Silberrad, Marie Clara von – Halleluja, mein Retter lebt

1.) Halleluja, mein Retter lebt,
Er ist vom Tod erstanden!
Weil er sein Siegeshaupt erhebt,
Werd ich nun nicht zu Schanden.
Für mich hat er genug getan,
Auch mich geht ja der Segen an
Von seiner Auferstehung.

2.) Der Friede, den er mitgebracht,
Heilt himmlisch das Gewissen.
Durch ihn gerecht und frei gemacht,
Kann ich nun sicher wissen:
Der Vater sei auch mir versöhnt,
Dass Gnad‘ und Heil mich ewig krönt,
Hat Jesus mir erworben.

3.) Ja, Jesus, lebt, es fühlt mein Herz
Die Kraft von seinem Leben.
Er lebt und stillt der Seinen Schmerz,
Die ihm sich ganz ergeben.
Er ist ihr Helfer, Mittler, Freund.
Ihr Tröster, wenn das Auge weint,
Ihr Licht in Finsternissen.

4.) Er lebt! Der Glaube schwört’s ihm zu,
Die Hand in seiner Seite:
Ja, ja, mein Herr und Gott bist du!
Mein Alles, meine Freude!
Anbetend sink ich vor dir hin,
Durch den ich ewig selig bin,
Vor dir, o Jesus Chistus!

5.) O, lebe recht in meiner Brust,
Lass alles andre sterben!
Ertöte jede Sündenlust
Und jegliches Verderben.
Herr, fest vertrau ich auf dein Wort,
Du sprichst zu meinem Troste dort:
‚Ich leb und ihr sollt leben!‘

6.) Nicht hier nur schwach, nein, ewiglich
Soll ich dort mit dir leben.
Einst wirst du aus dem Grabe mich
Verklärt zu dir erheben.
Da leb ich denn dein Leben ganz,
Seh dich in deinem Licht und Glanz
Und triumphiere ewig!

Geistlicher Liederschatz
Sammlung der
vorzüglichsten geistlichen Lieder für
Kirche, Schule und Haus
Berlin, bei Samuel Elsner
Gedruckt bei Trowitzsch und Sohn
1832

Tersteegen, Gerhard – Willkommen, verklärter Gottes Sohn

1.) Willkommen, verklärter Gottes Sohn,
Der im Triumph bist auferstanden!
Im Himmel schallt der Freudenton:
Es sind entzwei des Todes Banden!
Ich jauchze mit, dein Sieg erfreuet mich:
Mein Jesus lebt und herrschet ewiglich!

2.) Es betet dich der Himmel an,
Der Engel Scharen fallen nieder.
Die Jünger haben’s auch getan,
Ich ehre dich durch meine Lieder.
Du bist mein Gott, mein König nur allein,
Ich geb mich dir, mein ganzes Herz ist dein.

3.) Nun steht der andre Adam da,
In’s Paradies auf’s neu versetzet.
Die offne Pfort‘ im Geist ist nah.
Wer mit ihm stirbt, wird mit ergetzet.
Das Haupt ist durch und zieht die Glieder nach,
Durch Kreuz und Tod, zum sel’gen Ostertag.

4.) Das göttlich‘ Leben, das in mir
Und allen durch die Sünd‘ erstorben,
Nun grünet aus dem Tod herfür.
Mein Heiland hat’s so teu’r erworben.
Es leuchtet klar aus seinem Angesicht
Der Gottheit Bild, der Unschuld schönes Licht.

5.) Man kann aus deiner Gegenwart,
Erstandner Held, viel Wunder lesen:
Wie göttlich, herrlich, rein und zart,
Wie liebenswürdig ist dein Wesen!
O Jesu, schau, wie finster bin ich noch,
Verkläre mich nach deinem Bilde doch.

6.) Ich werfe, mit Maria, mich,
Mein Herr und Gott, zu deinen Füßen.
Und wenn ich dürfte, wollt ich dich,
Mit ihr, in Demut innigst küssen:
Sprich auch ein Wort mit Kraft in’s Herze mir,
So schau ich dich, so freu ich mich in dir.

7.) Verklärtes Haupt, nun lebest du.
Ach, lass mich, als dein Glied, auch leben.
Kannst du dem Elend sehen zu?
Willst du dein Kind nicht auch erheben
Aus Not und Tod, aus Sünd‘ und Eigenheit,
Zu leben dir in wahrer Heiligkeit?

8.) Du lebest fremde dieser Erd‘,
Im Paradies, in Gottes Frieden.
Gib, dass ich auch im Geiste werd‘
Also von allem abgeschieden.
Dem Eiteln tot, und dir im Geist gemein,
So leb in mir, o Lebensfürst, allein.

9.) Brich durch, er koste, was es will.
Was du nicht bist, lass in mir sterben,
Dass ich auch mög dies frohe Ziel,
Den Auferstehungsstand, ererben.
Ich kann ja nichts, ich lieg im Tod verhaft‘,
Wirk du in mir durch deines Lebens Kraft.

10.) Wirk du in mir, zieh himmelwärts
Begierden, Sinnen und Gedanken,
Dass, wo du bist, mein ganzes Herz
Von nun an leben mag ohn‘ Wanken:
Du bist nicht fern. Wer dich nur liebet rein,
Der kann im Geist bei dir im Himmel sein.

Hermann, Nikolaus – Halleluja, stimmt an ein Lied und preist des Himmels

1.) Halleluja, stimmt an ein Lied
Und preist des Himmels hohe Güt‘,
Springt, hüpft, frohlockt mit Freuden.
Da Christus aus dem Grabe steigt,
Und sich den Jüngern wieder zeigt,
Nach überstandnem Leiden:
Da der Siegherr
Triumphieret,
Jubilieret,
Da das Leben
Hat dem Tod Valet gegeben.

2.) O Tod, wo ist dein Stachel nun?
Was kann uns jetzt die Hölle tun?
Der Teufel legt darnieder.
Die Sünde mag uns schrecken nicht
Mit Gottes strengen Zorngericht:
Hier ist schon Rat dawider.
Jesus Christus,
Jetzt erstanden,
Macht zu Schanden,
Was kann quälen
Und betrüben unsre Seelen.

3.) So bald der dritte Tag brach an,
Nachdem war dieser Gottesmann
In’s finstre Grab geleget,
Begab viel Wunderdinge sich,
Die Erde ward ganz kräftiglich
Des Morgens früh beweget.
Da sich plötzlich,
Gleichsam blitzend,
Niedersitzend,
Nicht ohn‘ Grauen,
Ließ ein Himmelsbote schauen.

4.) Die Grabeshüter wurden blass,
Wie dieser auf den Steinen saß,
Vor Angst und großem Schrecken.
Sie hielten allda keine Ruh‘
Und eilten nach der Stadt hinzu,
Den Handel zu entdecken.
Da sich kecklich
Die verkehrten
Schriftgelehrten
Solche Sachen
Unternahmen falsch zu machen.

5.) Triumph! Was tust du, lose Rott‘?
Du bringst dich selbst in Hohn und Spott,
Mit allen deinen Tücken!
Erst meinst du, durch die Hüter soll
Der Sachen sein geraten wohl,
Da dieses nicht will glücken,
Wie kein Grabstein,
wie kein Siegel
Hilft, noch Riegel,
Will durch Lügen
Endlich du die Welt betrügen?

6.) Triumph! Der Herr dringt durch den Stein,
Den Hütern lässt er’s Grab allein
Und zeigt sich der Marien.
Die, was sich hab begeben dar,
Der hochbetrübten Jüngerschar
Erzählet ohn‘ Verziehen.
Ferner schafft er,
Dass die Brüder
Hin und wieder
Oft ihn sehen,
Kund zu tun sein Auferstehen.

7.) Viktoria, da steht der Held,
Und zeiget sich der ganzen Welt,
Als einen Überwinder.
Der hat dem Krieg ein Loch gemacht
Und nun den Frieden wiederbracht‘
Zum Trost der armen Sünder.
Singet, springet,
lasset hören,
Gott zu Ehren,
Freud‘ und Wonne!
Jetzt, jetzt scheint uns die Gnadensonne.

8.) O, starker Simson , dessen Macht
Der Seelenfeind hat umgebracht
Und ihre Werk zerstöret.
Nimm gnädig an den Lobgesang,
Womit von uns du wirst zum Dank
Demütig jetzt verehret.
Großer Siegsherr,
Hier auf Erden,
Bis wir werden
Besser droben
Dermaleinst dich können loben.

unbekannt – Der Köning in dem Hemmele

Die Königin des Hemmels Christlick vorandert.

Enchiridion Geistliker Gesenge unde Leder rc. Lübeck M.D.LVI

DEr Köning in dem Hemmele,
fröwet juw up erden,
Is am Crutze gestoruen
undt hefft genade verworuen
jegen Godt vor uns, alleluia!

Vam Dode wedder upgestanden,
den Viant gefangen,
Ewigen frede gehalte,
der sünden schult betalet
jegen Godt vor uns, alleluia!

Van Maria minsche baren,
tho Hemmel gefaren,
Unde sit tho der rechten bym Vader
unde stillet unsen hader,
jegen Godt vor uns, Alleluja!

Syn Hilligen Geist sande he uns wedder
vam Hemmel hernedder,
Den Tröster, vam Vader vorlenet,
– – – – – – – –
jegen Godt vor uns, Alleluia!

Cruciger, Caspar – Von der Auferstehung der Todten

Es ist ein Freud dem glaubigen Mann,
Ob ihn der Tod schon greifet an,
Er kann ihn frei verachten.
In Christo ist er Freuden voll,
Daß er auf ihn hinscheiden soll.
Ins Leben er nur trachtet.

Recht wird der Himmel neu und schon
Von Gott gemacht gleich seinem Thron,
Den alle Christen erben.
Denn ihr Same bestätigt ist
Für Gott dem Herrn zu aller Frist.
Drumb ist ihr Tod kein Sterben.

Die Todten werden leben zwar
Mit Leib und Seel ganz offenbar,
Die Gott haben vertrauet,
Und werden grunen wie das Gras
In Gerechtigkeit ohn Unterlaß.
Wol dem, der darauf bauet.

Geh hin, mein Volk, und schlaf nu ein,
Schleuß nach dir zu dein Kämmerlein
Und rug ein kleine Weile,
Bis daß mein Zorn vorüber sei;
So wird das Erdreich geben frei
Die Todten all in Eile.

Gott wird abthun auf einen Tag
All seins Volks Leid, Schmach, Tod und Grab,
Und was man dabei findet,
Wenn nun der liebe Gottes Sohn
Wird auferstehn am Berg Zion
Und den Tod gar verschlinden.

So schon jetzt leucht der Sonnen Glanz,
So werden sein auch gar und ganz
Die Christen in dem Himmel,
Wenn sie nun ihre Herrlichkeit,
Die Gott den Seinen hat bereit,
Erlangen mit den Engeln.

Und die da viel bekehret han
Zu Gottes Wort von Menschen Wahn,
Die werden ewig scheinen,
Wie alle hellen Sternen klar
Am Himmel leuchten offenbar.
So ehret Gott die Seinen.

Es ist der Tod sehr theur und werth
Für Gottes Augen immermehr
Der frommen Christenleute.
Drumb sollen sie zur Herrlichkeit
Hinweg zu scheiden sein bereit
Voller Trosts, Fried und Freuden.

Das zeiget uns auch herrlich an
Die ganze SChrift von Gottes Sohn
Und seinem ewigen Reiche,
Welchs er uns selbs hat zubereit,
Daß wir leben in Ewigkeit,
Und uns ihm ganz vergleiche.

Ich will selbs öffnen euer Grab,
Euch führen aus der Erden Staub,
Darin ihr seid gelegen,
Daß ihr nun hinfurt ewig lebt
Durch meinen Geist und darzu habt
Himmel und Erd zu eigen.

Tröstlich auch uns verkündigt hat
Christus seins Vaters ewigen Rath,
Wie solchs Johannes schreibet,
Daß alle, die an Gottes Sohn
Recht glauben und ihn rufen an,
Im Tod nicht sollen bleiben.

Lob werden singen überall,
Gott preisen fröhlich und mit Schall
Sein elend Volk auf Erden.
Sie sollen essen und leben wol,
Göttlicher Freuden ewig voll,
Der ihr Herz stets wird leben.

So war ich lebe, schwöret Gott,
Mir ist nicht wol ans Sünders Tod,
Daß er ewig verderbe.
Mein Wille ist, daß er nun sich
Zu mir bekehr und ewiglich
Das Leben von mir erbe.

Es zeigt auch Job in seiner Noth
Der Christen Trost wider den Tod
Und spricht mit festem Glauben:
Ich weiß, daß mein Erlöser lebt,
den ich wieder vom Tod erweckt
In meinem Fleisch werd schauen.

Allen, die Christus hat erlost,
Giebt Gott selbs diesen ewigen Trost,
Dazu sie sollen kommen,
Dem Trauern und Trübsal gar entgan,
Bei Gott stets Freud und Wonne han,
Mit Lob und Dank solchs rühmen.

Niemand die Freud ausreden kann,
Die Gott bereit hat jedermann,
Wer sich tröst seines Namen.
Auch keines Menschen Herz begreift
Die Herrlichkeit in seinem Reich,
Die er verheißt den Frommen.

Der LEib wird hie zu Aschen schlecht,
Damit vergeht und wird zu nicht
Dieß Lebens Kraft und Wesen,
Steht wieder auf in Herrlichkeit
Ganz rein ohn all Gebrechlichkeit
Und kann nicht mehr verwesen.

Es wird gesäet ein schwacher Leib,
Der alle Schmerz und Krankheit leid
Zu dieser Zeit auf Erden,
Und stehet auf in aller Kraft
Den lieben Engeln gleich gemacht,
Der im Geist ewig lebe.

Nicht all werden wir schlafen gehn
Und doch zugleich mit auferstehn,
Sammt andern Menschen allen
Für Christo stehen offenbar,
Zur Herrlichkeit verwandelt gar,
Wenn sein Posaun wird schallen.

Alsdenn wird sagen ein jeder Christ:
Sieh, wie der Tod verschlunden ist,
Sein Spieß ist auch zubrochen.
Wo ist nun, Tod, dein große Macht,
Der Hellen Schrecken, Gift und Kraft?
Wir sind an euch gerochen.

Deß sei Lob, Ehr und Dank bereit
Gott dem Vater in Ewigkeit
Durch Christum unsern Herren,
Der uns hat diesen Sieg erlangt,
Erlöset von Sünden und Teufels Band;
Der helf uns ewig. Amen.

Geistliche Lieder

Franck, Salomo – So ruhest du

So ruhest du, oh meine Ruh,
in deiner Grabeshöhle,
und erweckst durch deinen Tod
meine todte Seele.

Man senkt dich ein nach vieler Pein,
du meines Lebens Leben!
Dich hat jetzt ein Felsengrab,
Fels des Heils, umgeben.

Ach, bist du kalt, mein Aufenthalt?
Das macht die heiße Liebe,
die dich in das kalte Grab
durch ihr Feuer triebe.

O Lebensfürst, ich weiß, du wirst
mich wieder auferwecken:
sollte denn mein gläubig Herz
vor der Gruft erschrecken?

Sie wird mir sein ein Kämmerlein,
da ich auf Rosen liege,
weil ich nun durch deinen Tod
Tod und Grab besiege.

Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt;
doch wird er auferstehen,
und in ganz verklärter Zier
aus dem Grabe gehen.

Indes will ich, o Jesu, dich
in meine Seele senken,
und an deinen bittern Tod
bis ins Grab gedenken.

Geistliche Lieder

Hermann, Nikolaus – Am heiligen Ostertag.

Ev. Marci 16.

Am Sabbath frühe Marien drei,
Kamen zum Grab mit Spezerei,
Als jetzt der helle Tag anbrach,
Und man die Sonn aufgehen sah.

Wer wälzt uns von des Grabes Thür
Den großen Stein, der leit dafür?
Alsbald sie aber kamen dar,
Der Stein davon gewälzet war.

Da gingen sie zum Grab hinein,
Und sahen drin die Engelein
Im Grab sitzen zur rechten Hand
In einem langen, weißen Gwand.

Sie sehr erschracken für dem Gsicht,
Der Engel antwort: Fürcht euch nicht,
Ihr sucht den gekreuzigten Christ,
Vom Tod er auferstanden ist.

Da sehet her, das ist die Statt,
An welcher er gelegen hat.
So geht nun hin, und sagts von Stund
Sein Jüngern und thuts Petro kund.

In Galiläam heißt sie gahn,
Da will der Herr sich sehen lan.
Zum Grab sie gingen schnell hinaus,
Es kam sie an ein Furcht und Graus.

Wir danken dir, Herr JEsu Christ,
Daß du vom Tod erstanden bist,
Und hast zerstört sein Gwalt und Macht
Und uns zum Leben wiederbracht.

Ledderhose – Nikolaus Hermans und Johannes Mathesius geistliche Lieder

Hermann, Nikolaus – Erschienen ist der herrlich Tag

1. Erschienen ist der herrlich Tag,
Dran sich niemand gnug freuen mag;
Christ, unser Herr, heut triumphiert,
All seine Feind gefangen führt.
Halleluja!

2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod,
Die Höll, all Jammer, Angst und Not
Hat überwunden Jesus Christ,
Der heut vom Tod erstanden ist.
Halleluja!

3. Am Sabbat früh mit Spezerei
Kamen zum Grab der Weiber drei,
Daß sie salbten Marien Sohn,
Der vom Tod war erstanden schon.
Halleluja!

4. Wen sucht ihr da? der Engel sprach,
Christ ist erstanden, der hie lag;
Hie sehet ihr die Schweitztüchlein,
Geht hin, sagts bald den Jüngern sein.
Halleluja!

5. Der Jünger Furcht und Herzeleid
Wird heut verkehrt in eitel Freud;
Sobald sie nur den Herren sahn,
Verschwand ihr Trauren, Furcht und Zagn.
Halleluja!

6. Der Herr hielt ein sehr freundlich G’spräch
Mit zweien Jüngern auf dem Weg;
Vor Freud das Herz im Leib ihn brannt,
Im Brotbrechen ward er erkannt.
Halleluja!

7. Unser Simson, der treue Held
Christus, den starken Löwen fällt,
Der Höllen Pforten er hinträgt,
Dem Teufel all Gewalt erlegt.
Halleluja!

8. Jonas im Walfisch war drei Tag,
So lang Christus im Grab auch lag,
Denn länger ihn der Tod kein Stund
In seim Rachen behalten kunnt.
Halleluja!

9. Sein Raub der Tod mußt geben her,
Das Leben siegt und ward sein Herr,
Zerstört ist nun all seine Macht,
Christ hat das Leben wieder bracht.
Halleluja!

10. Heut gehn wir aus Ägyptenland,
Aus Pharaonis Dienst und Band,
Und das recht Osterlämmelein
Wir essen heut im Brot und Wein.
Halleluja!

11. Auch essen wir die süßen Brot,
Die Moses Gottes Volk gebot;
Kein Sauerteig soll bei uns sein,
Daß wir von Sünden leben rein.
Halleluja!

12. Der Würgengel vorüber geht,
Kein Erstgeburt er bei uns schlägt;
Unsre Thürschwell hat Christi Blut
Bestrichen, das hält uns in Hut.
Halleluja!

13. Die Sonn, die Erd, all Kreatur,
Und, was betrübet war zuvor,
Das freut sich heut an diesem Tag,
Da der Welt Fürst darnieder lag.
Halleluja!

14. Drum wir auch billig fröhlich sein,
Singen das Halleluja sein
Und loben dich, Herr Jesu Christ,
Zu Trost du uns erstanden bist.
Halleluja!

Dieterich, Veit – Das frölich Ostergesang.

//Victime pascali laudes.//

Wir christen all itz frölich sein,
und Got je billich loben;
denn gopfert ist für unser sünd
um am kreuz hoch erhoben
das osterlam,
welchs von uns nam
den tod und Gottes zoren.

Das lam on alle sünde ward,
das für uns ist gestorben.
wir arme schaf, verirret gar,
weren also verdorben,
wo diß opfer
nicht von Got wer
zu unserm heil verordnet.

Diß ist doch je ein wunderding,
daß leben mit dem tode,
gar heftig kriegt und manlich ringt,
daß zletzt in solcher note
des lebens herr
stirbt in uner,
doch endlich wider lebet.

Denn Jesus Christ ist Gottes son,
ein fürst und herr des lebens.
was nun der tod an im hat ton,
ist ganz und gar vergebens;
denn Gottes macht
schwecht teufels kraft,
daß der tod nichts kan schaffen.

Der tod hat gsigt ein kleine zeit,
nit gar drei ganze tage;
der teufel hat darob groß freud,
daß Christus im grab lage.
hie hör, was gschicht:
Christus durchbricht
wol aus dem tod zum leben.

Sag uns, du liebe Magdalen,
da du vom grab weg liefest,
sahst nit bald hinter dir sten
Jesum, den du so liebtest?
erstanden war
aus todes gfar,
der itzt herrscht über alles.

Das grab stet öd, kein hüter mer
darbei sich itzt leßt finden.
zwen engel von Gott traten her,
die gute mer verkünden:
der kreuzigt Christ
nit im grab ist;
vom tod ist er erstanden.

Solchs ist gewiss, derhalb itz wir
von herzen frölich singen
und schreien all, o Christ, zu dir:
laß uns im tod gelingen,
daß wir mit dir
vom tode schier
zum leben durch hindringen!

Goedeke/Tittmann – Deutsche Dichter des sechszehnten Jahrhundert
Weitere Texte des Autors in der Glaubensstimme

Weisse, Michael – Christus ist erstanden

1. Christus ist erstanden
Von des Todes Banden;
Des freuet sich der Engel Schar,
Singend im Himmel immerdar:
Halleluja!

2. Der für uns sein Leben
In Tod hat gegeben,
Der ist nun unser Osterlamm,
Des wir uns freuen allesamt,
Halleluja!

3. Der, ans Kreuz gehangen,
Kein’n Trost konnt‘ erlangen,
Der lebet nun in Herrlichkeit,
Uns zu vertreten stets bereit.
Halleluja!

4. Der so ganz verschwiegen
Zur Hölle gestiegen,
Den wohlgerüst’ten Starken band,
Der wird nun in der Höh‘ erkannt.
Halleluja!

5. Der da lag begraben,
Der ist nun erhaben,
Und sein Tun wird kräftig erweist
Und in der Christenheit gepreist.
Halleluja!

6. Er läßt nun verkünden
Vergebung der Sünden,
Und wie man die durch rechte Buß‘
Nach seiner Ordnung suchen muß.
Halleluja!

7. O Christe, Osterlamm,
Speis uns heut‘ allesamt,
Nimm weg all unsre Missetat,
Daß wir dir singen früh und spat:
Halleluja!