Heermann, Johann – Ach Jesu, dessen Treu‘

Heermann, Johann – Ach Jesu, dessen Treu‘

Ach Jesu, dessen Treu‘
Im Himmel und auf Erden
Durch keines Menschen Mund
Kann g’nug gepriesen werden;
Ich danke dir, daß du
Ein wahrer Mensch gebor’n,
Hast von mir abgewandt,
Daß ich nicht bin verlor’n.

Vornämlich wird in mir
All‘ Herzensangst gestillet,
Wenn mich dein süßer Nam‘
Mit seinem Trost erfüllet;
Kein Trost so liebreich ist,
Als den mir giebt dein Nam‘,
Der süße Jesus-Nam‘,
Du Fürst aus Davids Stamm!

O Jesu, höchster Schatz,
Du kannst nur Freude bringen,
Es kann Nichts lieblicher
Als Jesu Name klingen.
Ich kann nicht traurig sein,
Weil Jesus heißt so viel
Als Heiland oder Held,
Der selig machen will.

Wenn Satan sich bei mir
Mit Anfechtung will regen,
So ist mir Jesu Nam‘
Zum Trost, Schutz, Fried‘ und Segen,
Zur Weisheit und Arz’nei
In aller Angst und Noth,
Daß ich nicht fürchten darf
Den Teufel und den Tod.

Daß ich ein Zornkind bin,
Das macht die schnöde Sünde:
Dein Jesus-Nam‘ macht mich
Zu einem Gnadenkinde;
Er nimmt von mir hinweg
Die Schuld und Missethat,
Bringt mir die Seligkeit
Und deines Vaters Gnad‘.

Ei nun, so heil’ge mich,
Der ich bin ganz beflecket,
Dein heil’ger Jesus-Nam‘,
Der alle Sünd‘ zudecket;
Er kehre ab den Fluch,
den Segen zu mir wend‘,
Sei meine Stärk‘, dadurch
Sich alle Schwachheit end‘.

Er sei mein Licht, das mich
In Finsterniß erleuchte;
Er sei des Himmels Thau,
Der mich in Hitz‘ anfeuchte;
Er sei mein Schirm und Schild,
mein Schatten, Schloß und Hut,
Mein Reichthum, Ehr‘ und Ruhm;
Er sei mein höchstes Gut.

Er sei mein Himmelsweg,
Die Wahrheit und das Leben;
Er wolle mir zuletzt
Aus Gnaden dieses geben,
Daß ich alsdann in ihm
Dies Leben schließe wohl,
Wenn meine Sterbenszeit
Und Stunde kommen soll.

Inmittelst helf‘ er mir,
So lang‘ ich hier noch wandle,
Daß ich in meinem Thun
Treu und aufrichtig handle.
Er steh‘ mir allzeit bei
Mit seines Geistes Gab‘
Wenn ich in meinem Amt
Was zu verrichten hab‘.

In Jesu Namen bin
Ich heute aufgestanden,
In ihm vollbring‘ ich heut‘,
Was mir kommt unter Handen.
In seinem Namen ist
Der Anfang schon gemacht:
Das Mittel und der Schluß
Wird auch durch ihn vollbracht.

Dir leb‘ ich und in dir,
In dir will ich auch sterben.
Herr, sterben will ich dir,
In dir will ich ererben
Das ew’ge Himmelreich,
Daß du erworben mir
Von dir verklärt, will ich
Dir dienen für und für.

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