Hubert, Konrad

oft auch Humbertus genannt, ein alter Lutherischer Prediger, welcher 1542 Diakonus zu St. Thomas in Straßburg war, und zwar der zweite Lutherische Prediger in dieser Stadt. Starb, nachdem er 44 Jahre im Lehramte gestanden hatte, in hohem Alter.

Geistlicher Liederschatz
Sammlung der
vorzüglichsten geistlichen Lieder für
Kirche, Schule und Haus
Berlin, bei Samuel Elsner
Gedruckt bei Trowitzsch und Sohn
1832

Heermann, Johann

ein sehr frommer, in der Schule der Leiden vielfältig geprüfter Prediger und zugleich einer der vorzüglichsten Liederdichter der evangel. Kirche, war geb. am 11. Oktober 1585 in dem kleinen Städtchen Rauben im Fürstenthum Wohlau, wo sein Vater ein armer Kürschner war. Bei einer heftigen Krankheit in seiner zarten Kindheit, that Heermanns Mutter das Gelübde, daß, wenn Gott ihr diesen Sohn zum zweiten Male schenken würde, sie ihn zum Studiren halten wolle, auch wenn sie das Geld dazu erbetteln solle: der Herr erhörte ihr Gebet. Er besuchte zuerst die Schule in Rauben, dann in Wohlau; ein viertägiges Fieber überfiel ihn hier, und er mußte wieder zu seinen Eltern zurückkehren. Durch den Kantor Balthasar Thilo zu Fraustadt kam er in diese Stadt u. in das Haus des frommen Valerius Herberger, wo er trefflich versorgt war. Im Jahr 1603 zog er auf das Gymnasium zu St. Elisabeth in Breslau: 1604 ging er nach Brieg auf das dortige Gymnasium; 1608 am 8. Oktober ward er zu Brieg von Caspar Cunrad zum Dichter gekrönt. Im Jahre 1609 ging er mit den Söhnen seines Patrons, Wenzel’s v. Rothkirch, über Leipzig und Jena nach Straßburg; eine Augenkrankheit nöthigete ihn 1610 in sein Vaterland zurückzukehren; kaum bei den lieben Seinen angelangt, wird er, von der Reise sehr angegriffen, krank, auch seine Mutter findet er am Fieber leidend. Bald, nachdem er wieder hergestellt, berief man ihn zum Kaplan in Köben, er trat sein Amt 1611 an; noch in demselben Jahre ward er dort zum Pfarramte befördert; verheirathete sich 1612, verliert aber 1617 seine Gattin durch den Tod, was ihn in große Trauer setzte. Im Jahre 1618 verband er sich zum 2ten Male mit Anna Teichmann, welche ihm Kinder gebar, und ihn, da er von jetzt an heftiger von Krankheiten heimgesuchtwurde, wie er denn sich keines recht gesunden Tages in seinem Leben zu erfreuen hatte, liebreich pflegte. Zu seinen Leiden gesellten sich Pest und die Schrecken des dreißigjährigen Krieges, welche seinen Zustand noch mehr verschlimmerten. Er war genöthigt 1638 Koben zu verlassen und sich nach Lissa zu begeben, um dort ruhiger zu leben. Durch den Abfall seines geliebten Sohnes Samuel vom evangelischen Glauben, der jedoch bald wieder von seinem Irrthum zurückkehrte, und durch manches andere Kreuz wurde Heermann immer mehr reif, einzugehen in seines Herrn Freude, und der Herr nahm diesen frommen Hirten und treuen Arbeiter in seinem Weinberge am 27. Februar 1647, alt 62 Jahre, in seine Herrlichkeit.

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Berlin, bei Samuel Elsner
Gedruckt bei Trowitzsch und Sohn
1832

Gustav Adolf – Biographische Notizen

Gustav Adolph

König von Schweden, geb. am 9. Dezember 1594, blieb in der denkwürdigen Schlacht bei Lützen am 6. November 1631; alt 37 Jahre, 10 Monat, 27 Tage. Dieser große König, der das, was einst Luther durch Gebet und Flehen der Kirche Christi glaubensvoll errang, durch sein sieghaftes Schwert zu erhalten strebte, theilte das Lied seinem Beichtvater, dem Dr. Jak. Fabricius in Prosa mit, welcher es denn, auf des Königs Verlangen, in die 3 bekannten Verse brachte, die so des Königs Lieblingslied wurden.

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Kirche, Schule und Haus
Berlin, bei Samuel Elsner
Gedruckt bei Trowitzsch und Sohn
1832

Garve, Carl Bernhard – Biographische Notizen

Garve, Carl Bernhard

ein reich begabter Liederdichter unserer Zeit, ward geboren bei Hannover am 24. Januar 1763; sein Vater, ein Königl. Beamter, übergab ihn den Bildungsanstalten der evangelisch. Brüdergemeine, und er ward, nach Vollendung seiner Studien an mehren Orten in derselben PRediger, namentlich vom Jahre 1810 bis 1816 in Berlin. Gegenwärtig lebt derselbe in Neusalz an der Oder.

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Berlin, bei Samuel Elsner
Gedruckt bei Trowitzsch und Sohn
1832

Freder, M. Johann

der vorzüglichste unter den niedersächsischen Liederdichtern, der seine Lieder ursprünglich in plattdeutscher Sprache schrieb, war geboren am 29. August 1510 zu Cöslin in Pommern, studirte zu Wittenberg, wurde hier Magister und ein Hausfreund Luthers; kam 1537 als Konrektor nach Hamburg an die Johannisschule; wurde 1540 Pastor  an der Kathedralkirche und Lektor Theologiä sekundarius daselbst; 1547 Superintendent und Pastor primarius zu Stralsund; 1549 Professor zu Greifswalde und Superintendent der Insel Rügen, wo er des Interims wegen viel Streitigkeiten bekam, und diese Stelle verlassen mußte; er starb als Pastor und Superintendent zu Wismar am 25. Januar 1560.

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Berlin, bei Samuel Elsner
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1832

Francke, Dr. August Hermann

dieser ausgezeichnete Gottesgelehrte und Stifter des Waisenhauses und des Knigl. Pädagogiums zu Halle, wurde geb. am 12. März 1663 zu Lübeck, wo sein Vater, Joh. Francke, Doktor der Rechte und Syndikus bei dem Domkapitel war. Er verließ schon im 3ten Jahre mit seinen Eltern die Vaterstadt und kam nach Gotha, wo sein Vater Hof- und Justizrath bei Herzog Ernst dem Frommen wurde. Nachdem er hier das Gymnasium besucht hatte, zeigte er schon im 14ten Jahre solche Fähigkeiten, daß man ihn für reif zur Universität hielt. Er blieb aber noch bis 1679 auf dem Gymnasium zu Gotha, ging dann nach Erfurt, Kiel und Leipzig, trieb dort die Theologie und alte Sprachen, promovirte 1681, und stiftete eine Geselltschaft von Freunden, die mit ihm dem Studium der heiligen Schrift eifrigst oblagen (Collegium Philobiblicum). Er ging nun nach Wittenberg und Lüneburg, hielt sich hierauf 2 Monat in Dresden auf, und genoß hier des Umganges mit Dr. Spener. NAchdem er nach Leipzig zurückgekehrt war, hielt er daselbst praktische Vorlesungen über die heilige Schrift, die vielen Beifall fanden. Er wurde verfolgt, ging 1680 nach Erfurt, wo seine Predigten selbst von Katholiken zahlreich besucht wurden: dieß gab Ursach, daß er Befehl erhielt, binnen 24 Stunden die Stadt zu verlassen, was unter vielen Thränen seiner Gemeine geschah. Ihm waren mehre Einladungen geworden; er ging aber nach Halle, wo eben die Universität errichtet war, und ihm die Professur der orientalischen Sprachen, späterhin die der Theologie, übertragen wurde. Mit dieser erhielt er auch das Pastorat in der Vorstadt Glaucha, die denn nun der Ort seiner frommen Stiftungen wurde. Er fing den Bau des Waisenhauses am 13. Juni 1698 an, und ward deselbe im nächsten Jahre vollendet. Er erhielt 1714 das Pastorat an der St. Ulrichskirche in Halle; seine Geschäfte, die sich von Jahr zu Jahr mehreten, machten es nöthig, daß er zur Erhaltung seiner Gesundheit 1717 eine Reise durch Thüringen, Hessen, Franken und Schwaben machte. Doch untergrub endlich eine Zurückhaltung des Urins und eine lähmende Gicht, zu welcher sie die rothe Frieseln gesellten, seine Gesundheit so sehr, daß der fromme, von aller andächtelei freie, glaubensvolle Lehrer und Wohlthäter am 8. Juni 1727 in die ewige Freude seines Herrn und Heilandes eingieng.

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1832

Samuel Preiswerk – Biographische Notizen

Samuel Preiswerk, der Sohn eines reformierten Pfarrers, wurde am 19. September 1799 zu Rümlingen im Canton Basel geboren. Nach Beendigung seiner theologischen Studien in Basel wurde er 1824 Prediger am Waisenhause und 1828 theologischer Lehrer am Missionshause daselbst. Zwei Jahre später wählte ihn die reformierte Gemeinde zu Muttenz, in Baselland, zu ihrem Pfarrer; aber schon nach zwei Jahren wurde er von da, während der in jener Zeit außgebrochenen Revolution – dank der kirchlichen Volksherschaft – vertrieben. Hierauf trat er 1834 für das Fach der alttestamentlichen Exegese, sowie der morgenländischen Sprachen als Lehrer an der theologischen Lehranstalt der evangelischen Gesellschaft zu Genf ein. Nach drei Jahren kehrte er nach Basel zurück, wurde hierselbst 1840 Diakonus und 1845 Pfarrer bei St. Leonhard. Zugleich übertrug man ihm, nter Erteilung des Grades eines Licentiaten der Theologie, ein LEhramt für die alttestamentlichen Disciplinen an der Universität. 1859 ist er zum Antistes der Münsterkirche zu Basel gewählt und damit zu der höchsten geistlichen Stelle dieser Stadt befördert worden.

Geistliche Lieder

Paul Speratus – Biographische Notizen

Speratus, Paul, aus dem Schwäbischen Geschlecht der v Spreiten a Rutilis genannt. Er wurde am 13. (17.) Dezemb. 1484 geb., hielt sich lange Zeit in Paris auf, besuchte die Italienischen Akademien, lehrte zu Augsburg, Würzburg, Salzburg und Wien die Theologie, weil er an letztem Orte in der St. Stephanskirche öffentlich die reine Lehre des Evangeliums vortrug, wurde er ins Gefängniß geworfen. Er kam 1523 nach Wittenberg, lernte Luthern kennen, dieser empfahl ihn an den Herzog Albrecht in Preußen, welcher ihn 1524 zum Hofprediger und dann zum Bischof zu Liebmühl im Pomesanischen Kreise ernannte. Mit Joh. Brismann und Joh. Poliander (Graumann) legte er in Preußen den ersten Grund zur evangel. Wahrheit; er starb am 17. Sept. 1554, alt 70 Jahre.

Ein Spin-Off der Glaubensstimme