Kolross, Johann – Ein Geistlich lied, zu singen, wenn man des morgens auffstehet.

Kolross, Johann – Ein Geistlich lied, zu singen, wenn man des morgens auffstehet.

(Aus dem Val. Babstschen Gesangbuche von 1545, II. Nro. XVIII. Das Lied steht bereits in den „Geistlichen liedern und Psalmen“ Magdeburg 1540, klein 8°, Blatt 99.)

ICh danck dir, lieber HERRE,
das du mich hast bewart
In dieser nacht geferde,
darinn ich lag so hart
Mit finsternis umbfangen,
darzu in grosser not,
darzu ich bin entgangen,
halffstu mir, HERRE Gott.

Mit danck wil ich dich loben,
o du mein Gott und HERR,
Im himel hoch dort oben,.
den tag mich auch gewer,
Warumb ich dich thu bitten
und auch dein will mag sein.,
leit mich in deinen sitten
und brich den willen mein,

Das ich, HERR, nicht abweiche
von deiner rechten ban,
Der feind mich nicht erschleiche,
damit ich jrr möcht gan.
Erhalt mich durch dein güte,
das bit ich vleissig dich,
fürs Teuffels list und wüten,
damit er setzt an mich.

Den glauben mir verleihe
an dein Son Jhesum Christ,
Mein sund mir auch verzeihe
alhie zu dieser frist.
Du wirst mirs nicht versagen,
wie du verheissen hast,
das er mein sund thut tragen
und lös mich von dem last.

Die hoffnung mir auch gibe,
die nicht verderben lest,
Darzu ein Christliche liebe
zu dem, der mich verletzt:
Das ich jm guts erzeige,
suche nicht darinn das mein,
und lieb in als mich eigen
nach all dem willen dein.

Dein wort las mich bekennen
für dieser argen welt,
auch mich dein diener nennen,
nicht förchten gwalt noch gelt,
Was mich bald möcht abkeren
von deiner warheit klar;
wölst mich auch nicht verscheren
von der Christlichen schar.

Las mich den tag volenden
zu lob dem namen dein,
Das ich nicht von dir wende,
ans ende bestendig sein.
Behüt mir leib und leben,
dazu die frücht im land:
was du mir hast gegeben
steht alls in deiner hand.

HERR Christ! dir lob ich sage
umb deiner wolthat all,
Die du mir diesen tage
erzeigt hast uberall.
Dein namen wil ich preisen,
der du allein bist gut,
mit deinem leib mich speise,
trenck mich mit deinem blut.

Dein ist allein die ehre,
dein ist allein der rhum;
Die rache dir niemands wehre,
dein segen zu uns kom,
Das wir im fried entschlaffen,
mit gnaden zu uns eil,
gib uns des glaubens waffen
fürs Teuffels listige pfeil.
Amen.

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