde führst,
Von solchem zu genesen,
Und glaubst, und wirst in Christi Blut
Vor Gott gerecht, und rein und gut,
Schön, heilig, auserlesen.

Sachs, Hans – Das lied: Ach Jupiter hetst duß gewalt, Christlich verendert.

Sachs, Hans – Das lied: Ach Jupiter hetst duß gewalt, Christlich verendert.

Sünder.

O Got vater! du hast gewalt
on end gezalt
im Hymel vnd auf erden kreyß.
MEnschlich geschlecht wurdt gefalt,
von dir gespalt
durch vnghorsam im Paradeyß:
Dein güt würdt nüt von jn gewendt,
behendt verhiestu jn den trost,
da du sprachst zu Eua, Adam:
der sam des weybes euch erlost!
Ach herr, vernymm mein kläglich stymm,
straff mich auch nicht in deinem grymm!

Das hertz in mir ist hardt versert
vnd gar beschwert
mit aygner lieb vnd flaysches lust;
Gmüt, syn, vernunfft ist gantz verkert,
das marck verzert
Gottes gesetz, das üben ist;
Kain lab ich hab, die mich enthalt,
erkalt ist das gewissen mir:
vmb hilff ich gilff zu dir, Christe,
hilff, ee das ich verzweyffel schir,
seyt du bist der ist kummen her,
zu erquicken von ängsten schwer!

Christus.

Sünder, dein wort erhör ich nicht!
du thust mitt icht
Gottes willen nacht vnde tag!
Dein hertz ist gantz in sünd verpflicht:
bey böser frücht
ain faulen baum man kennen mag.
Die welt gefelt dir mit jr lust,
vmb sust, so bistu nit auß Gott!
dein lieb vnd trieb ist flaisch, verston:
der lon der sünde ist der todt:
der gerecht, herr, wirdt bhalten schwer,
wa will erscheynen der sünder?

Sünder.

Ainiger herr, ich hof, dein gut
vrtail mich nüt
so streng nach der gerechtigkait,
Seyt du kamest völler senft mit,
du sun Dauid,
zu seligen vns sündig leüt,
Sprachst vnd: der gsund kains Artztes darff!
wie scharpff halffst am Creütz dem schächer!
on dich warlich kain fürsprech ist,
du bist ye der ainig mittler,
du Gottes lam, das zu vns kam
vnd der gantzen welt sünd hin nam!

Christus.

Sünder, des hertzen ich beger,
sunst nichtzen mer,
kain süsse wort oder person!
Wann warlich ye nicht ain yeder,
der spricht Herr herr,
wirdt in das Reych der hymel gan:
Ir mundt all stundt mich eren ist,
doch rist jr hertz von mir gar weyt!
Judas der was mit worten gut,
sein mut vnd hertz vol haß vnd neydt,
des lyt er ach vnd vngemach,
als auch Simon dem zaubrer gschach.

Sünder.

Ob ist, mein herr, dich weytter bitt
vnd laß ab nitt,
als dz Cananisch weyblin thet,
Seyt dein hertz ist voller senfft mit,
dau du halffst mit
Paulum, der dich veruolget het!
Ach herr, beker mein hertz zu dir,
kumm schir, in dir steet all mein hayl!
on dich kan ich nit keren vmb:
herr kumb, ich wirdt dem todt zu tayl!
in sünden not ließ Caim Got
vnd Künig Saul, die storben todt!

Christus.

Sünder, dich truckt der sünden last
vnd hast kain rast,
ain rauschent plat dich jagen thut!
Mit Gott du nit zurechten hast,
ob er dich stost
mit dem teüfel in helle glut!
Der web vnd steg zur hell ist weyt,
vil leüt geent jn gantz vngezelt;
on zil jr vil beruffen seind,
am end jr weng sind außerwelt,
wann Got spricht: ich erbarme mich,
wes ich mich erbarm ewigklich.

Sünder.

Freündtlicher hort: Gott spricht, der herr,
bald der sünder
seüfftzt, er sein sündt nit dencken wöl!
Wann Got will nit den tode schwer
des sünders mer,
sonder sich ker vnd leben sol:
Sich nun: der sun verloren war,
kumbt her, bekent sein missethat;
sich: hie ist die Eebrecherin:
tryb hin jr freynd vnnd sy begnad!
du sprachst: klopfft an, euch wirdt auffthan:
auff dein selbs wort ich mich verlan!

Christus.

Sünder, meyn gnad wer dir geneygt,
wenn sich ereygt
ain gantzer Glaub auff meine wortt;
Mein güttig gnad wirdt dir erzygt,
dann wirdt geschwaygt
das gwissen vnd der selen mort.
Sünder, noch leer dein lampen ist,
dir brist noch des gelaubens öl;
glaubstu mir nu, das ich dir kund
gesund machen dein arme seel,
so mag es sein, Got wirckt allain,
durch den glauben das hertz wirdt rain.

Sünder.

Ach herr, ich glaub auff dein zusag,
yedoch ich klag:
hilf meinem vnglauben schwer!
Ain brochen ror nit gar zerschlag,
von tag zu tag
mir meinen schwachen glauben mer!
Herr nu, wiltu, so wird ich heyl,
die weyl sunst nyemant helfen kund!
Herr, sprich in mich ain gnedigs wort,
wirdt fort mein krancke seel gesundt!
erbarm dich mein, mein seel leyt pein,
wirdt quelt von ainem gayst vnreyn!

Christus.

O Christ, groß ist deins glaubens krafft
auß gnaden safft,
dir gschech nach deinem glauben frey!
Acht nicht, was menschen leer stets klafft,
sy ist lüghaft,
voller betrug vnd gleyßnerey!
Ker vmb, ich kumb! leb nach meim wort,
lieb fort vor all ding Gottes gut,
vnd yeb die lieb des nächsten dein,
sey rein von sündt! gee hyn im frid,
vnd sündt nit mer, sunst wirt erger
deyn letstes dann das erste wer!

Sünder.

Lob sey Got in der höch ewich,
das er hat mich
erlöset vom ewigen todt!
Mein gayst der ist gantz willigklich,
das flaisch ist sich
vnnd widerstreyttet deim gebot:
Ich bitt, nymm nitt dein gayst von mir,
sunst wird dein senffte joch mir schwer!
O Christ, all frist im wort verhar,
meyd gar all menschen gsetz vnd leer!
herr vnd Got mein, das worte dein
soll meiner füsse lucern sein!

Quelle: Quellangabe Glaubensstimme

Klepper, Jochen – Sieh nicht an, was du selber bist

Klepper, Jochen – Sieh nicht an, was du selber bist

1. Sieh nicht an, was du selber bist
in deiner Schuld und Schwäche.
Sieh den an, der gekommen ist,
damit er für dich spreche.
Sieh an, was dir heut widerfährt,
heut, da dein Heiland eingekehrt,
dich wieder heimzubringen
auf adlerstarken Schwingen.

2. Sieh nicht, wie arm du Sünder bist,
der du dich selbst beraubtest.
Sieh auf den Helfer Jesus Christ!
Und wenn du ihm nur glaubtest,
daß nichts als sein Erbarmen frommt
und daß er dich zu retten kommt,
darfst du der Schuld vergessen,
sei sie auch unermessen.

3. Glaubst du auch nicht, bleibt er doch treu,
Er hält, was er verkündet.
Er wird Geschöpf – und schafft dich neu,
den er in Unheil findet.
Weil er sich nicht verleugnen kann,
sieh ihn, nicht deine Schuld mehr an.
Er hat sich selbst gebunden.
Er sucht: du wirst gefunden!

4. Sieh nicht mehr an, was du auch seist.
Du bist dir schon entnommen.
Nichts fehlt dir jetzt, als daß du weißt:
Gott selber ist gekommen!
Und er heißt Wunderbar, Rat, Kraft,
ein Fürst, der ewigen Frieden schafft.
Dem Anblick deiner Sünden
will er dich selbst entwinden.

5. Wie schlecht auch deine Windeln sind,
sei dennoch unverdrossen.
Der Gottessohn, das Menschenkind
liegt doch darin umschlossen.
Hier harrt er, daß er dich befreit.
Welch‘ Schuld ihm auch entgegenschreit –
er hat sie aufgehoben.
Nicht klagen sollst du: loben!

Silberrad, Marie Clara von – Halleluja, mein Retter lebt

Silberrad, Marie Clara von – Halleluja, mein Retter lebt

1.) Halleluja, mein Retter lebt,
Er ist vom Tod erstanden!
Weil er sein Siegeshaupt erhebt,
Werd ich nun nicht zu Schanden.
Für mich hat er genug getan,
Auch mich geht ja der Segen an
Von seiner Auferstehung.

2.) Der Friede, den er mitgebracht,
Heilt himmlisch das Gewissen.
Durch ihn gerecht und frei gemacht,
Kann ich nun sicher wissen:
Der Vater sei auch mir versöhnt,
Dass Gnad‘ und Heil mich ewig krönt,
Hat Jesus mir erworben.

3.) Ja, Jesus, lebt, es fühlt mein Herz
Die Kraft von seinem Leben.
Er lebt und stillt der Seinen Schmerz,
Die ihm sich ganz ergeben.
Er ist ihr Helfer, Mittler, Freund.
Ihr Tröster, wenn das Auge weint,
Ihr Licht in Finsternissen.

4.) Er lebt! Der Glaube schwört’s ihm zu,
Die Hand in seiner Seite:
Ja, ja, mein Herr und Gott bist du!
Mein Alles, meine Freude!
Anbetend sink ich vor dir hin,
Durch den ich ewig selig bin,
Vor dir, o Jesus Chistus!

5.) O, lebe recht in meiner Brust,
Lass alles andre sterben!
Ertöte jede Sündenlust
Und jegliches Verderben.
Herr, fest vertrau ich auf dein Wort,
Du sprichst zu meinem Troste dort:
‚Ich leb und ihr sollt leben!‘

6.) Nicht hier nur schwach, nein, ewiglich
Soll ich dort mit dir leben.
Einst wirst du aus dem Grabe mich
Verklärt zu dir erheben.
Da leb ich denn dein Leben ganz,
Seh dich in deinem Licht und Glanz
Und triumphiere ewig!

Geistlicher Liederschatz
Sammlung der
vorzüglichsten geistlichen Lieder für
Kirche, Schule und Haus
Berlin, bei Samuel Elsner
Gedruckt bei Trowitzsch und Sohn
1832

Hermann Vespasius – Ick armes Megtken klage my seer rc. Geistlick,

Hermann Vespasius – Ick armes Megtken klage my seer rc. Geistlick,

Is ein Klageledt eines armen Sünders.

ICk arme Sünder klage my seer,
wo wil my nu gescheen,
Denn de gerechte Godt, myn HEr,
hefft myne bößheit geseen,
De my all lust uznd fröwdt vördrifft
und mäckt my bang up Erden;
wenn ich gedenck, wo idt nu geith,
myn Harte in grotem truren steidt,
ick kan nicht frölick werden.

O ryker Godt, giff my dath gelück,
dath, wo ick vhaer im Lande,
Bewaret sy myn Seel und Lyff
vör laster und vor schande!
So wil ich jümmer dancken dy
Dach, NAcht unde alle stunde;
wenn ick gedencke, wo idt dem geith,
de, HERE, in dynen gnaden steidt,
so is myn leidt vörswunden.

Na dynem willen leyde my,
myn Harte mäck dy tho egen!
Vele godes ick my vörsee tho dy,
werst my dyn gnade ertögen!
Neen valscheit werdt an dy erkandt,
an dynem Wordt und Eyde;
so leef is my dyn Heylsam Wordt,
nhem nicht daruor des Keysers goedt,
darup wil ick stedts truwen.

Quelle

Heermann, Johannes – O Jesu Christe, wahres Licht

Heermann, Johannes – O Jesu Christe, wahres Licht

1) O Jesu Christe, wahres Licht,
Erleuchte, die dich kennen nicht,
Und bringe sie zu deiner Herd,
Daß ihre Seel auch selig werd!

2) Erfüll mit deinem Gnadenschein,
Die in Irrtum verführet sein,
Auch die, so heimlich fichtet an
In ihrem Sinn ein falscher Wahn!

3) Und was sich sonst verlaufen hat
Von dir, das suche du mit Gnad
Und sein verwundt Gewissen heil,
Laß sie am Himmel haben teil!

4) Den Tauben öffne das Gehör,
Die Stummen richtig reden lehr,
Die nicht bekennen wollen frei,
Was ihres Herzens Glaube sei!

5) Erleuchte, die da sind verblendt,
Bring her, die sich von uns getrennt,
Versammle, die zerstreuet gehn,
Mach feste, die im Zweifel stehn!

6) So werden sie mit uns zugleich
Auf Erden und im Himmelreich,
Hier zeitlich und dort ewiglich
Für solche Gnade preisen dich.

Philipp Wackernackel – Johann Heermanns Geistliche Lieder