David Denicke – Herr Gott, der du erforschtest mich

David Denicke – Herr Gott, der du erforschtest mich

1) Herr Gott, der du erforschtest mich
Und kennst mich aus und innen,
Mein Tun und Lassen kommt vor dich,
Sehn, Stehen und Beginnen.
Was ich verborgen denk und dicht,
Siehst du von fern und fehlest nicht,
Du prüfest Herz und Nieren;
Du kannst auch, wenn ich bin allein
Und gerne wollt verborgen sein,
All meine Weg ausspüren.

2) Es ist kein Wort in meinem Mund,
So ich dir könnt verhehlen;
Du, Herr, siehst recht des Herzens Grund,
Was steckt in meiner Seelen;
Du schaffest ja, was ich vollbring,
Wie groß es ist und wie gering,
Ich kanns ohn dich nicht richten;
Wenn aber du durch deine Gnade
Verstand mir gibst, auch Hilf und Rat,
So kann ich alles schlichten.

3) Wie du die Deinen wunderlich,
O Gott, hier pflegst zu führen,
Versteh ich nicht und lasse mich
Bloß deine Gnad regieren.
Wo soll ich hin vor deinem Geist?
Denn du auch die Gedanken weißt,
Es hilft vor dir kein Fliehen.
Führ ich gen Himmel, bist du da,
Auch in der Höll trittst du mir nah,
Kann dir mich nicht entziehen.

4) Nun, großer Gott, weil deine Hand
Mich überall kann finden
Und all mein Tun dir ist bekannt,
So hüt ich mich vor Sünden.
Denn Dunkel ist wie Licht bei dir;
Was himmlisch war, kommt klar herfür,
Ich kann dir nicht entgehen.
Was ich getan, geredt, gedacht,
Das wird vor deinen Thron gebracht,
Da muß ich vor dir stehen.

5) Herr, meine Seel erkennt mit Preis,
Daß du mich hast bereitet,
Und daß ich bin auf dein Geheiß
Ans Tageslicht geleitet;
Durch deine Vorsorg Fleisch und Pein
Und alle Glieder an mir sein,
Dein Aug hat mich erwählet:
Da ich noch ungeboren war,
Hast du schon Stunden, Tag und Jahr
Im Lebenslauf gezählet.

6) Ich danke dir und preise dich
Für solche große Taten,
Und daß du mir so wunderlich
An Leib und Seel geraten.
Sehr köstlich ist dein Werk an mir;
Wenn ich erwach, bin ich bei dir
Und warte deiner Gnaden;
Ich glaube fest, daß meine Sünd
Durch Christum mir vergeben sind,
Daß sie mir nicht mehr schaden.

7) Den Vorsatz gib mir, Herr, dabei,
Daß ich, was bös ist, meide,
Die gottlos Rotte fern mir sei,
Von Frommen mich nicht scheide;
Daß ich nur lieb, was dir gefällt,
Und hasse, was ist von der Welt,
Auch ihren Trotz nicht achte,
Halt dein Gebot, hör gern dein Wort,
Im Glauben und in Hoffnung fort
Das Ewige betrachte.

8) Erforsch mich, Gott, ergründ mein Herz,
Durchsuch all mein Gedanken,
Und siehe, ob ich hinterwärts
Und auf die Seit woll wanken.
Bin ich vielleicht auf bösem Weg,
So führ du mich den rechten Steg,
Der nach dem Himmel weise,
Daß ich vom Sündendienste frei
Und dir, o Herr, gefällig sei,
Bis ich von hinnen reise.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

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